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ESG-Investments brauchen Banker: Algorithmen allein reichen nicht aus

Investitionsentscheidungen im nachhaltigen Anlagebereich erfordern nach Einschätzung von Goldman Sachs eine menschliche Komponente, an die Algorithmen bisher nicht heran kommen.

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Algorithmen alleine sind zu wenig, wenn es um ESG geht.
© Alex / stock.adobe.com

"ESG, Aktivismus und Verantwortung brauchen Menschen”, sagt Thomas Konig (Bild links), Goldmans Vermögensverwaltungschef für die nordischen Länder. Nur ein Teil sei quantitativ zu bewältigen. Mit Soft-Facts beispielsweise kann die Maschine offensichtlich nicht richtig umgehen, weil sich diese einer harten quantitativen Bewertung entziehen. 

Für die ESG-Strategie der Bank ist Skandinavien besonders wichtig
Kunden sind in den skandinavischen Staaten in Bezug auf Umwelt- und Sozialverträglichkeit sowie gute Unternehmensführung besonders anspruchsvoll. Zudem gehört der Sparsektor des Landes pro Kopf betrachtet zu den Größten der Welt. Was sich in Europas Norden bewähre, könnte im Segment deshalb als Blaupause für andere Teile der Welt taugen, meint der Top-Banker, der von der Deutschen Bank zu Goldman Sachs vor einiger Zeit gestoßen war.

Belegschaftsauffstockung 
Aktives Management habe wieder eine Rolle zu spielen, so Konig. Dies sei nicht etwas, dass gegenüber ETFs und privaten Märkten auf dem Rückzug sei. Goldman stockt seine Belegschaft in Skandinavien um 40 Prozent auf.

Vor zwei Jahren war die Lage noch anders
In Reaktion auf das extreme Niedrigzinsumfeld und parallel laufende Märkte wurden Kosteneinsparungen vorangetrieben. Im Zuge dessen profitierten börsennotierte Fonds, von Profis verwaltete Portfolios hatten das Nachsehen. Die Anforderungen von ESG-Investments könnten, so Konig, für den seit Jahren unter Jobabbau leidenden Finanzsektor zum Rettungsanker werden.

Gut gefüllte Produktpipeline mit ESG-ETFs bei Goldman Sachs
Goldman verfüge über eine “eine intensive Pipeline” an neuen Produkten, die in diesem Jahr vorgestellt werden sollen. Ein Schwerpunkt werde dabei der festverzinsliche Bereich sein, so Konig. Die geplanten ETFs sollen dabei aktive Verwaltung umfassen. Konig wäre “nicht überrascht, wenn alle unsere neuen ETFs im ESG-Bereich angesiedelt wären, aktiv verwaltet werden oder über einen bestimmten integrierten Filter verfügen.”

Ausgetrockneter Arbeitsmarkt
Im Finanzsektor der Länder im europäischen Norden zeichnet sich indessen ein Mangel an Arbeitskräften ab. In den kommenden Jahren wird es nach Angaben des dänischen Arbeitgeberverbands an bis zu 8.000 geeigneten Kandidaten für offene Stellen mangeln. Goldman will in der Region bis zum Jahresende rund 70 neue Mitarbeiter einstellen. (kb)

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