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DWS: Japan und das Endes eines Fluchs

Die Jahrzehnte andauernde Äre von Deflation könnten laut einer DWS-Analyse vor dem Ende stehen. Nicht wenig wird dabei vom Kurs der Bank of Japan abhängen. Rückschläge der Vergangenheit könnten das Verhalten der Notenbank jedoch beeinflussen.

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Der Kursverlauf des Yen könnte nach Jahrzehnten eine Rückkehr zur Normalität abbilden.
© dws

Ende der 1990er-Jahre machte laut DWS das Buch “Dollar and Yen: Resolving Economic Conflict between the United States and Japan” von McKinnon und Oho den starken Yen für die wirtschaftliche Malaise Japans verantwortlich. „Der unaufhörliche – implizite und explizite – Druck der Vereinigten Staaten, den Yen von 360 zum Dollar im Jahr 1971 auf nur 80 im Jahr 1995 aufzuwerten, ist der historische Ursprung von Japans deflationärer Denkweise“, beklagte einer der Autoren und wies darauf hin, wie schwierig es wäre „die Erwartung zunichtemachen, dass der Yen in fünf, zehn oder 20 Jahren stärker sein wird", hieß es im Jahr 1997.

Das Ende einer Ära
Ein Vierteljahrhundert später sieht es laut DWS so aus, als könnte der Fluch eines einst starken Yen und der folgenden deflationären Psychologie endlich zerbröckeln. Mit über 136 Yen zum Dollar nähert sich der Yen einem zuletzt im Sommer 1998 beobachteten Schwächeniveau. Der jüngste Kursrutsch erfolgte, nachdem die Bank of Japan (BoJ) ihre Zusage bekräftigte, die Renditen 10-jähriger japanischer Anleihen unter 0,25 Prozentpunkten zu halten. „Auf der Suche nach höheren Renditen drängen japanische Investoren nun noch stärker ins Ausland, insbesondere Pensionsfonds und Versicherungsgesellschaften“, erklärt Xueming Song, Chefwährungsstratege bei DWS, „Seit 2013 wurde die Abwertung des Yen hauptsächlich durch solche Portfolioflüsse getrieben, von denen tendenziell nur ein kleiner Teil währungsgesichert ist.“

Wie der DWS-Chart der Woche“ zeigt, verlief die Schwäche des Yen in den letzten zwölf Monaten im Gleichschritt mit steigenden Renditen auf 10-jährige US-Treasuries. Letztere spiegeln die Erwartungen einer strafferen Geldpolitik in den Vereinigten Staaten und in weiten Teilen der übrigen Welt wider. Die Bank of England und sogar die Schweizerische Nationalbank haben letzte Woche die Zinsen erhöht. Die Europäische Zentralbank dürfte im Juli nachziehen.

BoJ gegen den Trend
Im Gegensatz dazu scheint die BoJ bereit zu sein, so viele Staatsanleihen wie nötig zu kaufen, um die japanischen Renditen niedrig zu halten, bis die Inflation nachhaltig über zwei Prozent steigt. Ein schwacher Yen treibt die Importpreise weiter in die Höhe. Auch in Japan verstärken die Turbulenzen bei den globalen Energie- und Lebensmittelpreisen, die durch Russlands jüngsten Angriffskrieg in der Ukraine verursacht wurden, den Inflationsdruck. Die Regierung hat vor den Wahlen zum japanischen Oberhaus am 10. Juli mit einem weiteren fiskalischen Konjunkturpaket reagiert. Der Wahlkampf könnte weitere Versprechungen bringen. Die Hoffnung ist, dass die Inflation die Arbeitnehmer endlich dazu veranlassen könnte, höhere Löhne zu fordern, was wiederum die Preise in die Höhe treibt.

Verbrannte Finger
Theoretisch sollten Anzeichen von Inflationsdruck zu einer Lockerung der Zinskurvenkontrolle durch die BoJ führen und den Yen stützen. „Es ist aber noch zu früh, sich darauf zu verlassen“, argumentiert Katrin Loehken, Economist Japan bei der DWS. „Nachdem sich die BoJ schon viele Male die Finger verbrannt hat, dürfte sie diesmal zunächst handfeste Beweise dafür abwarten, dass die Inflationserwartungen tatsächlich steigen, bevor sie ihren Kurs ändert. ” Bis dahin könnte der Yen noch billiger werden. Aber wenn sich das Blatt wendet, wären die Folgen dramatisch, auch für den Rest der Welt. Da japanische Vermögenswerte bereits vergleichsweise günstig erscheinen, dürfte es sich mittelfristig lohnen, sie zumindest im Auge zu behalten. (hw)

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