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Ethisch korrekt von der Disruption in der Food-Branche profitieren

Wer in Nahrungsmittel investieren möchte, kann das nicht nur über Zertifikate machen. Welche weiteren Möglichkeiten, Trends — und auch Herausforderungen — es für Anleger gibt, erläutert Dr. Ernst Konrad, Lead Portfoliomanager bei Eyb & Wallwitz.

Dr. Ernst Konrad, Lead-Portfoliomanager bei Eyb & Wallwitz
Dr. Ernst Konrad, Lead Portfoliomanager bei Eyb & Wallwitz, macht sich in seinen Ausführungen Gedanken zu ethisch vertretbaren, disruptiven Investments in die Nahrungsmittelbranche.
© Eyb & Wallwitz

Investitionen in Nahrungsmittel werden mitunter kritisch betrachtet. Es handle sich um Spekulation, die die Nahrungsmittelknappheit in manchen Teilen der Erde verstärken würde, ist oftmals die Begründung. Allerdings: Pauschal stimmt das so nicht. „Investoren können auch ethisch korrekt in die Nahrungsmittelbranche investieren“, sagt Ernst Konrad, Lead Portfoliomanager bei Eyb & Wallwitz. Chancen dafür gebe es genug, so Konrad weiter: „Vor allem in der Landwirtschaft gibt es disruptive Entwicklungen, die für Anleger durchaus spannend sein können.“

Die Rettung des Äppelwoi
Ein sehr spannender und zunehmend bedeutender Sektor ist zum Beispiel die Agrochemie. Denn: Die wandelnden Umweltbedingungen verändern die regionalen Anbaubedingungen und erschweren den Anbau bestimmter Produkte. So zum Beispiel in der Region Frankfurt, die für ihren Äppelwoi bekannt ist. Hier leidet die Apfelernte unter der zunehmenden Trockenheit. Die Kombination aus starker Sonneneinstrahlung und wenig Regen hat dort alleine in diesem Jahr bis zu 30 Prozent einiger rotschaliger Sorten wie Gala vernichtet. Ein Ernteausfall, unter dem nicht nur, aber auch die Äppelwoi-Produzenten leiden. Von den zunehmend trockenen Bedingungen wiederum profitiert der Sojaanbau in Deutschland, der seit Jahren stetig wächst. So haben sich die Flächen mit Sojaanbau 2022 im Vergleich zum Vorjahr auf rund 51.000 Hektar mehr als verdoppelt und im Vergleich zu 2012 insgesamt verzehnfacht.

Genetische Veränderung von Saatgut macht Landwirtschaft zukunftsfit
Mittels sogenannter Crispr-Technik lässt sich die genetische Veränderung von Saatgut beschleunigen, um es besser an die wandelnden Witterungsbedingungen anzupassen — ein wichtiger Schritt, um Ernteausfälle zu reduzieren und unseren Bedarf zu decken. Während die Technologie in den USA schon weit verbreitet ist, steht ihr Einsatz in der EU noch am Anfang. Das bietet Anlegern eine gute Gelegenheit, vom bevorstehenden Wachstum zu profitieren, weiß Dr. Konrad.

Sensoren, Roboter und Drohnen in der Landwirtschaft
Auch abseits der Agrochemie gibt es Disruption in der Landwirtschaft. So ermöglichen innovative Technologien Landwirten, die Bodenbearbeitung, die Bewässerung oder das Düngen zu optimieren — zum Beispiel bestimmte Sensoren, die Menge und Verteilung des benötigten Düngers automatisch an die Bodenbeschaffenheit anpassen. Dr. KOnrad führt aus: "Dadurch sparen die Landwirte eine aufwändige Entnahme von Bodenproben, automatisieren (Teil-)Prozesse und erhalten Entscheidungshilfen. Und selbstverständlich macht die Digitalisierung auch nicht vor der Landwirtschaft halt: So nutzen neue Technologien zunehmend Künstliche Intelligenz (KI), Robotik oder Maschine-zu-Maschine-Kommunikation (M2M) und ermöglichen dadurch, Prozesse zu optimieren oder automatisieren. Auch Drohnen kommen in der Agrarwirtschaft verstärkt zum Einsatz. Mit ihnen können Landwirte unter anderem Felder vor dem Mähen auf versteckte Rehkitze untersuchen oder große Felder überwachen, um Informationen über den Wasser- und Düngebedarf zu gewinnen."

Termingeschäft ist nicht Termingeschäft
Bezogen auf Investitionen in die Nahrungsmittelbranche ist schnell von Termingeschäften oder Spekulation die Rede. Dr. Konrad dazu: "Allerdings müssen wir hier zunächst sauber trennen: Termingeschäft ist nicht gleich Termingeschäft. So verkaufen zum Beispiel Kaffeeanbauer oder Getreideproduzenten einen Großteil ihrer zukünftigen Ernten bereits für mehrere Jahre im Voraus. Diese Vorgehensweise ist kein neues Phänomen, sondern seit jeher ein Verfahren, mit dem sowohl Produzenten als auch Käufer ihre Risiken managen. Ähnliches gilt übrigens im Handel und Vertrieb von fossilen Brennstoffen wie Öl oder Gas." Kleine Randnotiz: Dass das auch nach hinten losgehen kann, erlebt derzeit Uniper. Der Gasimporteur könne aufgrund der gedrosselten Gaslieferung aus Russland zugesagte Lieferungen nicht erfüllen bzw. müsse das Gas extrem teuer am Markt zukaufen. Grundsätzlich dienten Warentermingeschäfte in der Nahrungsmittelbranche allerdings der Planungssicherheit aller Parteien. Sie seien gängige Praxis und dämpften mittelfristig eher Preisschwankungen als diese zu erhöhen, so Konrad.

Rein finanzielle Investitionen in Termingeschäfte sind eine Wette
Dabei handelt es sich um Wetten auf steigende oder fallende Preise ohne Interesse auf Leistungserbringung. Solche Spekulationen werden nicht nur für die Preisvolatilität an den Weltmärkten verantwortlich gemacht und haben daher einen sehr schlechten Ruf. Sie  widersprechen außerdem dem UN Global Compact. „Das heißt aber nicht, dass Anleger auf Investitionen in die Nahrungsmittelbranche gänzlich verzichten müssen“, so Ernst Konrad. „Anleger können in Unternehmen investieren, die disruptive Entwicklungen vorantreiben oder nutzen.“

Wachstumschancen in der Nahrungsmittelbranche gezielt nutzen
Ob Smart Farming, Digital Farming oder Precision Farming: Solche Unternehmen finden sich in allen Bereichen — und zwar vor allem unter den Zulieferern und Produzenten. Besonders spannend sind dabei Aktien von Monopolisten mit starken Marken, da sie eine nachhaltig stabile Marktposition mit überdurchschnittlichen Margen vorweisen. Sogenannte Newcomer sind hingegen aus Anlegersicht mit höherem Risiko verbunden, da sie es im speziellen Landwirtschafts-Sektor oftmals schwer haben, sich langfristig am Markt zu behaupten. So oder so aber gilt laut Ernst Konrad: „Die Nahrungsmittelbranche ist oftmals außerhalb des Fokus vieler Anleger — zu Unrecht. Wenn man genau hinschaut und die richtigen Bereiche ins Visier nimmt, lauern überdurchschnittliche Wachstumsmöglichkeiten. Und zwar auch ethisch korrekt.“ (kb)

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