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ZEW: Für welche Branche überraschender Optimismus vorherrscht ...

Der Ausblick auf 2021 hat sich laut ZEW deutlich verbessert. Sektorweise gibt es aber deutliche Unterschiede: Während Banken das Schlusslicht bilden, weist eine andere Branche verblüffend gute Werte aus – welche das ist und weitere Details haben wir im Rahmen der Bildgalerie zusammengefasst.

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The Walking Dead
Die wirtschaftspolitischen Corona-Maßnahmen könnten auch zu ungewollten Nebeneffekten führen, etwa zu einem Anstieg der Anzahl an sogenannten Zombieunternehmen. Diese Unternehmen sind an sich insolvent und unprofitabel, werden aber durch die wiederholte Zuführung von Krediten künstlich am Leben gehalten.

Mehr Untote
So befürchten 58 Prozent der befragten Finanzmarktexperten/-innen einen geringen und 39 Prozent einen starken Anstieg an Zombieunternehmen in Deutschland als Folge der wirtschaftspolitischen Maßnahmen zur Milderung der wirtschaftlichen Effekte der Corona-Krise. Aus Sicht der Experten/-innen wird die Zunahme der Zombieunternehmen vor allem durch die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht verursacht: Insgesamt 61 Prozent der Befragten schreiben ihr einen sehr starken Effekt zu. Des Weiteren werden staatliche Kredite über die KfW (23 Prozent) und das Kurzarbeitergeld (17 Prozent) als Ursachen genannt. Kaum einen Einfluss auf den Anstieg an Zombieunternehmen wird dagegen der Senkung der Mehrwertsteuer beigemessen. „Während es zu Beginn der Krise richtig und wichtig war, diese Maßnahmen schnell einzuführen, geht es nun darum, die Rückwirkungen auf den Bankensektor und die Entstehung von Zombieunternehmen möglichst einzudämmen. Hierfür sind verschiedene Wege gangbar, die beispielsweise die Ausstattung von Unternehmen mit Eigen- statt Fremdkapital oder das Vorgehen der Bankenaufseher betreffen“, erläutert Kirschenmann.
© zew

Die Maßnahmen, die zur Milderung der wirtschaftlichen Effekte der Corona-Krise ergriffen wurden, haben die deutsche Wirtschaft bisher weitgehend stabilisiert. Für das erste Halbjahr 2021 erwarten Finanzmarktexperten jedoch eine Zunahme an Unternehmensinsolvenzen und Kreditausfällen. Außerdem werde die Anzahl sogenannter Zombieunternehmen, also Unternehmen, die eigentlich insolvent sind, jedoch mit Krediten künstlich am Leben gehalten werden, steigen (siehe auch den aktuellen Beitrag zu Zombieunternehmen in der Printausgabe 4/2020). Zu diesen Ergebnissen kommt die Auswertung der Sonderfrage im aktuellen ZEW-Finanzmarkttest, an dem sich 174 Finanzmarktexperten beteiligt haben. Die Umfrage hat das ZEW Mannheim im Dezember 2020 durchgeführt.
 
Weitreichende Maßnahmen
Zum Hintergrund: Um die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie abzufedern, hat die Bundesregierung weitreichende Hilfsmaßnahmen eingeführt. So wurde beispielsweise die Insolvenzantragspflicht für Unternehmen zwischen März und September 2020 komplett ausgesetzt, die Voraussetzungen für Kurzarbeitergeld erleichtert und zahlreiche Kredit- und Zuschussprogramme aufgelegt.

Diese Maßnahmen haben sich stabilisierend auf die deutsche Wirtschaft ausgewirkt. Die ergriffenen Maßnahmen führen, zumindest teilweise, jedoch lediglich zu einer zeitlichen Verlagerung der negativen wirtschaftlichen Folgen durch Lockdown und anderer Beschränkungen. So zeigen die Umfrageergebnisse der Sonderfrage des ZEW-Finanzmarkttests, dass die überwiegende Mehrzahl der befragten Finanzmarktexperten eine Zunahme der Unternehmenskonkurse innerhalb der kommenden sechs Monate erwartet: 43 Prozent der Befragten gehen dabei von einem leichten Anstieg aus, während 55 Prozent einen starken Anstieg erwarten.

Wie die – teils überraschenden – Erwartungen für Deutschland allgemein-, und für den Bankensektor im Speziellen aussehen, haben wir über die entsprechenden Info-Grafiken in der Bildgalerie oben zusammengefasst – bitte entweder oben ins Bild, oder einfach hier klicken. (hw)

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