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Europäische Aktien sind nicht nur aus Bewertungsgründen attraktiv

Nach der allgemeinen Erholung der Aktienmärkte 2019 hat die Bewertung der europäischen Aktien ein KGV von nahezu dem 15-fachen der für 2020 erwarteten Gewinne erreicht. Die Kennzahl nähert sich damit ihrem historischen Durchschnittswert an und erscheint im Vergleich zum US-KGV von über 19 günstig.

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Isabel Levy, Metropole Gestion
© FONDS professionell

Abgesehen von dem zwar nicht neuen, im Value-Segment aber besonders ausgeprägten Argument der Bewertung sprechen noch zahlreiche andere Gründe für die Aktien europäischer Unternehmen: Die Gewinnaussichten sind positiv und durchaus mit anderen geographischen Gebieten vergleichbar. Die politischen Unsicherheiten sind zum Teil aus dem Weg geräumt, und es gibt in Europa derzeit keine Wahltermine von größerer Bedeutung. Und für Anleger, die die ESG-Herausforderungen und die Klimaproblematik in ihre Portfolios integrieren und gleichzeitig von besonders attraktiven Bewertungen profitieren möchten, bieten europäische Aktien eine einzigartige Auswahl an Gelegenheiten.

Value relativ zu Growth in Europa überaus günstig
Der europäische Aktienmarkt weist Bewertungen auf, die dem historischen Durchschnitt entsprechen, verdeckt dabei jedoch zugleich große Unterschiede. Das KGV des MSCI Europe Growth ist mit 21 doppelt so hoch wie das des MSCI Europe Value (11), obwohl die prognostizierten Gewinnzuwächse der in diesen Indizes vertretenen Unternehmen sehr vergleichbar sind (zehn Prozent respektive sieben Prozent für 2020). Und diese Polarisierung, auf die Metropole Gestion bereits mehrfach hingewiesen haben, ist nicht nur auf dem europäischen Aktienmarkt zu beobachten. In den USA beläuft sich das KGV des MSCI Growth auf 25, während das des MSCI Value (bei einem Gewinnzuwachs von 13 respektive neun Prozent) nur einen Wert von 15 erreicht.

Das europäische Value-Segment gehört damit zu den weltweit attraktivsten Vermögensanlagen und bietet zudem eine echte Risikostreuung. Entgegen einer weit verbreiteten Meinung setzt sich das Value-Universum nicht aus Unternehmen mit Strategieproblemen zusammen, die in Geschäften mit geringen Margen tätig sind und sich in einer äußerst unsicheren finanziellen Lage befinden. Man findet darunter ganz im Gegenteil finanziell robuste Unternehmen, die hohe Dividendenrenditen bieten und diese auch im Falle einer konjunkturellen Kehrtwende beibehalten könnten, ohne ihren Bilanzen zu schaden. Und seit einigen Monaten gehören dazu auch qualitativ hochwertige Unternehmen, die sich angesichts disruptiver Technologien oder aufgrund der Energiewende in einem tiefgreifenden Wandel befinden.

ESG, Transparenz bei europäischen Unternehmen von größerer Bedeutung
Für Investoren, die ihr Risiko diversifizieren und sich vor den auf vielen Märkten zu findenden Spekulationsblasen schützen wollen, bietet dieses Segment einen zusätzlichen Vorteil: die Möglichkeit, in Unternehmen zu investieren, die sich dadurch auszeichnen, dass sie ESG-Fragen berücksichtigen und sich aktiv den Herausforderungen des Klimawandels stellen. Angesichts der regulatorischen Rahmenbedingungen, die die Unternehmen zu einer zunehmenden Transparenz in diesen Fragen und zum Dialog mit den Anlegern anhalten, sind die europäischen Unternehmen im Bezug auf diese verschiedenen Themen am besten bewertet und besonders transparent.

Metropole Gestions ESG-Ratingsystem sieht Euopa vorne
Zu diesem Ergebnis führt jedenfalls Metropole Gestions internes ESG-Ratingsystem, das weltweit mehr als 5.000 Unternehmen abdeckt und die Unternehmen anhand von 150 Indikatoren, die sich auf die verschiedenen ESG-Bereiche verteilen, mit einem Rating von AAA+ bis CCC- versieht. Unter den Unternehmen der OECD-Länder treten die europäischen Unternehmen besonders positiv in Erscheinung: 65 Prozent von ihnen konnten ein Rating von über BBB- erzielen, während dieses Ergebnis beispielsweise nur von 51 Prozent der amerikanischen Unternehmen erreicht wurde. Gestützt werden diese Beobachtungen auch durch die Analyse der TCFD (Task Force on Climate-related Financial Disclosure), der Metropole als Unterzeichner beitrat. Was die Herausforderungen des Klimawandels anbelangt, veröffentlichen 62 Prozent aller europäischen Unternehmen Indikatoren, die auf diese Problematik abzielen, während sich dieser Anteil unter den amerikanischen und asiatischen Unternehmen auf lediglich 38 Prozent beläuft. Letztere haben sich nur zu einem Anteil von 33 Prozent Ziele im Zusammenhang mit dem Klimawandel gesetzt, während es bei den europäischen Unternehmen 58 Prozent sind.

Bei Value in Europa kommt eins zum anderen
Das Value-Management, dessen Methode darin besteht, in von den Finanzmärkten vernachlässigte Unternehmen zu investieren, setzt im Wesentlichen voraus, alle für diese Unternehmen bestehenden Risiken, und zwar nicht nur die finanziellen, sondern auch die mit Governance-, Sozial- und Umweltfragen verbundenen Risiken besonders aufmerksam zu verfolgen. Unter diesem Gesichtspunkt stellen die europäischen Aktien eine einmalige Gelegenheit dar. (kb)

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