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EBA: EU-Banken dürften Kapitalpuffer wegen Klimarisiken erhöhen

Europäischen Finanzinstituten könnten Erleichterungen gewährt werden, ist Aussagen einer hochrangigen EBA-Beamtin zu entnehmen.

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© Joachim Wendler / stock.adobe.com

Angesichts der bevorstehenden strengeren Regulierungsanforderungen im Hinblick auf Klimarisiken geht die Europäische Bankenaufsichtsbehörde davon aus, dass Banken vorsorglich ihre Kapitalpuffer aufstocken werden. Diese Erwartung äußerte Pilar Gutierrez, amtierende Leiterin des Bereichs Berichterstattung und Transparenz bei der EBA im Bloomberg-Interview. 

Die EBA erstellt derzeit Vorlagen, die die Branche im Hinblick auf ökologische und soziale Risiken durch eine neue Ära von Finanzvorschriften leiten sollen. Von den Banken dürfte ab Ende 2022 erwartet werden, mit der Berichterstattung innerhalb des neuen Rahmens zu beginnen. 

Einen klaren Zeitplan für die Einführung neuer Kapitalanforderungen gibt es noch nicht. Doch neigen Banken dazu, strengeren Kapitalanforderungen zuvorzukommen sobald Offenlegungsvorschriften durchgesetzt werden, erklärte Gutierrez.

Banken reagieren auf Regulierungspläne
“Was Offenlegung bewiesen hat, und zwar immer, ist, dass sie ein Katalysator für die Banken ist, die Dinge besser zu machen”, sagte Gutierrez. “Das haben wir 2011 mitten in der Staatsschuldenkrise gesehen, als wir damit begonnen haben, Transparenz in Sachen Eigenkapitalausstattung und Staatsrisiken einzufordern.” 

Auch da hätten Banken in der Folge begonnen, Kapitalpuffer aufzubauen - und sie im folgenden Jahrzehnt rund verdoppelt, so Gutierrez.

Wenn die Banken ihre Umwelt-, Sozial- und Governance-Risiken offenlegen, wird sich das nicht nur auf die ESG-Ratings auswirken, sondern auf eine ganze Reihe von Messgrößen. “Wir gehen davon aus, dass alle Informationen, die die Banken offenlegen werden, in die Kreditratings einfließen werden”, sagte Gutierrez. 

Aufsicht zeigt sich noch milde
Bislang gebe es in der Branche zwar einige Fortschritte. Es mangele bei der Offenlegung aber noch an Vergleichbarkeit. Auch Grünwäsche (Green Washing), also überzogene Darstellung von ESG-Fortschritten, sei ein Problemfeld.     

Vorerst wird die EBA von den Banken nicht verlangen, die ESG-Risiken in ihren Handelsbüchern offenzulegen. Die Europäische Zentralbank wird allerdings prüfen, was mit Aktien- oder Anleiheportfolios passieren könnte, wenn sie Schocks ausgesetzt sind, wie zum Beispiel Verlusten bei den Anleihen von Ölkonzernen.

Die EBA sei sich bewusst, dass die Qualität der ersten Offenlegungen wahrscheinlich “niedriger” ist, als es die Behörde normalerweise tolerieren würde, so Gutierrez. Erhebliche Datenhürden erschwerten das Vorhaben. Dazu gehört die Erfassung der so genannten Scope-3-Emissionen, die von Bankkunden und den Nutzern der Produkte und Dienstleistungen der Kunden verursacht werden.

“Wir sind uns darüber im Klaren, dass es zu Beginn einige Vorbehalte geben wird”, sagte Gutierrez. “Die Banken werden auf Schätzungen zurückgreifen und erklären müssen, wie sie in Ermangelung von Daten die Angaben erstellt haben.” Die Aufsichtsbehörde sei dennoch entschlossen, voranzukommen. “Zögert man es hinaus, werden die Banken die Vorbereitungen aufschieben.” (aa)

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