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ESMA-Studie über AIFs zeigt deren große Bedeutung, aber auch Risiken

Die European Securities and Markets Authority (ESMA) hat ihre zweite Statistik über in der Europäischen Union zugelassene Alternative Investment Funds veröffentlicht. Deren Volumen erreicht mittlerweile fast sechs Billionen Euro. Aber auch deren Marktanteil ist größer als vielfach angenommen.

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© Bits and Splits / stock.adobe.com

Investoren scheinen Alternative Investment Funds (AIFs) viel Vertrauen entgegen zu bringen. Immerhin weisen diese Vehikel allein für die EU ein Volumen von ca. 5,8 Billionen Euro aus. Das zeigt der zweite von der European Securities and Markets Authority (ESMA) publizierte Report über in der Europäischen Union zugelassene Alternative Investment Funds. Der AIF-Sektor in der EU hat im Jahr 2018, gemessen am Net Asset Value (NAV) mit 5,8 Billionen Euro, einen Anteil von fast 40 Prozent an der gesamten EU-Fonds-Industrie. Laut ESMA basieren die Daten auf 30.357 AIFs und decken damit fast 100 Prozent aller am Markt verfügbaren AIFs ab.

Institutionelle dominieren
Ein genauerer Blick zeigt, dass bei AIFs Dachfonds einen Anteil von 14 Prozent haben, gefolgt von Immobilienfonds mit zwölf Prozent, Hedgefonds und Private Equity Fonds mit jeweils sechs Prozent. Der große Rest (ca. 61 Prozent) fällt unter „Andere AIFs“. Darunter werden u.a. Strategien subsummiert, die auf Renten oder Aktien basieren.

84 Prozent aller AIFs werden von professionellen Marktteilnehmern gehalten, während das „Publikum“, also Retail-Anleger, nur auf 16 Prozent kommen. Dabei setzen Privatanleger vorwiegend auf Dachfonds und Immobilienfonds.

Die Aufsicht moniert dabei, dass viele dieser Fonds auf Fondsebene eine tägliche Liquidität versprechen, obwohl die im Fondsvermögen gehaltenen Assets aufgrund ihrer Illiquidität nur schwer innerhalb kürzester Zeit veräußerbar sind, um Fondsanleger auszahlen zu können.

Hedgefonds setzen auf Derivate und Leverage
Wie dem ESMA-Bericht des Weiteren zu entnehmen ist, nutzt die 333 Milliarden Euro (6% Anteil aller AIFs) schwere EU-Hedgefondsbranche Derivate zur Optimierung des Chancen-/Risikoprofils. Gemessen am Brutto-Exposure erreichen Hedgefonds damit 67 Prozent des gesamten AIF-Volumens.

Problematisch ist, dass Hedgefonds Refinanzierungsrisiken ausgesetzt seien, da rund ein Drittel ihrer Finanzierungen sehr kurzfristig erfolgen – nämlich „Overnight“ über den Geldmarkt. Die ESMA räumt aber auch ein, dass Hedgefonds auch große Cash-Reserven halten würden, die als „Buffer“ für mehr Sicherheit sorgten.

Laut ESMA-Chef Steven Maijoor helfen die erhobenen Daten nicht nur bei der Erkennung von Risiken, sondern dienen auch den nationalen Aufsichten bei der Überwachung von AIFs. Darüber hinaus sind die Erkenntnisse hilfreich bei den Konvergenzbestrebungen hinsichtlich der EU-weiten Beaufsichtigung von AIFs. (aa)

 

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