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DWS zur EZB-Sitzung: Die Ampel steht weiter auf grün

Ulrike Kastens, Europa-Volkswirtin bei der Deutsche Bank-Tochter DWS, erläutert die wichtigsten Erkenntnisse der jüngsten EZB-Sitzung.

Ulrike Kastens
Ulrike Kastens, DWS
© DWS

"Das Wichtigste der heutigen Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) ist schnell zusammengefasst: Alle geldpolitischen Parameter blieben unverändert und die EZB bestätigte ihre Entscheidung vom März, die Ankäufe im Rahmen des Pandemic Emergency Purchase Programme (PEPP) im laufenden Quartal signifikant zu erhöhen", rekapituliert Ulrike Kastens, Volkswirtin Europa bei der DWS, die "Highlights" der EZB-Sitzung.

Ansonsten blieb EZB-Präsidentin Lagarde in ihrer Einschätzung zur wirtschaftlichen Lage eher vage, hält Kastens fest. Kurzfristig überwögen die Abwärtsrisiken, während die mittelfristigen Risiken ausgeglichen beurteilt werden. Wer sich mehr Klarheit erhofft hatte, was die EZB unter günstigen Finanzierungsbedingungen versteht, wurde Kastens zufolge ebenfalls enttäuscht. Es gab keinen Hinweis, ob die Notenbank mit der Entwicklung an den Kapitalmärkten während der letzten Wochen zufrieden war. "Insofern bleiben Unsicherheiten über die geldpolitische Reaktionsfunktion der Zentralbank weiter bestehen. Nur eines wurde deutlich: Über eine Reduktion der Anleihekäufe wurde nicht diskutiert. Dies sei noch zu früh", merkt Kastens an.

Abwarten statt Aktionismus
Alles in allem sei die EZB in einer abwartenden Haltung. Wichtig wird laut Kastens das nächste geldpolitische Treffen im Juni sein, wenn mehr Klarheit über den Impffortschritt besteht und die neuen Projektionen für Wachstum und Inflation vorliegen. Dann müsse die EZB darüber entscheiden, ob sie auch im dritten Quartal ein signifikant höheres Ankaufvolumen für notwendig erachtet. Das PEPP wäre in jedem Fall groß genug, um auch dies zu schultern.

"Sorgen über eine schnellere Rücknahme der Anleihekäufe halten wir nach wie vor für unbegründet. Dazu ist die Unterauslastung der Wirtschaft zu groß, zudem sehen wir den Inflationsanstieg nur temporär und nicht dauerhaft an. Eine Meinung, die auch von der EZB geteilt werden dürfte. Im Gegensatz zu anderen Notenbanken wie der Bank of Canada, die eine Reduktion ihrer Anleihekäufe angekündigt hat, ist die EZB noch weit von einem echten Ausstieg aus der ultra-lockeren Geldpolitik entfernt", erklärt Kastens abschließend. (aa)

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