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EM-High-Yield-Staaten dürften von einer fetten SZR-Spritze profitieren

Zu Beginn der Pandemie versuchte der Internationale Währungsfonds (IWF), seine SZR-Zuteilung an seine Mitgliedsstaaten zu erweitern, um den Entwicklungsländern bei der Bewältigung der Krise zu helfen und zusätzliche globale Liquidität bereitzustellen. Trumps Administration blockierte diesen Versuch.

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Carlos de Sousa, Analyst bei Vontobel Asset Management
© Vontobel Asset Management

Die Trump-Administration blockierte den Versuch, dass der IWF die Sonderziehungsrechte-Zuteilung (SZR) an seine Mitgliedsstaaten erweitert, um die Schwellenländern bei der Corona-Krisenbekämpfung zu unterstützen. Als Argument führte man an, dass dies die Devisenreserven reicher Nationen erhöhen würde, die das Geld nicht benötigten, und dass es Regimen wie Venezuela und dem Iran helfen würde. Jetzt, wo die Biden-Administration das Sagen hat, scheint sich unter den G7-Staaten ein Konsens zu bilden, eine SZR-Zuteilung in Höhe von 500 Milliarden US-Dollar zu genehmigen, was darauf hindeutet, dass während der Frühjahrstagung des IWF eine Einigung erzielt werden könnte. 

G7-Konsens am Horizont zu SZR
Unter den Staats- und Regierungschefs der G7-Staaten scheine sich ein Konsens abzuzeichnen, eine Zuteilung von Sonderziehungsrechten in Höhe von 500 Milliarden US-Dollar durch den IWF vorzunehmen, sagt Carlos de Sousa, Analyst bei Vontobel Asset Management. Dies würde einen sofortigen und nicht an Bedingungen geknüpften Transfer in die Währungsreserven der meisten Länder bedeuten. Das durchschnittliche Land würde eine Aufstockung erhalten, die 7,2 Prozent seiner Devisenreserven oder einem Prozent des BIP entsprechen, aber einkommensschwache und notleidende Länder würden noch höhere Beträge erhalten, die ihnen helfen würden, ihren unmittelbaren Zahlungsbilanzbedarf zu decken, einschließlich gesundheitsbezogener Importe (Impfstoffe, Medikamente und Ausrüstung) sowie die Bedienung ihrer Schulden. 

Großer Devisen-Schub für Argentinien, die Türkei und Sri Lanka
Die beiden großen Schwellenländer verfügen nur über sehr geringe Netto-Devisenreserven, sie würden einen überproportional großen Schub erhalten. Schuldengeplagte Länder mit großen bevorstehenden Fälligkeiten wie Sri Lanka würden relativ gesehen ebenfalls zu den größten Nutznießern gehören. 

Reformverzögerung als Reaktion auf den warmen Geldregen befürchtet
In Argentinien und Sri Lanka könnte die SZR-Infusion zu verzögerten Wirtschaftsreformen führen. Dennoch sollten die Vorteile der SZR-Zuteilung die Kosten bei weitem überwiegen.
Länder, die sich derzeit in der Zahlungsunfähigkeit befinden (Venezuela, Sambia und Libanon) oder sich bereits zu einer Umstrukturierung ihrer Staatsschulden entschlossen haben (Surinam), werden ebenfalls überhöhte Zuteilungen relativ zum BIP erhalten. Carlos de Sousa  führt aus: "Wir glauben jedoch nicht, dass dies eine wesentliche Auswirkung auf die Erholungswerte (Recovery Values) haben wird, da eine einmalige Aufstockung der Devisenreserven die langfristige Tragfähigkeit nicht verbessern wird. Für kleine Nationen ohne Marktzugang wie Tadschikistan, Belize und die Republik Kongo könnte diese SZR-Zuteilung einen großen Teil ihres jährlichen Schuldendienstes abdecken. Viele andere High-Yield-Staaten mit Marktzugang werden eine erhebliche Finanzspritze erhalten. Kleine, vom Tourismus abhängige Länder werden eine Rettungsleine erhalten, während sie auf eine Erholung des weltweiten Tourismus warten." (kb)

 

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