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Ethos verschärft seine Ausschlusskriterien

Der Stiftungsrat hat beschlossen, die acht Ethos-Prinzipien für nachhaltige Anlagen zu ändern. So werden fortan sämtliche Unternehmen, die mehr als fünf Prozent ihres Umsatzes mit unkonventionellem Gas und Erdöl erzielen, aus dem Anlageuniversum ausgeschlossen. Das ist aber noch lang nicht alles.

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Ethos-Direktor Vincent Kaufmann
© Ethos

Die Berücksichtigung des Klimawandels ist fester Bestandteil der Ethos-Anlagestrategie.
Zusätzlich zu seinen herkömmlichen ESG-Bewertungen hat Ethos ein CO2-Rating eingeführt, das es ermöglicht, hauptsächlich in Unternehmen zu investieren, die wenig CO2-Emissionen aufweisen oder glaubwürdige Strategien zur Emissionsreduzierung umgesetzt haben. Unternehmen, die mehr als fünf Prozent ihres Umsatzes mit Kohle erzielen, sind seit 2017 formell aus dem Anlageuniversum ausgeschlossen. Des Weiteren veröffentlicht Ethos seit 2014 den CO2-Fußabdruck bei all seinen Aktienfonds. Dieser liegt zwischen 20 bis 80 Prozent  unter demjenigen ihrer Referenzindizes.

Änderung der Ausschlusskriterien
Durch den formellen Ausschluss sämtlicher Unternehmen, die mehr als fünf Prozent ihres Umsatzes mit unkonventionellem Gas oder Erdöl (Ölsand, Schieferöl und -gas, Bohrungen in der Arktis) erzielen, will der Stiftungsrat die Anlagestrategie von Ethos präzisieren. Unternehmen, die am Transport solcher Energieträger beteiligt sind, sind ebenfalls ausgeschlossen. Insgesamt sind rund vierzig Unternehmen des MSCI World betroffen, darunter Noble Energy, ConocoPhillips und Suncor Energy, die  bezüglich Kapitalisierung etwa ein Prozent des Index ausmachen.

Diese Entscheidung hat keine Auswirkungen auf die Zusammensetzung der Ethos-Anlagefonds, da die betroffenen Unternehmen bereits aufgrund größerer Kontroversen im Zusammenhang mit ihrer Tätigkeit oder unbefriedigender ESG-Bewertungen ausgeschlossen  wurden. "Diese Entscheidung erlaubt es aber, solche Ausschlüsse zu formalisieren und sowohl Anlegern als auch der Zivilgesellschaft ein klares Signal zu senden", erläutert Vincent Kaufmann, Direktor von Ethos.

Ökologisches und finanzielles Risiko des Sektors
Die Verbrennung fossiler Energieträger ist eine bedeutende anthropogene Quelle von Treibhausgasemissionen, die den Klimawandel verursachen. Die Ratifizierung des Pariser Abkommens von 2015, das die Erwärmung auf deutlich unter zwei Grad Celsius im Vergleich zum vorindustriellen Niveau begrenzen soll, hat zur Folge, dass ein großer Teil der derzeitigen fossilen Energiereserven nicht mehr wird gefördert werden können. Deshalb stellen die im Bereich der unkonventionellen fossilen Energien tätigen Unternehmen nicht nur eine weit überdurchschnittlich große Umweltbelastung, sondern auch ein erhöhtes wirtschaftliches und finanzielles Risiko dar, da ihre Vermögenswerte in Zukunft blockiert werden könnten (Stranded Assets).

Dekarbonisierung der Realwirtschaft durch Aktionärsdialog
Ethos ist sich im Klaren darüber, dass die Dekarbonisierung der Wirtschaft eine Übergangszeit erfordert. Deshalb wird Ethos weiterhin einen Aktionärsdialog mit Unternehmen führen, die von diesen Ausschlüssen nicht direkt betroffen sind und die glaubwürdige Strategien zur Reduktion  ihrer Umweltauswirkungen umsetzen. Dieses Zusammenspiel zwischen Ausschlüssen und Aktionärsdialog zeitigt in der Tat erste Erfolge, wie das Beispiel der internationalen Initiative "Climate Action 100 +" zeigt.

Climate Action 100 +
An dieser globalen Initiative sind mehr als 450 institutionelle Anleger beteiligt, darunter Ethos und die Mitglieder seines Programms EEP International. Diese fordern die 161 Unternehmen, die weltweit die meisten Treibhausgasemissionen verursachen, auf, ihre Emissionen zu verringern. Im Dezember 2019 kündigte Repsol, eines der von der Initiative anvisierten Unternehmen, als erster Erdölkonzern eine Strategie zur Erreichung der Klimaneutralität bis 2050 an. Dies führte zu einer Wertminderung der Aktiva in Höhe von rund fünf Milliarden Euro, hauptsächlich in Nordamerika.

Energy Transition-Rating 
Um den Fortschritt der Unternehmen und ihre Bereitschaft zur Umsetzung einer glaubwürdigen Energiewende zu messen, wird Ethos sein derzeitiges CO2-Rating ausbauen und ein Energy Transition-Rating ausarbeiten. Diese Bewertung der Energiewende wird die Strategie der Unternehmen bezüglich des Klimawandels und ihre Maßnahmen zur Reduzierung der CO2-Emissionen stärker gewichten als bisher.

Bereitstellung von Ausschlusslisten
Damit die Mitglieder von Ethos ihre eigenen Ausschlusskriterien definieren können, wird Ethos die Informationen zu den von diesen neuen Ausschlüssen betroffenen Unternehmen und zum Grad ihrer Involvierung, gemessen in Prozenten des Umsatzes, auf der Kundenplattform zur Verfügung stellen. Der Zugang zu diesen Ausschlusslisten steht allen Mitgliedern der Engagement Pools (EEP Schweiz und International) offen. (kb)

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