Das Fachmagazin für institutionelle Investoren

Geben Sie Ihren Benutzernamen und Ihr Passwort ein, um sich an der Website anzumelden:

Risikomanagement - jetzt offensiv Marktchancen nutzen

Ad

Flexibel Chancen nutzen und profitieren – in Zeiten neuer globaler Herausforderungen ist das so wichtig wie nie zuvor. Deshalb gehen unsere Experten bewusst kontrollierte Risiken ein, um Ihre Anlage zu optimieren.

Anzeige
| Vermischtes
twitterlinkedInXING

ETF-Investoren geschädigt: Index-Anbieter verschläft Firmenpleite

Bei der Berechnung eines Dividenden-Barometers unterlief einem Anbieter ein Fehler. Nach einer Dividendenkürzung hätte die Aktie des britischen Baukonzerns Carillion aus dem Barometer fliegen sollen. Das passierte aber nicht. Die Firma ist mittlerweile in die Insolvenz gerutscht.

fotolia_100799203_pathdoc.jpg
© pathdoc / Fotolia

Ein Fehler bei der Berechnung eines Aktienbarometers bescherte Investoren eines börsengehandelten Indexfonds (ETF) möglicherweise ungerechtfertigte Verluste. Der Indexanbieter S&P Dow Jones vergaß bei einer Messlatte, die britische Baufirma Carillion aus seinem Dividendenbarometer zu werfen, berichtet die Wirtschaftszeitung "Financial Times". Das Unternehmen hatte im Sommer 2017 nach einer Gewinnwarnung angekündigt, die Ausschüttung an Aktionäre zu kappen. Demzufolge hätte der Wert bei der nächsten regulären Anpassung im Dezember aus dem Barometer UK Dividend Aristocrats ausscheiden müssen. Doch das geschah nicht. Mitte Januar 2018 meldete Carillion zudem Insolvenz an.

Dieses Versehen hat finanzielle Folgen. Denn auf die Dividenden-Auswahl von S&P Dow Jones bietet die Fondsgesellschaft State Street Global Advisors einen ETF, der auch an der Börse Frankfurt gelistet ist. Aufgrund des Indexfehlers blieb die Aktie bis zur Pleite in dem Papier. Der Kurs der Carillion-Aktie war von über 40 Pfund im Sommer 2017 auf 15 Pfund Anfang Dezember gefallen und notierte zum Jahresende bei 17,25 Pfund. Mit der Insolvenz am 15. Januar 2018 wurde das Papier zu einem Kurs von 14,20 Pfund aus dem Handel genommen.

Fehler nicht bereinigt
Ob die Geldgeber des ETF den entstandenen Schaden ersetzt bekommen, ist derzeit nicht absehbar. Der Produktanbieter State Street sieht den Barometer-Architekten in der Pflicht. "Wir haben S&P gefragt, ob sie die Wertentwicklung der Benchmark anpassen wollen", sagte Noel Archard, globaler Produktchef für das ETF-Geschäft von State Street, der "Financial Times". Im Grunde gehe es darum, die Indexentwicklung so anzupassen, also ob Carillion im Dezember ausgeschieden wäre. "Nach unserer Kenntnis plant S&P derzeit nicht, die Benchmark um den Fehler zu bereinigen."

Ein Sprecher von S&P Dow Jones sagte der "Finanical Times" lediglich: "Wir haben festgestellt, dass Carillion bei der Anpassung im Dezember 2017 aus dem S&P UK High Yield Dividend Aristocrats Index hätte ausscheiden müssen. Nach der Anmeldung der Insolvenz ist die Aktie am 17. Januar gemäß der Methodik aus dem Index entfernt worden." (ert)

twitterlinkedInXING

News

 Schliessen