Das Fachmagazin für institutionelle Investoren

Geben Sie Ihren Benutzernamen und Ihr Passwort ein, um sich an der Website anzumelden:

News Übersicht

| Märkte
twitterlinkedInXING

Hat die Rotation in Value-Aktien Bestand?

Ob die Branchen- bzw. Aktienrotation, raus aus Growth, rein in Value, weiter geht und ob Investoren trotz mittlerweile gestiegener Kurse noch immer in Substanzaktien umschichten solllen, erläutert der Head of Quantitative Strategies bei Degroof Petercam Asset Management.

Philippe Denef, Degroof Petercam AM
Philippe Denef, Degroof Petercam AM: "Die lang erwartete Morgendämmerung des Value-Stils ist endlich da."
© Degroof Petercam AM

„Die Rotation war in Erwartung der globalen Wachstumserholung, die durch massive fiskalische Konjunkturpakete unterstützt und durch immer lockerere Maßnahmen der Zentralbanken und hohe Ersparnisse der Haushalte finanziert wurde, bereits stark“, erklärt Philippe Denef, Head of Quantitative Strategies bei DPAM, Ausmaß und Gründe für die Umschichtungen der Investorengelder in Richtung Substanzaktien.

Anleger noch immer untergewichtet, daher noch Potenzial
Obwohl sich einige zyklische Bereiche von ihren Tiefstständen erholt haben (z.B. Automobile, Technologien, Bergbau, Unternehmen mit starkem China-Engagement), gibt es Denef zufolge immer noch Gelegenheiten bei Themen, die mit der Wiederöffnung in Verbindung stehen, sowie bei Finanzwerten, Energieaktien oder einigen Titeln im Bereich der Verbraucherdienstleistungen. Die Positionierung der Anleger im Value-Stil sei immer noch gering. Das Momentum der jüngsten Gewinnrevisionen habe sich zugunsten von Value-Aktien gedreht. Zudem wird Value von der relativen Bewertung und den immer noch sehr teuren Wachstums- und Qualitätsfaktoren begünstigt.

Value als Hedge gegen steigende Zinsen
Dem DPAM-Experten zufolge bieten Value-Strategien, die positiv mit steigenden Anleihenrenditen korreliert sind (im Gegensatz zu Investments in Technologie- und Wachstumsaktien, die von niedrigen Renditen langfristiger Anleihen profitieren), Anlegern eine natürliche Diversifizierung des Anleihenrisikos und ein Absicherungsinstrument.

„Bislang ist der Anstieg der Anleihenrenditen im historischen Vergleich eher gering ausgefallen. Eine weitere Normalisierung ist zu erwarten, jedoch haben Value-Strategien bislang mit dem Anstieg der Renditen nicht mithalten können“, sagt Denef.

Hohe aufgestaute Nachfrage
Das Vertrauen habe mit der Wirksamkeit der Impfstoffe zugenommen, und nach und nach wird es den Volkswirtschaften möglich sein, sich wieder zu öffnen. Dies wird einen enormen Nachholbedarf an Konsum und Investitionen freisetzen. Gleichzeitig steigen die Inflationserwartungen, da die Rohstoffpreise in die Höhe schießen und die Verknappung in den Lieferketten den Druck nach unten erhöht.

In diesem Umfeld werden steiler werdende Renditekurven unterstützend wirken, ebenso wie der allgemeine Rückgang der politischen Unsicherheiten. Die Aktienrotation wird laut Denef vom Rückenwind der Anleihenmärkte profitieren. Aktien mit hohem Multiplikator werden unter Beschuss bleiben, da die Renditen ihren Wert erodieren.

Zweiter Schub für Value erwartet
Alles in allem werden die finanziellen Bedingungen weiterhin risikofreudige Strategien und die relative Outperformance des Value-Stils begünstigen. In jedem Fall werden, wie üblich nach einer Periode starker Sektorrotation, die Bewertungsprämien Branchen übergreifend zurückgehen und dem Faktor Value einen zweiten Schub geben. In Europa wurde das Tempo der Erholung durch eine langsamer als erwartete Einführung von Impfstoffen gebremst, aber die USA treiben ihr Impfprogramm und die massiven fiskalischen Anreize voran. Die USA werden der erste Nutznießer des Reflations-Trades sein und dies auf den Rest der Welt übertragen! „Die lang erwartete Morgendämmerung des Value-Stils ist endlich da“, erklärt Denef abschließend. (aa)

twitterlinkedInXING

News

 Schliessen

Mit der Nutzung dieser Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies und unserer Datenschutzerklärung zu. Mehr erfahren