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Euro-Banken schmieden Pläne für Milliarden geparkter Dividenden

Banken wie BNP Paribas und Intesa Sanpaolo haben Milliarden zur Seite gelegt, um Aktionäre für die dividendenlose Zeit zu entschädigen, sobald die EZB Beschränkungen wegen der Pandemie wieder aufhebt. Deutsche Institute sucht man unter den Top 10 mit den größten Ausschüttungs-Reserven vergeblich.

Andrea Enria
Andrea Enria, oberster Bankenaufseher der EZB
© EBA

Die börsennotierten Großbanken mit den fettesten Reserven haben zusammen mehr als 22 Milliarden Euro für Dividenden und Aktienrückkäufe reserviert. Die EZB könnte schon diesen Monat Restriktionen aufheben, die sie im Gegenzug für regulatorischen Erleichterungen während der Pandemie eingeführt hatte. Ihre US-Wettbewerber haben bereits grünes Licht erhalten.

Payout-Potential
Soviel hat sich bei Banken angesammelt, die sobald die Zustimmung der EZB gegeben ist, ihre Aktionäre mit Dividendenausschüttungen bedienen möchten.

Während die Wirtschaft des Euroraums vor Zuversicht strotzt und die Geschäfte wieder anlaufen, signalisieren Entscheidungsträger, darunter EZB-Präsidentin Christine Lagarde, dass das Verbot wahrscheinlich aufgehoben wird. Gleichzeitig ertönen Warnungen, dass der wahre Schaden der Gesundheitskrise noch in den Bilanzen der Kreditgeber berücksichtigt werden muss. Diese Botschaft ist bei den Anlegern angekommen.

Lagarde könnte das Dividendenverbot bald aufheben
“Sie mögen die Beschränkungen lockern, aber wir sind uns nicht sicher, ob die Banken zahlen können, soviel sie wollen”, sagt Romain Boscher, der als CIO für Aktien bei Fidelity International 247 Milliarden US-Dollar verwaltet, gegenüber Bloomberg. “Dies könnte mehr schaden als nützen, weil es zeigt, dass der Sektor stärker reguliert ist als fast jeder andere und damit nicht der beste für Aktionäre ist.” Die EZB hat im März 2020 zunächst ein faktisches Auszahlungsverbot erlassen und im Dezember dann einen relativ strengen Höchstbetrag für Dividenden und Rückkäufe festgelegt. Das Aufsichtsgremium der EZB soll am 23. Juli über die Aufhebung der Obergrenze entscheiden.

Pandemie-Underperformer sind die europäischen Banken
Die Performancedifferenz zwischen US-amerikanischen und europäischen Banken hat sich zu Zeiten von Corona ausgeweitet.

“Wir werden hoffentlich bald diese Dividendenempfehlungen zurückziehen”, so der oberste Bankenaufseher der EZB, Andrea Enria, bei einer Online-Konferenz letzten Monat. Er warnte jedoch auch: “Es ist klar, dass es noch viel Unsicherheit gibt und die Kreditrisiken in den Büchern der Banken nicht eingetreten sind, daher sollte Besonnenheit in den kommenden Monaten die Richtschnur sein.”

Die höchsten Reserven für Dividenden hat BNP Paribas beiseite gelegt
Sie verfügt über rund 3,9 Milliarden Euro Eigenkapital, die schon als Dividende für 2019 eingeplant waren, und weitere mehr als 1,9 Milliarden Euro, die für 2020 übrig bleiben. Finanzvorstand Lars Machenil sagte im November, er sei “nicht in der Kapital-Anhäufungs-Branche tätig”.

Rückgabe überschüssigen Kapitals
Europäische Banken könnten ihre nicht benötigtem Finanzreserven zurückzahlen und damit ihre Kurse in die Höhe bringen.

Bei Intesa sind noch 1,9 Milliarden Euro aus dem Gewinn des Vorjahres auszuzahlen. Aus den ersten drei Monaten des laufenden Jahres kommen bereits 1,06 Milliarden Euro hinzu. “Die Zahlung einer großzügigen Bardividende an unsere Aktionäre bleibt eine Priorität”, sagte CEO Carlo Messina zu Analysten im Mai. Die Deutsche Bank hat hingegen erst im laufenden Jahr angefangen, Rückstellungen für Dividenden zu bilden, und dafür im Startquartal 300 Millionen Euro zur Seite gelegt. (kb)

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