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Emissionsausblick Euro-Govies 2018: Fälligkeiten drücken Bruttoangebot

Laut der Publikation "Blickpunkt Rentenmärkte" von LBBW Research klettert das Staatsanleiheangebot der Euro-Staaten 2017 mit voraussichtlich 900 Milliarden Euro um rund sechs Prozent über den Wert des Jahres 2016. Überraschend geht auch das Nettoangebot um zehn Prozent auf 221 Milliarden nach oben.

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© styleuneed / Fotolia

Auch im Jahr 2018 sehen die Experten vom LBBW Research bei robuster Konjunktur eine fortgesetzte Budgetkonsolidierung der Euro-Staaten, die ceteris paribus für ein sinkendes Nettoangebot an Staatsanleihen spricht. Da die Staaten aber weiterhin Anreize haben, über den rechnerischen Finanzbedarf hinaus längerlaufende Anleihen zu emittieren, hält man eine annähernde Stagnation des Nettoemissionsvolumens (Prognose: 218 Milliarden Euro) für wahrscheinlicher.

Volumen fälliger Staatsanleihen sinkt 2018, reduziert Refinanzierungsbedarf

Anders als im Jahr 2017 sinkt im kommenden Jahr das Volumen fälliger Staatsanleihen spürbar, und zwar um fast 30 Milliarden Euro auf 652 Milliarden Euro, und reduziert entsprechend den Refinanzierungsbedarf am Kapitalmarkt. In der Summe dürfte das Bruttoangebot an Euro-Staatsanleihen aus dem Euroraum am Kapitalmarkt im Jahr 2018 um drei Prozent auf 870 Milliarden Euro zurueckgehen.

Steigende Bruttoemissionen in Deutschland, sinkende in Italien und Spanien

In Deutschland geht gemäß der LBBW-Emissionsprognose der Angebotstrend dagegen wohl leicht auf 160 Milliarden (nach 155 Milliarden Euro 2017) nach oben. Dies geschieht aber nur deshalb, weil das Volumen zu refinanzierender Fälligkeiten um über zehn Prozent auf 160 Milliarden Euro steigt. Ein Sinken der Bruttoemissionen erwarten die Experten dagegen für Italien (minus acht Prozent) und Spanien (minus neun Prozent), wobei jeweils in erster Linie ein rückläufiges Fälligkeitsvolumen ursächlich ist. Für Spanien erwarten wir aber überdies ein leicht rückläufiges Nettoangebot.

Erstes Quartal 2018 wie gewohnt emissionsstark

Im ersten Quartal dürften die Staaten wie gewohnt einen überdurchschnittlichen hohen Anteil von gut 30 Prozent ihres Finanzierungsbedarfs für das Gesamtjahr abdecken. LBBW Research erwartet hier Bruttoemissionen von 270 Milliarden Euro, davon rund 100 Milliarden Euro im emissionsstärksten Monat Januar. Im ersten Quartal ist das Nettoangebot zudem durchweg positiv, eine Ausnahme bilden hier Deutschland und Österreich mit negativem Nettoangebot.

Weniger EZB-Unterstützung durch reduziertes Ankaufprogramm 2018

Für den Staatsanleihemarkt ist die Angebotsseite im ersten Quartal angesichts stattlicher Nettoemissionen von rund 100 Milliarden Euro ceteris paribus eher ein Belastungsfaktor, zumal die EZB mit deutlich reduzierten Anleihekäufen weniger Unterstützung bietet. Aus diesem Blickwinkel sollte im ersten Quartal ein gewisser Impuls für den von der LBBW im Jahr 2018 erwarteten moderaten Anstieg der Anleiherenditen gesetzt werden. Die Prognose für Renditen zehnjähriger Bünde per Jahresende 2018 lautet auf ein Prozent.

Euro-Staatsanleiheemissionen am Kapitalmarkt in Milliarden Euro

Quelle: Finanzministerien, Bloomberg, LBBW Research

(kb)

 

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