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Europa und USA könnten 2021 getrennte Wege gehen

Während die Finanzmärkte ihre Wachstumsaussichten für die USA weiter anheben, werden sie für Europa weiter gesenkt. Europas Börsen zeigen sich allerdings kaum beeindruckt, so die Experten der DWS Group.

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© Coloures-Pic / stock.adobe.com

Die Finanzmärkte haben aktuell ein relativ optimistisches Konjunkturbild für die USA. Das lässt sich aus verschiedenen Indikatoren ableiten: So ist zum Beispiel die Steilheit der Renditekurve ein beliebter Indikator für die nominalen Wachstumserwartungen. Aktuell ist die Differenz zwischen zweijährigen und zehnjährigen US-Staatsanleiherenditen so hoch wie zuletzt 2015. Ein ähnliches Bild zeichnen die Inflationserwartungen genauso wie die Gewinnerwartungen für börsennotierte Unternehmen. Auch die Rohstoffpreise reflektieren die Antizipation einer kräftigen Konjunkturerholung.

In den USA Wachstumsanpassungen nach oben, in Europa nach unten
Für die USA passen Volkswirte derzeit ihre Wachstumserwartungen für das Jahr 2021 kontinuierlich nach oben an, wie aus dem folgenden Charter sichtlich ist. Für Europa sieht das Bild weniger rosig aus. Nach einer Phase fast schon euphorischer Erwartungen für die wirtschaftliche Entwicklung im laufenden Jahr werden die Prognosen seit Herbst wieder nach unten geschraubt.

Quelle: DWS Investment GmbH, Bloomberg; Stand 29. März 2021

Woher kommt die Wachstumsdivergenz?
Für diese Divergenz gibt es mehrere Ursachen, zuallererst wohl der Pandemieverlauf. Bei den Impfungen gegen Covid-19 haben die USA die meisten europäischen Länder weit abgehängt. Ein anderer Grund ist die Fiskalpolitik: Seit die Demokraten in Washington die Politik bestimmen, wird fiskalpolitisch kräftig auf das Gaspedal gedrückt. Kaum ist die Tinte der Unterschrift des Präsidenten unter das 1,9-Billionen-US-Dollar schwere Konjunkturpaket trocken, wird schon über ein weiteres, diesmal Drei-US-Billionen-Dollar schweres Infrastrukturinvestitionsprogramm diskutiert. In Europa hingegen läuft die Umsetzung des EU-Wiederaufbaufonds äußerst schleppend an. Die jüngste Entscheidung des deutschen Bundesverfassungsgerichts könnte für weitere Verzögerungen sorgen.

Die anderen Volkswirtschafts-Blöcke USA und Asien sind schneller 
Insofern ist also absehbar, dass Europa auch in diesem Zyklus wieder nur die Rücklichter von Volkswirtschaften wie den USA oder einigen Schwellenländern, besonders aus Asien, sehen wird. Das heiße jedoch nicht notwendigerweise, dass die europäischen Börsen darunter übermäßig stark leiden sollten, so die DWS-Experten. Für die großen europäischen Unternehmen sei aufgrund ihrer hohen Exportquote die Weltkonjunktur schließlich wichtiger als die Konjunktur in ihren Heimatländern. (kb)

 

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