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Drei Trends, die zum Haupttreiber der Fondsindustrie werden

Es dürfte nur eine Frage der Zeit sein, wann die Zuflüsse in passive Produkte jene in aktiv gemanagte Fonds überholen werden. Das ist nur einer von drei Trends, die nach der Erwartung von Detlef Glow, Head of EMEA Research bei Refinitiv Lipper, auch das laufende Jahr bestimmen werden.

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Wer nicht mit der Zeit geht, wird mit der Zeit gehen müssen. 
© Smith / stock.adobe.com

"Trotz der Marktturbulenzen, die durch den Ausbruch des neuartigen Coronavirus und die darauf folgende, durch die COVID-19-Pandemie verursachte Sperrung von Volkswirtschaften rund um den Globus verursacht wurden, scheint das Jahr 2020 ein erfolgreiches Jahr für die europäische Fondsindustrie zu werden", schreibt Detlef Glow, Head of EMEA Research bei Refinitiv Lipper, in seinem wöchentlichen Betrachtung der Entwicklungen in der Fondsindustrie. Auch wenn die endgültigen Zahlen noch nicht vorliegen, sehe es so aus, als ob 2020 das Jahr mit den zweithöchsten Gesamtzuflüssen in Publikumsfonds und börsengehandelte Fonds (ETFs) in Europa sein wird (449,69 Milliarden Euro zum 30. November 2020).

"Allerdings dürften nicht alle Fondspromoter in Europa dieser Ansicht zustimmen, da das Jahr starke Trends bei den Mittelzuflüssen zeigte, die nicht alle Arten von Fonds begünstigten", so Glow weiter. Während sich der Trend zu passiven Produkten fortgesetzt habe, hätten einige aktiv verwaltete Fonds durchaus Mühe, neues Geld einzusammeln. In den ersten elf Monaten des vergangenen Jahres sei etwa ein Drittel (32,42 Prozent oder 145,8 Milliarden Euro) der geschätzten Nettozuflüsse in ETFs und Indexfonds investiert worden. Daraus folgert Glow: "Wenn dieser Trend anhält, ist es nur eine Frage der Zeit, wann die Zuflüsse in passive Produkte die Zuflüsse in aktiv gemanagte Produkte überholen werden."

Der ESG-Trend ist eigentlich keine Überraschung mehr
Der zweite Trend, der sich laut dem Experten von Refinitiv Lipper in den letzten Jahren entwickelt hat, war der Trend zu nachhaltigen Investments. "Nachdem Regierungen und Aufsichtsbehörden ihren Fokus auf Umwelt-, Sozial- und Governance-Themen (ESG) verstärkt haben, war es nicht überraschend, dass wir auch eine steigende Nachfrage von Investoren nach entsprechenden Anlageprodukten beobachten", so Glow. Dennoch sei es überraschend gewesen, dass 53,59 Prozent (241,0 Milliarden Euro) der geschätzten Nettozuflüsse während der ersten 11 Monate in ESG-(Themen-)Investmentfonds und -ETFs investiert wurden.

Entgegen dem allgemeinen Trend bei den Mittelflüssen sei der Großteil dieser Zuflüsse (182,2 Milliarden Euro) in aktiv verwaltete Produkte investiert worden. Das bedeute aus seiner Sicht, dass europäische Investoren durchaus an ein aktives Management glauben, wenn es um die Umsetzung nachhaltiger Anlagestrategien mit allen dazugehörigen operativen Aufgaben wie der Teilnahme an Hauptversammlungen und/oder der Ausübung von Stimmrechten oder anderen Engagements bei Unternehmen gehe.

Alternative UCITS-Produkte werden es auch künftig schwer haben
Ein weiterer Trend, der einen erheblichen Einfluss auf die Zukunft einiger Vermögensverwalter haben kann, sind laut Glow die massiven Abflüsse aus alternativen UCITS-Produkten (– 78,12 Milliarden Euro). "Und das in einem Jahr, in dem alternative Anlagestrategien ihre Stärke hätten unter Beweis stellen können, insbesondere während der Marktturbulenzen im März", wundert sich Glow. Doch wie der Trend zeige, scheinen die Anleger von den Ergebnissen alternativer OGAW-Produkte enttäuscht zu sein, denn 2020 könnte das dritte Jahr in Folge mit Abflüssen aus dieser Art von Produkten sein.

"Diese drei Trends haben das Potenzial, zum Haupttreiber für die Produktentwicklung und Fondsströme in Europa für 2021 zu werden, da zu erwarten ist, dass die Nachfrage der Anleger nach passiven Lösungen und ESG-Strategien auch 2021 und in den Jahren danach anhalten wird", schlussfolgert Glow. Das bedeute, dass die Fondspromoter in Europa ihre Produktpalette entsprechend anpassen müssen, um von diesen Trends zu profitieren.

Wer die Megatrends verschläft, wird manches Produkt schließen müssen
"Ich würde sogar noch einen Schritt weiter gehen und sagen, dass Asset Manager, die sich nicht an diese beiden Megatrends anpassen, mit massiven Abflüssen rechnen müssen, die das Potenzial haben, die Landschaft der europäischen Fondsindustrie zu verändern", warnt der Refintiv-Lipper-Experte. Das Gleiche gelte im Übrigen für alternative OGAW-Produkte, da die Abflüsse aus diesen Produkten zur Schließung einer großen Anzahl von Fonds führen könnten, mit den entsprechenden Auswirkungen für die betroffenen Fondspromoter in der Zukunft. (hh)

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