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Emerging Markets: Wer hat Angst vor Recep Tayyip Erdogan?

Verhageln die strukturellen Schwächen der Türkei – aber auch Argentiniens – den Emerging Market-Anleihen die Performance? Jupiters Schwellenländer-Experte Alejandro Arevalo redet in seiner einschlägigen Analyse nichts schön, erklärt aber auch, welche Chancen sich ergeben könnten.

Erdogan Maduro
Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan (im Bild links neben Venezuelas Staatschef Nicolas Maduro) beunruhigt Emerging Market-Investoren. Verunsichernd wirkt auch die politische Situation in Argentinien.

Wie man diese Gemengenlage aus Sicht Jupiters strategisch am besten verarbeitet, erfahren Sie in der nächsten Darstellung – bitte einfach ins Bild klicken.
© Carlos Becerra / Bloomberg

Die derzeitige Marktstimmung gegenüber Schwellenländeranleihen (EM-Anleihen) lässt sich laut Alejandro Arevalo, Fondsmanager des Jupiter Global Emerging Markets Corporate Bond und des Jupiter Global Emerging Markets Short Duration Bond bei Jupiter Asset Management grob zweiteilen: in strukturelle und taktische Sichtweisen. "Dieses Jahr begann damit, dass sich Marktteilnehmer sehr stark auf eine taktische Sichtweise konzentrierten – das Ergebnis der Handelsbeziehungen zwischen den USA und China. Ursprünglich wurde der Begriff „Handelskrieg“ genutzt, um diese Beziehung zu beschreiben. Dieser verwandelte sich dann in eine „Handelsruhe", als die Beziehung zwischen den beiden Ländern auftaute, bis hin zu „Handelsgesprächen" – inmitten von Anzeichen für Fortschritte bei einem Abkommen", so der Jupiter-Experte.

"Angesichts der Tatsache, wie sehr sich die Rhetorik von Woche zu Woche ändern kann, glauben wir an einen vorsichtigen Ansatz. So können wir unseren Portfolios helfen, widerstandsfähig gegen Schlagzeilen zu sein, anstatt zu versuchen, starke Ansichten über die Handelsfrage selbst zu vertreten. Wir ziehen es vor, nicht das Risiko einzugehen, in einer Woche Recht zu haben und in der nächsten Woche schnell falsch zu liegen", erklärt der Jupiter-Manager die Herangehensweise seines Hauses.

Strukturelle Beispiele
Ein Beispiel dafür, wie Märkte strukturell betrachtet werden können, sind dagegen laut Jupiter die Türkei und Argentinien. Die Schwächen dieser Volkswirtschaften haben sich demnach über Jahre aufgebaut und Stärke lässt sich, wenn überhaupt, auch erst über Jahre hinweg wiederaufbauen. "Unsere strukturelle Sichtweise auf diese beiden Länder ist, dass es zwar einzelne Anleihen mit guten Bewertungen gibt, jedoch das Makrorisiko wahrscheinlich zu einer der höchsten Volatilitäten unter den Schwellenländern führen wird", so Arevalo.

Die Türkei und Argentinien "sind dieser Volatilität jedoch auf sehr unterschiedliche Weise ausgesetzt, wodurch sich neue Anlagechancen für aktive Manager eröffnen. Für uns sind eine differenzierte Betrachtung der einzelnen Länder und ein agiler Investmentstil maßgeblich, um die attraktivsten risikobereinigten Renditen in den Schwellenmärkten zu erzielen. Am Beispiel der Türkei und Argentiniens lässt sich unser Ansatz gut veranschaulichen."

Dennoch wird Jupiter laut Eigenangaben "immer wieder gefragt", ob die Türkei und Argentinien in diesem Jahr die Emerging Markets-Rallye verderben könnten, so wie bereits 2018. "Nachdem die Faktoren, die für den Ausverkauf im vergangenen Jahr verantwortlich waren, weggefallen sind, befinden sich die Schwellenmärkte seit Jahresanfang wieder im Aufschwung. Die erneuten Zuflüsse in die Schwellenländer wurden von einer deutlich zurückhaltenderen US-Notenbank getrieben, die den Dollar im Zaum hält und zu einer gezielten Konjunkturabkühlung in China führt. Das lässt die Bewertungen in den Schwellenmärkten wieder attraktiv erscheinen", so das Fazit. (hw)

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