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Dividendenausschüttungen 2022 in Europa jagen von Rekord zu Rekord

Allianz Global Investors (AllianzGI) prognostiziert für 2022 einen Anstieg der Dividenden-Ausschüttungen in Europa um etwa acht Prozent auf rund 410 Milliarden Euro. AllianzGIs Dividendenstudie zeigt: In Zeiten allgegenwärtiger Disruption bleiben Kapitaleinkommen durch Dividenden verlässlich.

Hans-Jörg Naumer
Dr. Hans-Jörg Naumer, Leiter Kapitalmarktanalyse und Autor der AllianzGI Dividendenstudie 2022
© AllianzGI

Europäische Aktieninvetsoren können sich für 2022 auf einen warmen Dividendenregen freuen. Nach einem Coronakrise-bedingten Einbruch bei den Dividendenzahlungen im Jahr 2020 haben die Unternehmen des breiten europäischen Aktienindex MSCI Europe ihre Ausschüttungen im vergangenen Jahr wieder um rund ein Drittel angehoben, und zwar auf rekordhohe 378 Milliarden Euro. Und hierauf werden sie 2022 voraussichtlich erneut einen draufsetzen: Schätzungen von Allianz Global Investors (AllianzGI) zufolge ist für 2022 mit einem weiteren Anstieg der Dividendensumme um rund acht Prozent auf etwa 410 Milliarden Euro zu rechnen. 

V-förmige Dividendenentwicklung
„Etwas anders als beim Konjunkturbild zeigte sich bei den Dividendenausschüttungen 2021 eine ausgeprägte V-förmige Entwicklung“, erläutert Jörg de Vries-Hippen, CIO Equity Europe bei Allianz Global Investors. „Mit zrika 378 Milliarden Euro setzten die Zahlungen 2021 in etwa den Trend fort, der bis 2019 angelegt war. Und 2022 dürfte es weiter nach oben gehen, auf einen neuen Rekordwert von rund 410 Milliarden Euro.“ In vielen europäischen Ländern schütteten zuletzt zwar immer noch etwas weniger Unternehmen aus als vor der Pandemie. Diejenigen Firmen aber, die Dividenden zahlten, konnten und wollten ihren Aktionären nach der mageren Kost des Vorjahres wieder mehr bieten. „Hierin spiegelt sich einmal mehr wider, dass die Dividendenpolitik vieler Unternehmen auf stetige, mitunter sogar stetig steigende Ausschüttungen abzielt“, so de Vries-Hippen. 

Unterschiedlich hohe Anstiege von Dividendenzahlungen in Europa
Für 2022 erwartet AllianzGI in den größeren europäischen Ländern – Deutschland, Frankreich, Italien – sowie Österreich niedrige zweistellige Wachstumsraten bei Dividendenausschüttungen (Zuwächse von jeweils zehn bis 13 Prozent), für die Schweiz rund neun Prozent. In Spanien, das in den letzten Monaten relativ gut durch die Pandemiewellen gekommen ist, kann es sogar 15 bis 20 Prozent nach oben gehen. In Großbritannien hingegen dürfte der Dividendenanstieg mit im Schnitt etwa vier Prozent verhaltener ausfallen. Hierbei spielen laut de Vries-Hippen auch anhaltende Brexit-bedingte Belastungen der britischen Wirtschaft eine Rolle. 

Allianz Global Investors Dividendenstudie 2022
„Wie bereits in der Vergangenheit trugen Dividenden nicht nur, aber vor allem in Europa auch 2021 substanziell zur Rendite von Aktien bei“, stellt Dr. Hans-Jörg Naumer, Leiter Kapitalmarktanalyse und Autor der AllianzGI Dividendenstudie 2022, fest. Infolge der Coronakrise ist die Dividendenrendite in Europa zwar in den letzten zwei Jahren gesunken. Mit etwa 2,5 Prozent lag sie 2021 aber immer noch deutlich über den Nominalrenditen vieler Rentenmarktpapiere. 10-jährige Bundesanleihen etwa wiesen übers gesamte letzte Jahr hinweg eine negative Rendite aus. 

Noch klarer zeigt sich die Bedeutung von Dividenden in einer Langfristbetrachtung
Naumer hebt hervor: „Dividenden verleihen vielen Portfolios Stabilität, vor allem in Jahren mit negativer Kursentwicklung, da sie dann Kursverluste ganz oder teilweise kompensieren können. Unseren Berechnungen zufolge liegt die durchschnittliche Aktienvolatilität von Dividendenzahlern signifikant und systematisch unter der der Nicht-Zahler – wir reden hier für den breiten europäischen Aktienmarkt von mehr als zehn Prozentpunkten Unterschied. In Europa ist die Dividendenkultur dabei im Vergleich zu den USA und Asien besonders stark ausgeprägt. Im Zeitraum 1976 bis Ende 2021 waren hier ungefähr 34 Prozent der gesamten Aktienerträge auf Dividenden zurückzuführen. 

Conclusio
„Für Anleger bleiben Dividenden daher von zentraler Bedeutung“, fasst Naumer zusammen und stellt fest: „In einer Zeit allgegenwärtiger Disruption – Stichworte Künstliche Intelligenz und Robotik, Grünes Wachstum, Klimawandel sowie Pandemie – ist eines verlässlich: Kapitaleinkommen durch Dividenden. Krisen perlen hieran zwar nicht ab, Dividenden zeigen allerdings ein Maß an Verlässlichkeit, das gerade in Zeiten des Wandels sehr willkommen ist.“ (kb)   

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