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DWS: Greenwashing-Vorwürfe gehen ins Leere, Investoren kaufen

Anleger vertrauen dem Asset-Management-Ableger der Deutschen Bank mehr Geld an. Das von der DWS verwaltete Vermögen klettert, auch die Gebühreneinnahmen und der Gewinn steigen. Die Vorwürfe, das Haus habe seine Nachhaltigkeitsbilanz zu sehr aufpoliert, scheint die Kunden nicht zu stören.

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© Alex Kraus / Bloomberg

Die DWS hat in den Monaten von Juli bis September ein Nettomittelaufkommen in Höhe von zwölf Milliarden Euro verzeichnet. Für die ersten neun Monate des Jahres stehen damit Zuflüsse in Höhe von 32,6 Milliarden Euro – ein Rekord, wie die Asset-Management-Tochter der Deutschen Bank mitteilt. Damit scheinen die Greenwashing-Vorwürfe, die das Haus jüngst trafen, die DWS-Kunden nicht zu stören.

ZUr Erinnerung: Die frühere Nachhaltigkeitschefin Desiree Fixler hatte der Gesellschaft vorgeworfen, öffentlich ein deutlich positiveres Bild der ESG-Investments gezeichnet zu haben als es tatsächlich der Fall war. Die DWS bestreitet die Vorwürfe vehement. Die US-Börsenaufsicht SEC prüft Berichten zufolge, ob die Deutsche-Bank-Tochter gegen Vorschriften verstoßen hat. Auch die deutsche Aufsicht Bafin leitete eine Untersuchung ein. Die DWS selbst startete zudem eine hausinterne Überprüfung.

Kosten klettern
Dem Stammgeschäft des Fondsanbieters tun die Negativschlagzeilen indes keinen Abbruch, im Gegenteil: Die Mittelzuflüsse trieben auch das verwaltete Vermögen auf den Rekordwert von 880 Milliarden Euro. In diesem Zuge kletterten die Gebühreneinnahmen, was wiederum den bereinigten Gewinn vor Steuern auf 271 Millionen Euro hievte. Zum Vergleich: Im Vorjahr waren es nur 215 Millionen Euro. Die Kosten kletterten allerdings ebenfalls. Die DWS führt dies auf "einmalige Effekte sowie auf Honorare im Zusammenhang mit Wachstumsprojekten im dritten Quartal" zurück.

Das bereinigte Aufwand-Ertrags-Verhältnis (Cost-Income-Ratio, CIR) verbesserte sich trotz der gestiegenen Ausgaben auf 59,2 Prozent – und liegt damit so niedrig wie noch nie seit dem Teilbörsengang. Auf Sicht von neun Monaten liegt die Kennziffer bei 60,1 Prozent. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum waren es noch 64,3 Prozent gewesen. DWS-Chef Asoka Wöhrmann war angetreten, die Kosten bei dem Haus zu senken und die zum Teil herben Nettomittelabflüsse zu stoppen.

Jahresziel bereits erreicht
Das scheint ihm gelungen zu sein: "Durch unsere engen Beziehungen mit unseren Kunden in Märkten weltweit konnten wir im bisherigen Jahresverlauf Rekordwerte bei Nettomittelzuflüssen, Effizienz und Profitabilität erzielen", kommentiert Wöhrmann die Ergebnisse. "Durch die hohe Nachfrage nach DWS-Produkten und -Lösungen haben wir bereits nach neun Monaten unser mittelfristig  durchschnittlich angestrebtes Nettomittelaufkommen für 2021 erreicht." Die DWS-Aktie notierte am Vormittag leicht im Plus bei 37,94 Euro. Die DWS-Mutter Deutsche Bank vermeldete einen Vorsteuergewinn von 554 Millionen Euro. Das sind 15 Prozent mehr als im Vorjahr. Analysten hatten zudem mit einem Rückgang gerechnet. (ert)

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