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Europäische Fondsmanager-Umfrage: Makro-Bären treffen auf Markt-Bullen

Ein Drittel der Teilnehmer erwartet ein Wachstum unter dem Trend und eine Inflation über dem Trend. Eine wachsende Mehrheit der Befragten geht davon aus, dass sich die Aktienrallye in der EU bis ins Jahr 2022 fortsetzen wird, aber es kommen auch Zweifel auf.

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© Petrus Bodenstaff / stock.adobe.com

Die Stagflationssorgen unter den europäischen Fondsmanagern nehmen zu: 34 Prozent der Manager weltweit erwarten für das kommende Jahr ein Wachstum unter dem Trend und eine Inflation über dem Trend - gegenüber 20 Prozent im letzten Monat. Das ist der höchste Wert seit fast zehn Jahren.

Erwartungen für das globale Wachstum sind zusammengebrochen
Sechs Prozent der Anleger erwarten eine Abschwächung der Wirtschaft. Das ist der pessimistischste Wert seit Beginn der Pandemie im März 2020. In Europa ist die makroökonomische Lage weniger düster: 24 Prozent der europäischen Investoren erwarten eine Verbesserung des makroökonomischen Zyklus, allerdings hat sich dieser Wert im letzten Monat halbiert und ist von einem Höchststand von 92 Prozent im Juni zurückgegangen. Ein Drittel der Befragten ist der Meinung, dass der Makrozyklus seinen Höhepunkt erreicht hat, gegenüber 16 Prozent im September. Die Anleger sind zunehmend besorgt über die Inflation, die 48 Prozent als größtes Risiko für die Märkte ansehen - doppelt so viele wie im September. Die Befürchtungen in Bezug auf die Pandemie sind inzwischen fast verschwunden, nur drei Prozent nennen die Pandemie als Hauptrisiko.

Inflation wird immer noch als vorübergehend angesehen
Dennoch führt dies aber zu einer Straffung der Geldpolitik: Die meisten der Befragten sehen die Inflation immer noch als vorübergehend an, aber ihre Zuversicht nimmt ab: netto 20 Prozent der Teilnehmer stimmen der Idee einer vorübergehenden Inflation zu, gegenüber 41 Prozent im letzten Monat. Die Anleger sehen die Inflation und die Fed als die wichtigsten Markttreiber für 2022 an (jeweils 31 Prozent der Teilnehmer wählen diese Option). 85 Prozent  der Befragten erwarten in den kommenden zwölf Monaten höhere kurzfristige Zinssätze, das sind 65 Prozent mehr als im Vormonat und der höchste Stand seit fast zwei Jahren.

Investoren bleiben optimistisch für europäische Aktien
65 Prozent der Umfrageteilnehmer gehen davon aus, dass sich die Rallye der europäischen Aktien bis zum nächsten Jahr fortsetzen wird (gegenüber 58 Prozent im letzten Monat), auch wenn eine Minderheit von zwölf Prozent der Meinung ist, dass sie bereits zu Ende ist (gegenüber drei Prozent im letzten Monat). 84 Prozent der Antwortenden gehen davon aus, dass europäische Aktien bis zum Jahresende um einen weiteren einstelligen Prozentsatz zulegen werden.

Allerdings kommen auch Zweifel auf
- 22 Prozent der Teilnehmer machen sich Sorgen, dass sie nicht genügend defensive Absicherungen in ihrem Portfolio haben (gegenüber 13 Prozent), wobei der Anteil derjenigen, die sich Sorgen machen, dass sie ihr Aktienengagement zu früh reduzieren, auf 36 Prozent  gesunken ist (gegenüber 55 Prozent im letzten Monat); 
- die Gewinnerwartungen in Europa haben sich stark abgekühlt, wobei netto zwei Prozent der Investoren einen Rückgang der Unternehmensgewinne in den kommenden zwölf Monaten erwarten, während im letzten Monat noch 42 Prozent der Befragten an höhere Gewinne glaubten. Vor dem Hintergrund anhaltender Lieferengpässe und steigender Inputkosten gehen netto 51 Prozent der Befragten davon aus, dass die Gewinnspannen in den kommenden Monaten sinken werden; dies ist der höchste Wert seit Mai letzten Jahres.

Interesse an europäischen Banken ist rekordverdächtig
46 Prozent der Befragten gaben an, dass sie europäische Banken übergewichten, was den höchsten Wert seit 2003 darstellt. 73 Prozent der Teilnehmer halten den Bankensektor für ein attraktives Instrument, um sich für steigende Anleiherenditen zu positionieren (gegenüber 53 Prozent im Vormonat), während nur zwölf Prozent eine negative Meinung über den Sektor haben (gegenüber 24 Prozent). Das Vertrauen in europäische Technologieunternehmen nimmt indes ab: Lediglich sieben Prozent der Befragten gaben an, dass sie den Sektor übergewichten, ein Rückgang gegenüber 44 Prozent im August und der niedrigste Stand seit Juni 2019. 35 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass sich Value-Aktien im kommenden Jahr besser entwickeln werden als Growth-Aktien, das sind 16 Prozent mehr als im Vormonat und der höchste Wert seit sechs Monaten. (kb)

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