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Diskurs: Darf fusionierte Sparkasse eine AG werden?

Fast alle 380 Sparkassen sind öffentlich-rechtliche Körperschaften, die von Städten, Gemeinden und Landkreisen getragen werden. Ein Institut aus Schleswig-Holstein denkt nun darüber nach, Anteile an Kunden auszugeben – und so zur "Bürger-Sparkasse" zu werden.

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© Adam Berry / Bloomberg News

Die geplante Rechtsform einer fusionierten Sparkasse im Norden Deutschlands sorgt im öffentlich-rechtlichen Bankensektor für Diskussionen. Die Förde Sparkasse aus Kiel und die Sparkasse Mittelholstein aus Rendsburg möchten bis Ende dieses Jahres einen möglichen Zusammenschluss ausloten. Das Institut soll eine Aktiengesellschaft werden. "Damit könnten wir über die Ausgabe von Aktien einen wichtigen Schritt in Richtung 'Bürger-Sparkasse' gehen", zitiert das "Handelsblatt" Götz Bormann, den Vorstandschef der Förde Sparkasse. "Kunden könnten sich so direkt an ihrer Sparkasse beteiligen."

Dieses Vorhaben sorgt für Gegenwehr, berichtet die Wirtschaftszeitung. Hans-Günter Henneke, der Vizepräsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV), sehe "immense Sprengkraft für den gesamten Sparkassensektor" und befürchtet "eine schleichende Privatisierung kommunaler Sparkassen".

Diese könnten ihren Aufgaben am besten als öffentlich-rechtlich organisierte Kreditinstitute gerecht werden, meint der DSGV. Zum konkreten Einzelfall wollte sich der Verband jedoch noch nicht äußern, weil man ihn noch nicht geprüft und bewertet habe.

"Die Fusion hat keine Sprengkraft"
Die Förde Sparkasse ist aktuell eine öffentlich-rechtliche Körperschaft – wie fast alle Sparkassen. Die Sparkasse Mittelholstein dagegen firmiert bereits als AG. Mehrheitseignerin ist die Haspa Finanzholding, die auch die Hamburger Sparkasse (Haspa) besitzt. Die Haspa ist ebenfalls eine AG. Laut "Handelsblatt" gab es schon früher Bedenken, die Haspa Finanzholding könne ihren Einfluss in Schleswig-Holstein ausweiten.

"Die Fusion hat keine Sprengkraft und keine Wirkung auf ganz Deutschland", kontert Sparkassenchef Bormann laut "Handelsblatt" die Kritik. Es handele sich um einen Einzelfall, zudem sei der Unterschied zwischen einer Sparkasse als AG und als öffentlich-rechtliches Institut nicht so groß. Die Aktionäre würden im Falle einer Fusion weiterhin die Gemeinwohlorientierung der Sparkasse achten. (bm)

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