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Europäischee Venture Capital Markt von Investoren skeptisch beäugt

Venture Capital Firmen und Business Angels blicken laut einer aktuellen Umfrage skeptisch auf den europäischen Venture Capital Markt. Der Trend ist dennoch positiver als im ersten Quartal 2020. Das Abschreibungsrisiko für 2020 liegt bei rund 30 Prozent. Health-Tech und High-Tech sind Krisengewinner.

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Berthold Baurek-Karlic, Geschäftsführer von Venionaire Capital
© Venionaire Capital

Der Venture Capital (VC) Markt für innovative Startups in Europa befindet sich auch im zweiten Quartal 2020 unter Druck. Laut einer aktuellen Umfrage des Wiener Venture Capital Spezialisten Venionaire Capital erwarten Venture Investoren und Business Angels eine schwierige zweite Jahreshälfte.

Umfrage zeigt: Nach wie vor noble Zurückhaltung bei VC-Investoren in Europa
„Obwohl die Zuversicht gegenüber dem ersten Quartal gestiegen ist, sind wir noch lange nicht dort, wo wir derzeit stehen müssten“, sagt Berthold Baurek-Karlic, Geschäftsführer von Venionaire Capital. Laut der europaweiten Umfrage warten viele Investoren noch immer die langfristigen Folgen der Pandemie ab und halten sich mit Risikoinvestments zurück. „Fast alle Investoren gaben an, ihren Fokus derzeit ebenfalls auf die Unterstützung ihrer bestehenden Portfolio-Unternehmen zu richten, anstatt aktiv nach neuen Investitionsmöglichkeiten zu suchen. Dies ist natürlich verständlich, wenn auch für den europäischen Venture Capital Markt aus Sicht der Startups sehr schmerzhaft“, so Baurek-Karlic weiter.

Startup-Bewertungen werden sinken, Fusionen werden zunehmen
Eine weitere Erkenntnis der Umfrage ist, dass im kommenden Quartal das Wachstum der Firmen noch weiter zurückgehen wird sowie Fusionen unter Startups zunehmen werden. Konsequenterweise gaben die befragten Investoren an, dass die Bewertungen der Startups für Neu- oder Folgeinvestitionen drastisch sinken werden, da die Kapitalbeschaffung für Startups derzeit schwierig ist und ein Käufermarkt herrscht. Für das dritte Quartal ist laut Venionaire Capital davon auszugehen, dass die meisten Investoren noch selektiver vorgehen werden und sich sehr wohl überlegen, in welches Startup sie investieren.

Die Europäischen Innovationstreiber – Ausblick
Trotz des negativen Ausblicks lässt sich dennoch festhalten: in jeder Krise gibt es ebenfalls Gewinner. So wird laut den Investoren der Wettbewerb im Health-Tech sowie im High-Tech Bereich bestehen bleiben. Gerade bei Startups im Bereich der Impfstoffforschung, der Bio-Wissenschaften sowie bei Anbietern von einschlägigen Lösungen im Bereich Digitaler Gesundheit ist die Wahrscheinlichkeit von Investments am größten. Nichtsdestotrotz, neue Investments werden im dritten Quartal deutlich abnehmen und in einigen Regionen auf Grund von Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie sogar unmöglich sein.

Höheres Abschreibungsrisiko nicht zuletzt wegen Corona-Folgen
Weiters gehen die Experten von Venionaire Capital von einem Abschreibungsrisiko von bis zu 30 Prozent bis Ende 2020 aus; hierbei muss jedoch auch eine mögliche zweite Welle der Pandemie berücksichtigt werden, denn ein erneuter Lock-Down würde der Wirtschaft in dem Bereich extrem schaden. Zwar bewerten die befragten Investoren die angelaufenen Hilfsprogramme der jeweiligen Regierungen als positiv, betonen aber dennoch den erhöhten Bedarf an Unterstützungsprogrammen im Sinne einer staatlich unterstützten Beteiligungsfinanzierung.

Investoren wünschen sich staatlich unterstützte Beteiligungsfinanzierung
Laut den Beobachtungen der Analysten waren die staatlichen Hilfsprogramme wichtig für die Stabilisierung und die langsame Erholung des Marktes. Dieses stabiler werdende Umfeld soll aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Risikokapital-Sektor noch immer angeschlagen ist und sich auch im dritten Quartal nicht erholen wird. (kb)

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Über den European Venture Sentiment Index:
Die Umfrage wurde im Juni 2020 von den Analysten von Venionaire Capital in Form von Computer Assisted Personal Interviews durchgeführt. Die Auswertung bezieht sich auf die Angaben von insgesamt siebzig Business Angels, Family Office- sowie Corporate Venture Fond Managern aus zehn europäischen Ländern und soll die derzeitige Stimmung für Venture Capital Investments in den verschiedenen europäischen Wirtschaftsregionen und Startup-Sektoren abbilden.

Der Index wurde 2019 vom Gründer und Geschäftsführer von Venionaire Capital, Berthold Baurek-Karlic, ins Leben gerufen. "Wir legen großen Wert darauf, unseren Investoren einen Überblick über das aktuelle Investitionsklima in der Startup-Branche zu geben. Nachdem dieses Stimmungsbarometer sich als wichtiges Instrument für unsere Kunden herausgestellt hat – hierunter Startups wie auch Investoren –  haben wir beschlossen, die Ergebnisse während der COVID-19-Pandemie im ersten Quartal 2020 zum ersten Mal der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, um auch öffentlich auf die bedrohliche Situation von innovativen jungen Firmen in Europa aufmerksam zu machen“, erklärt Berthold Baurek-Karlic.
 
Die Indizes der Umfrage für die aktuelle Stimmung und die prognostizierten Aussichten sind gewichtete Indizes, wobei der Schwerpunkt auf der Investitionsfähigkeit und Investitionsbereitschaft der Investoren, der Wahrnehmung von Startup-Bewertungen und der Qualität der Deal-Flows liegt. Auf der Grundlage einer vierteljährlichen Umfrage sammelt Venionaire Capital die Antworten von Cluster-Fokusgruppen sowie einer Kontrollgruppe ein, um die Indizes miteinander vergleichen zu können. Diese Datensätze werden in zwei Wellen gesammelt und am Ende zusammengeführt. In beiden Gruppen hat Venionaire Capital ähnliche Cluster von Investoren gebildet, die von Business Angels bis hin zu großen Unternehmens Venture Units sowie Risikokapitalfonds reichen.
 
 

 

 

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