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Die Hidden Champions der "grünen" Industrie

Die EZB will unter Christine Lagarde stärkeres Augenmerk auf grüne Fiskalpolitik der Euro-Staaten und nachhaltig operierende Unternehmen richten. Wo sich dadurch interessante Chancen bieten, erläutern Nick Edwards und Ian Mortimer von der britischen Fondsboutique Guinness Asset Management.

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Nick Edwards, Guinness Asset Management
© Guinness AM

Für Investoren in Europa hat der Amtsantritt der neuen EZB-Chefin Christin Lagarde ausgesprochen interessante Perspektiven eröffnet: Wie erwartet wird die EZB ihre schon unter Mario Draghi begonnene Geldpolitik und das Anleiheaufkaufprogramm fortsetzen. Lagarde aber zieht nun auch die Möglichkeit in Betracht, zumindest einen Teil des EZB-Kaufprogramms auf die grüne Finanzpolitik der Euro-Staaten und kohlenstoffarme Vermögenswerte auszurichten. 

Grüne Fiskalpolitik in Europa befördert grüne Investmentstrategien
Der Umweltaspekt ist über die so genannten ESG-Kriterien schon seit längerem eine wesentliche Entscheidungsgrundlage für viele Vermögensverwalter und Anleger. Eine grüne Fiskalpolitik, die von Staaten mit viel fiskalischem Spielraum betrieben wird, hat aus Sicht von Guinness AM gute Chancen, Investoren in eine „grüne“ Investmentstrategie zu lenken. Vor allem Quality Equity Unternehmen sind in Branchen wie Umwelttechnologien und Elektromobilität stark integriert.

Schlüsseltechnologien für Elektrofahrzeuge und Verpackungen
Ein Unternehmen ist der Industriegüterkonzern Aalberts aus dem niederländischen Venlo. Alberts ist Marktführer in den Bereichen Strömungskontrolle, Oberflächentechnologien und fortschrittliche Mechatronik und bietet Produktivitätssteigerungen in Bereichen wie Heizung, Klimatisierung, additive Fertigung, Elektrofahrzeuge, Robotik und Halbleiter. Der niederländische Halbleiterkonzern ASML ist der größte Kunde im letztgenannten Segment.
Das Unternehmen verfügt tendenziell über eine ausgezeichnete Preiskalkulation, die es ihm ermöglicht, weiterhin in zukünftiges Wachstum zu investieren. Gleichzeitig ist Aalberts in Schlüsseltechnologien hervorragend aufgestellt, die im Hinblick auf nachhaltige Produktfertigung immer wichtiger werden. ​

Aalberts verfügt über eine starke Bilanz (Nettoverschuldung zu Eigenkapital von 35 Prozent) und eine niedrige Ausschüttungsquote (ca. 30 Prozent), verbunden mit einer guten Cash Conversion und anhaltend hohen und sich verbessernden Renditen. Wichtig ist, dass das Management eine ausgezeichnete Erfolgsbilanz bei der Kapitalallokation vorweisen kann. Marktführer bei nachhaltigen Verpackungsmaterialien

Eine ähnlich spannende Performance hat der irische Verpackungskonzern Smurfit Kappa Group. Das in Dublin ansässige Unternehmen ist auf dem europäischen Markt die Nummer Eins bei Verpackungen aus Wellpappe, Wellpappenrohpapier und Vollpappe. In 21 europäischen und elf amerikanischen Ländern betreibt Smurfit Kappa 34 Papierfabriken, von denen 27 Wellpappenrohpapier produzieren, 229 Werke für Verpackungen, 50 Recyclingstandorte, 31 andere Werke und 103.000 Hektar Wald in Lateinamerika. Allein in Deutschland beschäftigt Smurfit Kappa über 5000 Mitarbeiter an über 30 Standorten und ist damit hierzulande der größte Hersteller von Verpackungen aus Wellpappe, Vollpappe und Karton sowie von Wellpappenrohpapieren. 

Fast Moving Consumer Goods (FMCG)-Unternehmen machen rund 70 Prozent des Umsatzes aus. Das Ertragswachstum ist dadurch gut verankert und die Volatilität tendenziell gering. Smurfit ist hervorragend darauf ausgerichtet, global agierenden FMCG-Unternehmen, die versuchen, ihre hohe Abhängigkeit von Einweg-Kunststoffverpackungen zu reduzieren, nachhaltige Lösungen anzubieten. Da der irische Konzern auch im Recycling und in der Wiederaufforstung zur eigenen Rohstoffgewinnung aktiv ist, sind die langfristigen Wachstums- und Ertragschancen ausgesprochen positiv. (kb)

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