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DWS-Aktionärstreffen: Berufung Wöhrmanns war "goldrichtig"

Die Deutsche-Bank-Tochter hält die zweite Hauptversammlung seit ihrem Börsengang ab – wegen der Pandemie rein virtuell. DWS-Chef Asoka Wöhrmann sieht das Haus voll auf Kurs und schlägt eine Dividendenausschüttung vor. Die Anteilseigner haben nur über einen einzigen Gegenantrag zu entscheiden.

DWS
© Alex Kraus / Bloomberg

Trotz Coronakrise und Kursverfall an den Börsen ist die Fondsgesellschaft DWS nach eigener Wahrnehmung voll auf Kurs. Dies sagt Asoka Wöhrmann, Vorsitzender der Geschäftsführung, in seiner Eröffnungsrede auf der Hauptversammlung der Deutschen-Bank-Tochter. Wegen der Pandemie verschob der Asset Manager den Aktionärstreff um fünf Monate und hält ihn als Videokonferenz ab. Dies ist die zweite Vollversammlung seit dem Teilbörsengang des Hauses im Frühjahr 2018.

Wöhrmann unterstrich gegenüber den Anteilseignern die Erfolge, die die Fondsgesellschaft im Geschäftsjahr 2019 verzeichnen konnte. "Wir haben in diesem ersten vollen Jahr als börsennotiertes Haus eine substanzielle Trendwende vollzogen, alle unsere Ziele erreicht und unser Unternehmen wieder auf Kurs gebracht", so Wöhrmann. Das Haus habe 2019 ein Mittelaufkommen von unter dem Strich mehr als 26 Milliarden Euro erzielt. "Das waren die höchsten jährlichen Nettozuflüsse seit 2014."

Kostensparziel früher erreicht
Ferner verwies Wöhrmann darauf, dass die Kostenmaßnahmen beschleunigt wurden. "Als Resultat haben wir bereits 2019 das obere Ende unseres einst mittelfristigen Kostensparziels erreicht und damit ein Jahr früher als geplant", so der DWS-Chef. Neben niedrigeren Kosten war auch die Ertragslage gut. In der Folge sank das Aufwand-Ertrags-Verhältnis auf unter 68 Prozent. "Damit ist uns gelungen, unser Ziel für das Gesamtjahr von rund 70 Prozent klar zu schlagen", sagt Wöhrmann.

Trotz des Corona-Crashs blickt die Führungsmannschaft optimistisch auf das Jahr 2020. Für die ersten neun Monate stünden immerhin 17 Milliarden Euro an Zuflüssen – mehr als in der Situation erwartet. "Es war für alle Marktbeteiligten ein Glück, dass der Schock nur kurzfristig anhielt und die Märkte sich in Rekordzeit wieder erholt haben.", zeigt sich Wöhrmann erleichtert. Zudem will er in Wachstumsfelder investieren, besonders in China. Auch ein Wachstum durch Übernahmen setzt er auf die Agenda.

"Glasklarer Management-Plan"
Angesichts des positiven Ergebnisses lobt DWS-Aufsichtsratschef Karl von Rohr ausdrücklich die Arbeit des DWS-Chefs. "Die Entscheidung, Asoka Wöhrmann im Herbst 2018 an die Spitze der DWS zu berufen, hat sich als goldrichtig erwiesen", so von Rohr. Der Gelobte reicht das Kompliment an die gesamte Belegschaft sowie seine Führungsriege weiter – und fügt selbstbewusst an: "Dies wurde erreicht durch einen glasklaren Management-Plan, den wir zielstrebig umgesetzt haben." Der einstige DWS-Chefanlagestratege Wöhrmann hatte Ende 2018 Nicolas Moreau an der DWS-Spitze ersetzt.

Aufgrund der guten Entwicklung schlagen Geschäftsführung und Aufsichtsrat den Anteilseignern eine Dividende von 1,67 Euro pro Aktie für das Geschäftsjahr 2019 vor. Das entspreche einer Steigerung von mehr als 20 Prozent gegenüber 2018. Die Deutsche-Bank-Tochter hält damit an einer Ausschüttung fest. Im Frühjahr hatte die Europäische Zentralbank unter dem Eindruck der Coronakrise die Geldhäuser der Union angewiesen, Dividendenzahlungen zu verschieben.

Von Nachhaltigkeit "noch weit entfernt"
Von Aktionärsseite kam zu der Tagesordnung nur ein einziger Gegenantrag. Der "Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre" bemängelt, dass die Fonds des Hauses nach wie vor in Unternehmen investieren, die klimaschädliche Geschäfte betreiben sowie in der Waffenherstellung aktiv seien. Von der von Wöhrmann ausgerufenen Ausrichtung auf nachhaltige Investments sei die DWS "de facto noch weit entfernt."

In seiner Rede wies Wöhrmann diesen Vorwurf zurück. "Unternehmen, die auf unser Engagement nicht reagieren und handeln, riskieren, aus dem DWS-Anlageuniversum ausgeschlossen zu werden", so der DWS-Chef. "Vor diesem Hintergrund ist der Gegenantrag meines Erachtens nach übrigens inhaltlich nicht stichhaltig." Er kündigte zudem an, dass das Haus in seinem Handeln klimaneutral werden wolle. (ert)

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