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Die Märkte sind zu teuer? Nein, sie sind zu billig!

Rekordstände in Indizes oder bei Aktien lösen reflexartig Angst vor einem Absturz aus. In den vergangenen Wochen stiegen viele Aktien auf Rekordhöhen – doch das ist noch nicht das Ende der Fahnenstange, meint man bei Moventum Asset Management.

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„In den Märkten steckt zu viel Pessimismus, wir werden eher weitere positive Überraschungen erleben“, sagt Carsten Gerlinger (Bild), Vice President von Moventum Asset Management.
© Team Uwe Noelke / Moventum

Manch gängiges Modell bewertet die Märkte derzeit als überkauft oder sogar überhitzt und beschreibt eine überfällige Korrektur. Ein Grund: Die gute Berichtssaison mit vielen sehr starken und positiven Gewinnüberraschungen wird bereits als eingepreist angesehen, als eine auf die Pandemiekrise folgende Normalisierung. „Dabei werden die Gewinnerwartungen sogar noch eher unterschätzt“, sagt Gerlinger. Die Konjunktur bäumt sich hier nicht nach einem Absturz auf, um dann wieder einzubrechen. „Wir sehen hier weltweit ein nachhaltigeres Wachstum, einen neuen Konjunkturzyklus, der durch die Pandemie-Krise gestartet wurde“, so Gerlinger.

Pandemie wirkt als Katalysator
Denn wie auf manche gesellschaftlichen Themen hat die Pandemie auch bei einigen Unternehmen als Katalysator gewirkt. „Viele haben festgestellt, dass sie in die falsche Richtung unterwegs waren oder zumindest noch viel Ballast mitschleppten“, so Gerlinger. Dies wird jetzt ebenso schnell wie nachhaltig korrigiert. „Hier bedarf es zum Teil hoher Ausrüstungsinvestitionen, um das eigene Unternehmen wieder fit zu machen, neu aufzustellen und dann durchzustarten.“

Maschinen- und Anlagenbau als Profiteur steigender Ausrüstungsinvestitionen
Das aber bedeutet etwa für Maschinen- und Anlagenbauer eine langanhaltende Konjunktur. „Das Beispiel Autoindustrie zeigt deutlich, was zu erwarten ist“, sagt Gerlinger. „Es ist kein Zufall, dass VW in der Corona-Krise den größten Schwenk seiner Geschichte ankündigt, verbunden mit Milliardeninvestitionen.“ Auch die anderen deutschen Autobauer gehen neue Wege, sourcen Teile der Fertigung benötigter Komponenten ein und investieren etwa in Batterieforschung und -bau oder sogar in die Chip-Produktion.

Unternehmensprofitabilität könnte dadurch weiter steigen
„Hier entstehen ganze Industrien neu – mit allen Kaskadeneffekten bei Zulieferern, Anbietern der Anlagen, Maschinen und so weiter“, sagt Gerlinger. „Das ist eine sehr nachhaltige Konjunktur, die sich da aufbaut, und sie wird zu weiter steigenden Gewinnen führen.“ Insofern ist davon auszugehen, dass die Unternehmen noch einmal profitabler werden, die jetzt schon für hoch erachteten Kurse weiter steigen könnten. „Wenn zu viele Marktteilnehmer Angst vor einem Absturz haben, mag es zu einer Delle kommen“, sagt Gerlinger. „Das wäre eine sich selbst erfüllende Prophezeiung.“ Die Annahme dahinter, es handele sich bei der derzeitigen Erholung um eine Pandemie-getriebene Eintagsfliege, sei aber falsch.

Positive Kaskadeneffekte geortet
Auf mittlere und lange Sicht wird die neue Gewinndynamik auch die Märkte mitreißen. „Insofern ist es aus Risikosicht durchaus angebracht, die Meinung der anderen bei der Anlage zu berücksichtigen“, sagt Gerlinger: „Trotzdem sollte nicht in der Erwartung eines tiefen Absturzes angelegt werden, sondern in Erwartung eines neu angefachten Konjunkturzyklus mit steigenden Gewinnen weltweit.“ (kb)

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