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Deutschland will Kryptogeschäfte höher besteuern

Neue Pläne aus Berlin sehen vor, dass sich die Spekulationsfrist von Cyberdevisen unter bestimmten Umständen deutlich verlängert. Branchenvertreter warnen, dass Deutschland damit an Wettbewerbsfähigkeit einbüßen würde.

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Die deutsche Bundesregierung will Geschäfte mit Bitcoin und Co. künftig höher besteuern. Wie das "Handelsblatt" berichtet, hat das Bundesfinanzministerium nach Beratungen mit den obersten Finanzbehörden der Länder einen Entwurf veröffentlicht, der das Zeug hat, die deutsche Krypto-Szene zu erschüttern. Der Entwurf diskutiert diverse "Einzelfragen zur ertragsteuerrechtlichen Behandlung von virtuellen Währungen und von Token". Der latente Sprengstoff versteckt sich auf Seite 16, wo es um die bisherige steuerliche Behandlung von Krypto-Investments nach Ablauf der Spekulationsfrist geht.

Bisher gilt für Kryptos ebenso wie für Gold und viele andere Sachwerte: Nach einem Jahr Haltedauer sind Erträge aus privaten Veräußerungsgeschäften steuerfrei. In dem Entwurf heißt es nun: "Die Veräußerungsfrist verlängert sich (…) auf zehn Jahre, wenn Einheiten einer virtuellen Währung oder Token als Einkunftsquelle genutzt werden und zumindest in einem Kalenderjahr hieraus Einkünfte erzielt worden sind. Eine Nutzung als Einkunftsquelle liegt beispielsweise vor, wenn Einheiten einer virtuellen Währung im Wege des sogenannten Lending gegen Entgelt überlassen werden." Berlin reagiert damit darauf, dass sich mit Kryptos inzwischen auch Zinsen erwirtschaften lassen. Ob sich der Entwurf auch auf "Staking" bezieht, also der Ertragserzielung aus dem Schürfen neuer Münzen, ist bislang unklar.

Kampfansage an die Kryptowelt
Der Entwurf ist kein Vorschlag für ein neues Gesetz, sondern soll laut Bundesfinanzministerium als "Leitfaden" zur ertragsteuerlichen Behandlung von Krypto-Investments dienen. Im Grunde handele es sich um eine "Handreichung für Finanzämter", erklärt der auf Kryptos spezialisierte Steuerrechtler und Informatiker Werner Hoffmann im "Handelsblatt". An manchen Stellen werde allerdings "sehr stark zuungunsten der Kryptowelt argumentiert". In der Szene dürfte der Entwurf von vielen als Kampfansage verstanden werden, prophezeit Hoffmann.

Tatsächlich kommt aus der Welt der Cyberwährungsunternehmen bereits Kritik. Es werde für Anleger künftig schwierig, Token über das Kaufen und Halten hinaus zu nutzen, weil die korrekte administrative Erfassung enorm aufwändig sei, sagt etwa Dominic Briggs, Partner des Frankfurter Krypto-Investmenthauses Blockwall. Deutschland drohe mit der Neuregelung an Wettbewerbsfähigkeit zu verlieren. (fp)

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