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Die neue Weltwirtschaft – vermessen von Amundi

Wohin steuert die globale Wirtschaft? Die Prognosen laufen diametral auseinander, Pascal Blanqué, Group Chief Investment Officer bei Amundi, hat sich mit seinem Team aber zumindest daran gemacht, eine Art Landkarte mit vier Himmelsrichtungen zur Orientierung aufzuzeichnen.

amundi bank of england zentralbank
Vor der Coronavirus-Pandemie herrschte in Finanzkreisen die Vorstellung vor, dass der Spielraum der Zentralbanken sehr begrenzt sei. Auch die Theorie der Unabhängigkeit der Zentralbanken war noch lebendig. Doch nun "gibt es quasi unbegrenzte Unterstützung mit einem neuen Hauptziel, nämlich der kurz- bis mittelfristigen Erhaltung der Wirtschaft. Das Eurosystem wird allein von April bis Dezember Aktiva im Wert von rund 1.050 Milliarden Euro, also fast 9% des BIP, erwerben. Die von der Fed angekündigten Maßnahmen sind noch spektakulärer. Sie kaufte innerhalb von vier Wochen 1.195 Milliarden Dollar in US-Treasuries. Und gemeinsam mit dem US-Finanzministerium hat sie mehrere Investitionsvehikel eingerichtet, die private Wertpapiere für mehrere Billionen Dollar kaufen können", so die Amund-Einschätzung, wonach es zwei Begleiterscheinungen der gestiegenen Bilanzen der Zentralbanken gibt:  "Erstens steht die Rolle der Märkte bei der Preisfestsetzung und der Zuteilung von Ressourcen zunehmend unter Druck, da die Maßnahmen der Zentralbanken enorme Auswirkungen auf das Funktionieren der freien Märkte haben. Zweitens sind die Transmissionsmechanismen, also der Prozess, durch den die Geldpolitik die Wirtschaft und das Preisniveau beeinflusst, höchstwahrscheinlich verzerrt."

Ambivalente Rolle
Die Rolle der Zentralbanken auf den Anleihemärkten sei außerdem abivalent,  "schwächt und verändert sie doch gleichzeitig unweigerlich die Strukturen der Kapitalmärkte. So könnte ein Teil des Hochzinsspektrums während der ersten Interventionswelle profitieren, in einer zweiten Normalisierungswelle jedoch unter Druck geraten. In ähnlicher Weise könnte im Aktienbereich eine gewisse Überreaktion auf kurze Sicht zu langfristigen Chancen führen. Der an den Programmen der Zentralbanken nicht teilnahmeberechtigte Teil der Märkte wird anfälliger für Zahlungsausfälle werden. Die Zentralbankpolitik wird also eine Schlüsselrolle bei der Gestaltung eines künftigen Regimes spielen", so die Schlussfolgerung des Amundi-Teams.
© RZ

Wenn man dieser Tage eine Gretchen-Frage stellen will, dann wahrscheinlich eine mit folgendem Wortlaut: "Wie hältst Du's mit der Weltwirtschaft?". Tatsächlich erscheinen die Variablen unendlich, die Aussichten reichen von absoluter Katastrophe bis hin zu einer rapiden Erholung bereits im nächsten Jahr.

Orientierungshilfe
Vor diesem Hintergrund hat sich Pascal Blanqué, Group Chief Investment Officer bei Amundi, mit seinem Team daran gemacht, eine Art Landkarte für die Entwicklung der globalen Wirtschaft und der damit verbundenen sozialen und finanztechnischen Implikationen zu entwerfen. Gemäß den vier Himmelsrichtungen gibt es vier große Trends, die unsere Zukunft bestimmen werden – die Vermessung haben wir in der oben angefügten Bildgalerie zusammengefasst. Also entweder hier oder direkt in das erste Bild oben klicken. (hw)

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