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EIOPAs Solvency II-Review-Entwurf konterkariert EU-Ambitionen

Insurance Europe, der Dachverband der nationalen Verbände der Versicherungsunternehmen Europas, wirkt als Interessenvertretung vor allem auf europäischer Ebene. Nun hat man sich den Solvency II-Entwurf des Reviews der EIOPA zur Brust genommen und dabei Unschönes entdeckt, das man abstellen möchte.

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Insurance Europe will den Solvency II-Review der EIOPA 2020 dazu nutzen, die Versicherer zu entlasten, anstelle das Netz von Vorschriften noch engmaschiger und teurer in Bezug auf die Kapitalunterlegung zu machen.
© Insurance Europe

Insurance Europe hat vor kurzem ein Paper mit dem Titel  “Ambitions for Europe” veröffentlicht, in dem man Regulierungsvorschläge zu vier Themen unterbreitet, die einige Schlüsselziele der neuen EU-Kommission widerspiegeln. Diese betreffen folgende Zielsetzungen: a) Schaffung eines grüneren, nachhaltigeren Europas, b) Antwort auf die Herausforderungen einer alternden Gesellschaft, c) Finanzierung nachhaltigen wirtschaftlichen Wachstums in der EU und d) Aufrechterhaltung einer weltweit konkurrenzfähigen Rückversicherungsindustrie.

EIOPAs Solvency II-Review 2020
Das Regelwerk für die Assekuranz der EU stelle eine Gelegenheit für die EU-Kommission dar, so Insurance Europe, wichtige Verbesserungen anzustoßen, die die Versicherer dazu in die Lage versetzen könnten, viele Ziele der Kommissionspolitik zu unterstützen. Schließlich sei Solvency II das am höchsten entwickelte Regelwerk für Versicherungsunternehmen weltweit. Europas Assekuranz würde dessen risikobasierte Natur  mit seinen hohen Standards im Bezug auf Governance, Risiko-Management, Reporting und Verbraucherschutz durchaus zu schätzen wissen. Jedoch gebe es einigen Änderungsbedarf in wichtigen Teilgebieten der Regulierung, dem durch das Ergebnis des Reviews der EIOPA Rechnung getragen werden sollte. 

Anregungen zur Modifizierung der geltenden Regelungen
So würde Solvency II nicht auf angemessene Weise die Vorteile, die durch die langfristigen Geschäftsmodelle der Branche geschaffen werden, erfassen. Dies führe zu einer Überschätzung von Verbindlichkeiten, Investmentrisiken und Volatlität, woraus zu hohe Kapitalanforderungen resultierten. EIOPA habe zwar eine Vielzahl von Anregungen und Ideen in den Bericht gepackt, von denen stünden aber einige den Zielen der EU-Kommission entgegen.

Aktionistische Bürokratie, nein danke
EIOPAs Konsultation beinhalte Vorschläge, die - so sie geltendes Recht würden - die Kapitalanforderungen an die Assekuranz für langfristiges Geschäft sogar noch erhöhten  anstelle diese zu senken. Dies würde Langfristanlagen auf der Investmentseite verteuern und damit erschweren, was den Zielen der Kommission eindeutig zuwiderliefe, die ja die Assekuranz als größten institutionellen Investor für ihre Vorhaben als Finanzier von Langfristvorhaben benötige. Auch würden Pensionsgarantien und Sparprodukte für Konsumenten dadurch negativ beeinflusst. Die Möglichkeiten der Versicherer, die Transformation der Wirtschaft und des Wachstums in Richtung Nachhaltigkeit zu finanzieren, würden dadurch unnötigerwiese beschnitten, wodurch es für Europa schwieriger würde, im globalen Kontext wettbewerbsfähig zu bleiben. 

Ruhe und Abspecken an der Regulierungsfront gefordert
Anstelle einer Vielzahl von Änderungen auf den Weg zu bringen, von denen einige die Ziele der Kommission beim Umbau der Wirtschaft konterkarierten, sei es ratsam, sich auf Verbesserungen von Solvency II zu konzentrieren, indem man unnötige Erschwernisse und Barrieren abbaue, so Insurance Europe weiter. Dadurch würden nämlich die Versicherer ermutigt, ihrer Rolle beim Verbraucherschutz und als Förderer von Wachstum und Stabilität in Europas Wirtschaft gerecht zu werden. (kb)

 

 

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