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DWS: Kommt eine neue Rechtsform und eine Abnabelung von der Mutter?

Die Deutsche Bank-Tochter DWS könnte ihre bestehende Rechtsform auf eine Aktiengesellschaft ändern, um mehr Selbständigkeit zu erlangen. Denn derzeit kann die Mutter bei der DWS durchregieren.

Stefan Hoops, DWS
Stefan Hoops, DWS
© DWS

Der Vorstandsvorsitzende der DWS Group, Stefan Hoops, erwägt eine Änderung der Rechtsform, um die Fondssparte der Deutschen Bank für die Minderheitsaktionäre attraktiver zu machen, berichtet Bloomberg News.

Eine Option sei es, die DWS zu einer Aktiengesellschaft zu machen, berichten mit der Angelegenheit vertraute Personen. Derzeit firmiert die DWS als Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA), was die Konzernmutter Deutsche Bank bevorzugt. Es ist nicht klar, ob Hoops diese Idee schon beim Investorentag am 7. Dezember vorstellen will, hieß es.

Hoops nimmt im Vorfeld der Veranstaltung eine eingehende Bestandsaufnahme der DWS vor. Sechs Monate nach seinem Amtsantritt als CEO will er seine Strategie für den Vermögensverwalter darlegen. Die Attraktivität der DWS für Kunden und Investoren ist dabei ein wichtiger Aspekt. Hoops hat erst vor wenigen Tagen intern Zweifel an der Stärke der Marke DWS in Regionen außerhalb des Heimatmarktes geäußert.

Die Rechtsform der KGaA ist eine Mischform aus Kommanditgesellschaft und Aktiengesellschaft. Die DWS hat in ihrem Börsenprospekt darauf hingewiesen, dass diese Struktur die Bewertung der DWS belasten könne, weil “viele Investoren damit nicht vertraut” sind.

Anleger bewerten die DWS mit dem 7,8-fachen ihrer jüngsten Gewinne. Damit liegt sie unter dem 9,4-fachen von Amundi und dem 13-fachen von Schroders, wie aus von Bloomberg zusammengestellten Daten hervorgeht.

Die Deutsche Bank hatte sich beim Börsengang der DWS Anfang 2018 unter anderem deshalb für diese Struktur entschieden, weil sie es ihr ermöglicht, ihren Anteil auf unter 50 Prozent zu senken, ohne die Kontrolle zu verlieren. Derzeit hält die Bank knapp 80 Prozent der DWS.

Die Rechtsform hat auch zur Folge, dass die Deutsche Bank - und nicht der DWS-Aufsichtsrat - wichtige Entscheidungen treffen können, einschließlich möglicher Änderungen der Rechtsform.

Ein Wechsel zur Aktiengesellschaft würde der DWS mehr Entscheidungsgewalt geben. Hoops hat bereits zuvor erklärt, dass es sein Ziel sei, die Unabhängigkeit der DWS von ihrer Muttergesellschaft zu stärken. (aa)

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