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IM Investmentforum: Soziale Infrastruktur-Investments

Remco van Dijk, Franklin Templeton Investments arbeitet die ESG Aspekte von Infrastruktur-Investments heraus und erklärt das Potenzial von inflationsgebundenen Cashflows mit niedriger Korrelation zum BIP. Melden Sie sich gleich an!

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Die Basis für Marktturbulenzen in 2019 ist gelegt

Die Vorlaufindikatoren verschiedener Ländern des Euroraums trüben sich ein. Im Falle Frankreichs und Italiens deuten sie sogar auf eine Kontraktion hin. Die US-Zinsstrukturkurve ist am kurzen Ende nun ganz leicht invers, und die Fed tritt bei dem künftigen Leitzinsanhebungskurs auf die Bremse.

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Dr. Alexander Krüger, Chefökonom des Bankhauses Lampe
© Bankhaus Lampe

Dennoch würden die Aussichten für die Weltwirtschaft mit einem Wachstum von 3,4 Prozent im kommenden Jahr positiv bleiben, sagte Dr. Alexander Krüger, Chefökonom des Bankhauses Lampe kürzlich in einem Bloomberg-Interview. Für mehr werde es nicht reichen, denn neue Wachstumsimpulse, die der Weltwirtschaft zusätzliche Kraft einhauchen könnten, kann der Chefvolkswirt nicht ausmachen: "Da die Dynamik nachlassen und die Notenbanken zugleich ihre lockere Geldpolitik weiter zurückdrehen werden, rücken Risiken meist rasch in das Blickfeld der Investoren."

Ist die EZB zu optimistisch für 2019?
Die Wachstumsprojektion der EZB für 2019 hält Krüger für zu optimistisch und erwartet, dass sie im kommenden Jahr zurückrudern muss. Um ihre 1,7 Prozent zu erreichen, werden im kommenden Jahr durchschnittlich rund 0,45 Prozent Wachstum pro Quartal und ein ebenso starkes 2018 benötigt, rechnete er vor. Oder das Winterhalbjahr fällt kräftiger aus, womit die Wachstumsdynamik anschließend stärker nachgeben könnte. Das hält er mit Blick auf die jüngsten Indikatoren aber für wenig wahrscheinlich. Er sieht das Wachstum im Euroraum bei knapp 1,4 Prozent in 2019, was aus seiner Sicht ein noch immer gutes Ergebnis darstelle. Die Risiken seien aber abwärts gerichtet.

Risikowahrnehmung wird 2019 zunehmen
Krüger erwartet, dass Investoren dies anders beurteilen werden und rechnet für 2019 mit einer steigenden Risikowahrnehmung. Es würde der Risiko-Cocktail aus Themen wie der drastisch hohen Verschuldung, der fehlenden wirtschaftspolitischen Konvergenz in der europäischen Währungsunion, der leeren Munitionsdepots der Notenbanken, die auf eine unerwartet deutliche Verschlechterung des wirtschaftlichen Umfeldes kaum reagieren können, dem Brexit sowie der von den USA initiierte Handelskonflikt in den Vordergrund treten.

Steigende weltweite Verschuldung als Damoklesschwert
So habe die weltweite Verschuldung von privaten Haushalten, Unternehmen und Staaten seit der Finanzmarktkrise 2008 um 33 Prozentpunkte auf 234 Prozent per Ende des zweiten Quartals 2018 zugenommen. Mit einer vom Bankhaus Lampe erwarteten Verlangsamung des globalen Wachstums des nominalen Bruttoinlandsprodukts und dem weiteren Rückzug vieler Notenbanken aus der ultra-lockeren Geldpolitik dürften Investoren die Frage nach der Schuldentragfähigkeit nicht nur bei Länderfinanzen demnächst häufiger stellen.

Nettovermögen in den USA dem nominalen BIP weit vorausgelaufen
In den USA beobachtet der Chefvolkswirt vor allem die massive Abkoppelung der Nettovermögensentwicklung der privaten Haushalte von der Entwicklung des nominalen Bruttoinlandsprodukts mit zunehmender Sorge. Die US-Notenbank habe durch niedrige Zinsen, gepaart mit der Bereitstellung von Liquidität für erhebliche Anstiege der Vermögenspreise gesorgt. Inzwischen hat die Fed mit ihren Zinserhöhungen und dem Bilanzabbau eine deutlich weniger expansive Geldpolitik eingeleitet. "Trüben sich in diesem Umfeld die Konjunkturerwartungen stärker ein oder nähme das Anlegervertrauen ab, könnte eine Rezession eingeleitet durch rückläufige Nettovermögen näher rücken", führte Krüger aus.

Sinkende Nettovermögen könnten Rezession in den USA einleiten 
Hinsichtlich der Renditeentwicklung dürften US-Treasuries in den ersten Monaten des kommenden Jahres durch Leitzinserhöhungen und den Bilanzabbau der Fed sowie das Mehrangebot an Bonds durch die US-Steuerreform zwar tendenziell belastet werden. Mit zunehmenden Sorgen vor einer Abkühlung der US-Wirtschaft sollte die Rendite der 10-jährigen T-Notes auf Jahressicht aber auf etwa 2,8 Prozent sinken ( Konsens: 3,3 Prozent) und sich im Jahresverlauf zwischen 2,5 und 3,4 Prozent bewegen.

Deutsche Bünde abgekoppelt
Die Entwicklung der deutschen Pendants dürfte sich von der Treasury-Bewegung weitgehend abkoppeln. "Die Rendite der Bundesanleihen läuft nicht nach oben weg. Die Wiederanlagen sowie der EZB-Kapitalschlüssel wirken stützend", so Krüger. Die Rendite der Bunds erwartet er bei 0,6 Prozent ( Konsens: 0,89 Prozent). Schwanken sollen sie zwischen 0,1 und 0,8 Prozent. (kb)

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