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DWS & Nomura-Chefvolkswirte kommentieren die besseren Stimmungsindizes

Vor dem Hintergrund der gestiegenen Stimmungsindizes, vor allem jene der Einkaufsmanager, stellt sich die Frage, ob die Konjunktur nunmehr auf einem tragfähigen Boden steht. Die Europa-Chefvolkswirte der DWS und Nomura haben sich die Zahlen näher angesehen.

Martin Moryson, Chefvolkswirt Europa bei der DWS
Martin Moryson, DWS
© DWS

Gute Nachrichten aus der Eurozone: Deren Einkaufsmanagerindizes haben sich kräftig im Juli verbessert. Der Gesamtindex ist von 48,5 Punkten auf fast 55 Punkte gestiegen. Der wesentliche Schub kam dabei laut Martin Moryson, Chefvolkswirt Europa bei der DWS, aus dem Dienstleistungsbereich, der von der Krise ja besonders gebeutelt war. Und hier wiederum waren es die Geschäftserwartungen, die den Index nach oben getrieben haben.

Deutsche Industrie ist wieder optimistischer
Auch die deutsche Industrie blickt wieder deutlich zuversichtlicher nach vorne: die Auftragseingänge sind von 45 Punkten auf knapp 59 Punkte gestiegen, sogar die Auslandsumsätze haben kräftig zugelegt – auf gut 55 Punkte. Die Beschäftigungskomponente hat allerdings nachgegeben und liegt immer noch bei einem trüben Wert von 37,3 Punkten.

Nur nicht zu optimistisch werden...
"Alles in allem bestätigen diese Zahlen unser Bild, dass die Wirtschaft nach dem noch nie gewesenen Einbruch eine ebenso rasante Erholung hinlegen wird. Die alten Niveaus werden jedoch so schnell nicht wieder erreicht", kommentiert Moryson, um anzufügen: "Die guten Zahlen dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, von welcher Tiefe die Wirtschaft gestartet ist und dass es noch ein sehr, sehr weiter Weg ist, bis wieder Vollbeschäftigung herrscht und die Produktionskapazitäten ausgeschöpft sind." Eine ähnliche Sichtweise hat der Europa-Chefvolkswirt von Nomura:

Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer
Die positiven Umfragedaten von Ende dieser Arbeitswoche nicht überzubewerten – dazu rät Nomuras Europa-Chefvolkswirt George Buckley. Zunächst würden die Zahlen eher etwas über die Breite als über die Tiefe der Erholung aussagen. Auch das Umfrageinstitut Markit selbst habe darauf hingewiesen, dass zum Beispiel die britischen Einkaufsmanager die Erholung der Geschäftstätigkeit als "allmählich" empfunden hätten.

Laut Buckley wird die Anfangsphase der Erholung, gemessen an den Wachstumsraten, immer stark aussehen. Doch absolut gesehen liegt die Aktivität noch weit unter dem Level vor der Krise.

Andere Betrachtungsweise
Eine Alternative zur Interpretation dieses Frühindikators ist, im Zeitverlauf die jeweilige Differenz zum Wert von 50 zu kumulieren, wie nachfolgende Nomura-Grafik zeigt:

 

Die Einkaufmanagerindizes der verschiedensten Wirtschaftsregionen sind zuletzt von Rekordtiefs aus etwas gestiegen.

Rückkehr zur Normalität?
Sollte sich das aktuelle Niveau der Einkaufsmanagerindizes fortsetzen, würden wir tatsächlich relativ schnell zur Normalität zurückkehren – bis zum nächsten Frühjahr in Großbritannien und im nächsten Herbst im Euroraum. "Dies ist jedoch unwahrscheinlich; wahrscheinlicher ist vielmehr, dass wir in der Anfangsphase der Erholung schnelle Wachstumsraten sehen, die dann danach wieder "normaleren" Raten weichen", erklärt Buckley abschließend. (aa)

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