Das Fachmagazin für institutionelle Investoren

Geben Sie Ihren Benutzernamen und Ihr Passwort ein, um sich an der Website anzumelden:

News Übersicht

| Märkte
twitterlinkedInXING

Euro-Hochzinsanleihen: Default-Risiken so hoch wie noch nie

Die implizite Ausfallrate bei Euro Hochzinsanleihen ist zuletzt bei rund 50 Prozent gelegen und war damit so hoch wie noch nie in der Geschichte, merkt OFI Asset Management an.

Jean-Marie Mercadal
Jean-Marie Mercadal, OFI Asset Management
© OFI Asset Management

Wie Jean-Marie Mercadal, CIO von OFI Asset Management, in einer aktuellen Markteinschätzung hinweist, haben sich die Spreads aufgrund der Aussichten auf eine Rezession und vor allem aufgrund fehlender Liquidität in der Eurozone dramatisch ausgeweitet: um 150 Basispunkte bei Investment-Grade-Anleihen und um fast 700 Basispunkte bei Hochzinsanleihen (gemessen am Index BOFA ML für Investment-Grade und BOA ML für High Yield). „Dies bedeutet, dass die Rendite von Investment-Grade-Anleihen in der Eurozone nahe zwei Prozent für die lange Laufzeit und bei 1,6 Prozent für Anleihen mit einer Laufzeit von ein bis drei Jahren liegt“, hält Mercadal fest.

Neun Prozent Rendite klingen verführerisch
Die Renditen von Euro Hochzinsanleihen liegt laut Mercadal bei fast neun Prozent, was eine implizite Ausfallrate von 50 Prozent in den nächsten fünf Jahr bedeutet. Das gab es Mercadal zufolge noch nie. Zum Vergleich: Historisch gesehen lag die Ausfallrate zwischen 20 und 30 Prozent, wenn der Spread 800 Basispunkte überschritten hat. „Die einzige Ausnahme waren die Jahre nach dem Platzen der Technologieblase 2000. Aber damals gab es viele neue Unternehmen, die zudem in ihrem Sektor überrepräsentiert waren. Bei ausreichender Liquidität raten wir ab sofort zum Investment in diese Anlageklasse – Voraussetzung ist, dass man die Titel halten kann und nicht später zum Verkauf gezwungen wird.“

Emerging Market Debt-Renditen gestiegen
Genauso sanken Schwellenländeranleihen deutlich, insbesondere die in lokaler Währung. Sie wurden durch den Preisrückgang der Hauptwährungen um 15-25 Prozent beeinträchtigt. Einige davon waren auch besonders vom Verfall des Ölpreises betroffen. Auch in diesem Segment beginnen die Kurse Mercadal zufolge wieder attraktiv zu werden, wobei ein großer Teil der schlechten Nachrichten bereits eingepreist ist.

„Der Markt für Schwellenländerstaatsanleihen scheint im Vergleich zu denen der westlichen Welt recht liquide zu sein und bietet derzeit Renditen von sechs bis sieben Prozent bei vier bis fünfjährigen Laufzeiten. Die impliziten Ausfallraten für Staatsanleihen von Schwellenländern sind etwas gestiegen, bleiben aber immer noch niedrig, wenn wir uns die CDS der Staaten ansehen. Die impliziten Ausfallraten haben sich in einigen Frontiermärkten, die sich in USD verschuldet haben, jedoch stark erhöht“, ergänzt Mercadal abschließend. (aa)

twitterlinkedInXING

News

 Schliessen

Mit der Nutzung dieser Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies und unserer Datenschutzerklärung zu. Mehr erfahren