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Prognoseregel sendet Negativ-Signal für diese Wirtschaft in 2019

Janus Henderson Investors hat eine Prognoseregel entwickelt, die - basierend auf einem Geldmarkt-Indikator - ein negatives Signal für die wirtschaftlichen Aussichten in Großbritannien aussendet. 2019 wird demgemäß ein (weiteres) schwaches Aktienjahr werden.

Simon Ward, Chefökonom von Janus Henderson Investors
In  einem neuen Blog-Beitrag stellt Simon Ward, Chefökonom von Janus Henderson Investors, eine einfache Prognoseregel vor, die auf Geldmengenwachstum und Aktienkursen basiert. Ihrzufolge wird 2019 ein schlechtes Jahr für die britische Wirtschaft werden, auch wenn ein "No Deal"-Brexit vermieden wird.
© Janus Henderson Investors

Die Prognoseregel hat einen hohen Informationsgehalt in der Vergangenheit aufgewiesen und dabei oft die Prognosen der Ökonomen übertroffen. So zeigte dieser Indikator Ende 2008 ein pessimistisches Bild, bevor das britische GDP 2009 um 4,2 Prozent einbrach. Ein weiteres negatives Signal wurde Ende 2011 vor dem Double-Dip-Scare 2012 gesendet. Ein Jahr später deutete das Verfahren optimistisch auf eine Belebung des Wachstums im Jahr 2013 hin. Die Signale für die letzten fünf Jahre waren neutral.

Signalkonstruktion
Die Regel sieht vor, dass der Wirtschaftsausblick für das Folgejahr dann gut (schlecht) ist, wenn das Dezember-Niveau des realen - also inflationsadjustierten - Geldmengenwachstums sowie der Aktienkurse höher (tiefer) als zwölf Monate zuvor ausfällt. Das reale Geldmengenwachstum wird durch die jährliche Änderungsrate des breiten Aggregats M4, unter Abzug der Entwicklung des Retail Price Index ohne Hypothekenzinsen (RPIX), abgebildet. Die Aktienkursentwicklung wird mit Hilfe des FTSE Local UK Index verfolgt. Dessen Indexmitglieder müssen zumindest 70 Prozent ihrer Umsätze in Großbritannnien und dem restlichen Europa erzielen, wobei diese Kursentwicklung ebenfalls um die RPIX-12-Monats-Entwicklung verringert wird. 

Keine schlechte Trefferquote
Über 52 Jahre von 1966 bis 2017 zeigte das britische Wirtschaftswachstum im Schnitt eine Erhöhung der Wirtschaftsleistung um 2,3 Prozent pro Jahr. Die Prognoseregel gab dabei ein positives Signal für insgesamt 16 Jahre. Das Wirtschaftswachstum in diesen Jahren betrug durchschnittlich 3,8 Prozent. In elf Jahren gab es ein negatives Signal, das sowohl fallende reale Aktienkurse als auch ein negatives reales Geldmengenwachstum widerspiegelte. Das Wirtschaftswachstum lag hier nur bei 0,3 Prozent p.a.. In den restlichen 25 Jahren gab es widersprüchliche - und damit neutrale - Signale. Hier kam es im Schnitt zu einem Wirtschaftswachstum von 2,2 Prozent, das damit nahe am 52-Jahres-Schnitt liegt.

Neutral für 2018
Die Regel gab Anfag 2018 ein neutrales Signal für das Kalenderjahr 2018, denn die reale Geldmengenentwicklung war positiv, die Aktienkursentwicklung negativ. Der Konsensus für das Wirtschaftswachstum 2018 in UK liegt bei 1,3 Prozent und damit unter dem Durchschnitt von 2,2 Prozent für neutrale Jahre. Dieses "Undershooting" kann einen Brexit-Effekt oder eine Verringerung des Potentialwachstums darstellen.

Negatives Signal für 2019
Das negative Signal bleibt bis Ende Januar unbestätigt, denn erst dann werden die Daten zu den Geldmarktaggregaten von Ende Dezember 2018 publiziert. Ende Oktober lag M4ex bei minus 0,6 Prozent und damit tiefer als der Wert von plus 0,7 Prozent von Ende Dezember 2017. Diese ist auf dem folgenden Chart zu sehen. 

Das durchschnittliche Kursniveau des FTSE Local UK Index im Dezember liegt 16 Prozent unter jenem vom Dezember 2017. Berücksichtigt man die RPIX-Inflation von 3,1 Prozent im November, liegen die realen Aktienkurse gar 19 Prozent tiefer als zum Jahresultimo 2017. 

Konsensus zu optimistisch?
Die Konsensus-Schätzungen für das britische Wirtschaftswachstum 2019 beträgt - trotz der nachlassenden weltwirtschaftlichen Expansion und den britischen Leitzinserhöhungen von 0,25 auf 0,75 Prozent - gegenwärtig 1,5 Prozent. Die Prognoseregel hingegen erwartet eine weitere Abschwächung des Wirtschaftswachstums. Es bestehe also ein signifikantes Risiko, so Simon Ward, dass das Wirtschaftswachstums Großbritanniens deutlich schwächer als von den Ökonomen erwartet ausfallen werde. (kb)

 

 

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