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Dynamischer Unternehmer 2.0: Stürzt Elon Musk das Auto-Monopol?

Während sich Elon Musk auf Twitter für seine Verdienste als Elektropionier feiern lässt, arbeitet VW-Chef Herbert Diess geräuschlos daran, die E-Mobilität im Massenmarkt durchzusetzen. Aus der Perspektive Joseph Schumpeters ist das ein Wettbewerb zwischen zwei unterschiedlichen Unternehmertypen.

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Dr. Ernst Konrad, Lead Portfoliomanager bei Eyb & Wallwitz, macht sich Gedanken zum Battle Tesla versus VW & Co..


 
© Eyb & Wallwitz

„Move fast and break things” – so lautet ein beliebtes Motto von Start-up-Gründern, die sich mit Haut und Haar einer großen Innovation verschrieben haben. Ein Unternehmertypus, der sich mit dem österreichischen Ökonom Joseph Schumpeter auch als „dynamischer Unternehmer“ beschreiben lässt und für den Industriepioniere wie Karl Benz, August Horch oder Ferdinand Porsche als historische Vorbilder dienen können. Ihre Innovationen – allem voran der Otto- und der Dieselmotor – markierten den Anfang einer jahrzehntelangen Innovationsgeschichte, an deren Ende heutige Großkonzerne wie die Volkswagen AG stehen", sagt Dr. Ernst Konrad, Lead Portfoliomanager bei Eyb & Wallwitz.

Technologie alleine genügt nicht für den Sprung an die Spitze
Klar ist: Elon Musk hat dem E-Auto mit viel Elan und großer Risikobereitschaft zum Durchbruch verholfen. Ohne ihn wäre das derzeitige Tempo der „Elektrooffensive“ von Volkswagen kaum denkbar gewesen. Nicht umsonst verweist Diess in seinen Reden immer wieder auf den Batterie- und Softwarespezialisten aus Kalifornien. Doch Technologie allein genügt nicht, um einen Monopolisten zu verdrängen, weiß Dr. Konrad: "Was es darüber hinaus braucht, ist ein konkurrenzfähiges Geschäftsmodell. Und hier könnte der raketenhafte Aufstieg von Tesla an seine Grenzen gelangen."

Warum Tesla an seine Grenzen stoßen könnte
Der Grund: endlos versponnene Wertschöpfungsketten, riesige Produktionskapazitäten und eine konzernübergreifende Plattformstrategie. Geht es um den Massenmarkt, ist Volkswagen seinem Herausforderer dank großer Skaleneffekte und jahrzehntelanger Kostendegression noch immer überlegen. Konrad dazu: "Das stimmt auch optimistisch für den Bereich der E-Mobilität, in dem der Konzern nun als adaptiver Lerner von einem „second-mover advantage“ profitieren könnte."

Manche Marktbarrieren lassen sich auch mit der besten Technologie nicht überwinden
Und: Der dynamische Unternehmer muss gegenüber dem Manager nicht immer der langfristig Erfolgreichere sein. Eine Situation, in der es sich für einen Herausforderer wie Musk anbieten würde, eine eigene Nische zu besetzen. Konrad führt aus: "So könnte Musk als Marktführer im Luxussegment selbst zum Teil-Monopolisten werden und sein Image als großer Disruptor allmählichen gegen das eines kalkulierenden Strategen eintauschen. Unternehmen wie Apple oder Alphabet, aber auch schon Microsoft haben diesen Übergang bereits erfolgreich bewältigt und sind zum Quasi-Monopolisten geworden. Wenn Musk diese Rolle für Tesla anstrebt, was sicher seinem Selbstbewusstsein schmeicheln würde, sollte er sich mit fähigen Managern umgeben und sich allmählich zurückziehen. Wenn er in seiner Nische bleiben möchte, kann er sich mit dem Übergang noch Zeit lassen." (kb)

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