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Erholung an den Rohstoffmärkten erreicht Vorkrisenniveau

Dies gilt nicht überall: Edel- und Industriemetalle gewinnen, Energie verliert. Chancen bei Rohstoffen richtig zu nutzen, ist nicht trivial, da ein komplexes Zusammenspiel zwischen Angebot und Nachfrage die Marktdynamik bestimmt. Rohstoff-Finanzmärkte ticken anders als traditionelle Anlageklassen.

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Dr. Markus Ploner, Geschäftsführer von Spängler IQAM Invest
© Spängler IQAM Invest GmbH

So wurden vor einem halben Jahr die Grundgesetze am Ölmarkt neu geschrieben. Weltweite Lockdowns als Reaktion auf die Covid-19-Pandemie lösten einen Nachfrageschock aus und drückten den Rohölpreis sogar in den negativen Bereich. Eine große Einstiegschance für Anleger – oder doch nicht? Heute hat sich der Markt wieder erholt und der Ölpreis für die Sorte WTI pendelt um die Marke von etwa 40 US-Dollar pro Fass.

Rohstoff-Entwicklung seit Jahresbeginn

Quelle: Bloomberg, Barclays; Stand 15.10.2020

Wie stellt sich aktuell die Situation für Anleger nun in den einzelnen Bereichen dar und wie können Chancen in diesem Bereich am besten genutzt werden?

Edelmetalle: Gold als Inflationsschutz und Risikowährung gefragt
Über 13 Billionen Euro an Staatsanleihen verzeichnen bereits eine negative Rendite. Auch bei den bisher noch positiv verzinsten US-Treasuries prognostizieren die Mitglieder der US-Notenbank bis Ende 2023 einen unveränderten Leitzinssatz von 0 Prozent. Das lässt Gold im Vergleich attraktiv erscheinen. „Zusätzlich war Gold nach dem Ausbruch der Coronakrise
aufgrund seines Rufes als Inflationsschutz und als Risikowährung gefragt“, sagt Dr. Markus Ploner, Geschäftsführer von Spängler IQAM Invest. Dieses für das Edelmetall freundliche Umfeld löste einen Kaufrausch aus und ließ den Preis über die Marke von 2.000 US-Dollar je Feinunze klettern.

Energiewende als Antriebsfaktor für Silber
Auch Silber wird schon lange nicht mehr ausschließlich für die Herstellung von Wert- und Schmuckgegenständen genutzt. Über 50 Prozent des Silbers wird als Industriemetall verbaut, z. B. in der Elektronik oder für erneuerbare Energien wie der Photovoltaik. Mit dem „europäischen Grünen Deal“ und den Reformvorschlägen des US-Präsidentschaftskandidaten Joe Biden für saubere Energie sind die Schienen für eine Energiewende der westlichen Welt gelegt. Nachdem Silber während der Coronakrise anhand des Gold-/Silber-Ratio von über 120 (eine Unze Gold kauft 120 Unzen Silber) noch sehr günstig bewertet war, konnte sich der Preis seither mehr als verdoppeln. „Silber wird einer der Gewinner des Klimawandels sein und von den gewaltigen Investitionen sowohl in die Digitalisierung als auch in die Energiewende
profitieren können“, prognostiziert Mag. Thomas Kaiser, CFA, Fondsmanager bei Spängler IQAM Invest.

Gold-/Silber-Ratio

Quelle: Bloomberg, Spängler IQAM Invest; Stand 15.10.2020

Verknappung stützt Preis bei Platin und Palladium
Platin und Palladium waren auch in diesem Jahr wieder von der starken Konzentration der Produzenten Südafrika und Russland geprägt, die etwa 80 bis 90 Prozent des Angebots stellen. Die gestiegene Wahrscheinlichkeit eines Engpasses bei der Versorgung mit Palladium und Platin aus Südafrika, aufgrund von Corona-bedingten Schließungen einiger Minen, stützte
die Preise trotz der schwachen Nachfrage des Automobilsektors.

Industriemetalle: China treibt die Preise
Eine „zweite Welle“ der Ansteckung in den USA im Sommer und bevorstehende Lockdowns in Europa während der Wintermonate werden die Preise der Industriemetalle nicht nachhaltig beeinflussen können. China stellt je nach Industriemetall ca. 50 bis 60 Prozent der globalen Nachfrage und ist somit wesentlich für die Dynamik der Preisentwicklung verantwortlich. Der Basismetallsektor setzte seinen Aufwärtstrend aufgrund der Infrastruktur- und
Immobilieninvestitionen Chinas und der daraus resultierenden starken Nachfrage nach physischen Metallen seit März fort. Kupfer blieb zusätzlich aufgrund von Lieferunterbrechungen unterstützt, da Lateinamerika stark von dem Virus betroffen ist und Minen zum Teil schließen mussten.

Energie: zwischen „Super Contango“ und Marktgleichgewicht
„Dank der relativ disziplinierten Einhaltung der Förderquoten scheint der Ölmarkt seit Jahresmitte ein neues Marktgleichgewicht gefunden zu haben und verzeichnet bislang eine Seitwärtsbewegung“, erklärt Ploner. Die Erholung des Ölpreises kommt aber nicht 1:1 im Depot an. Für mehrere Monate bestand eine Situation in der Kassapreise für Öl deutlich billiger handelten als zukünftig gehandelte Futures-Preise. Eine Marktstruktur, die in dieser scharfen Ausprägung als „Super-Contango“ bezeichnet wird. Das Resultat sind Rollverluste, die Gewinne durch Preissteigerungen des Rohstoffes über die Zeit „auffressen“. Das richtige Zeitfenster für den Einstieg war somit sehr kurz und die Gewinne blieben begrenzt.

Marktfallen ausweichen, Chancen nutzen
Der Strategic Commodity Fund von Spängler IQAM Invest nutzt mit einem disziplinierten quantitativen Ansatz die Chancen des Rohstoffmarktes aus und berücksichtigt dabei einen Nachhaltigkeitsaspekt im Managementansatz. „Wir sehen Rohstoff-Investments aktuell grundsätzlich optimistisch. Industriemetalle sind derzeit in unserem Fonds mit rund 60 Prozent vertreten, gefolgt von Edelmetallen mit rund einem Drittel, Energie nimmt nur einen kleinen Teil ein“, so Dr. Markus Ploner. 

Optimierte Rollrendite
Die Rohstoffselektion des Strategic Commodity Fund versucht anhand der quantitativen Faktoren Value und Sentiment die attraktivsten Rohstoffe auszuwählen und die Rollrendite zu optimieren. Die erwartete Rollrendite wird dabei sowohl bei der Auswahl des Rohstoffs als auch bei der Positionierung auf der Terminkontraktkurve berücksichtigt. „Mit unserem
systematischen Ansatz werden aktuelle Marktgegebenheiten analysiert, um potenziellen Marktfallen auszuweichen und Chancen bestmöglich zu nutzen“, so Kaiser. (kb)

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