Das Fachmagazin für institutionelle Investoren

Geben Sie Ihren Benutzernamen und Ihr Passwort ein, um sich an der Website anzumelden:

News Übersicht

| Märkte
twitterlinkedInXING

Deutsches BIP: Union Investment mit Zuversicht, aber DIHK warnt

So langsam wird klar, dass es nichts werden wird mit der oft beschworenen V-förmigen Erholung der Wirtschaft. Die Perzeption der Entwicklung fällt allerdings unterschiedlich aus: Union Investment glaubt, dass der Tiefpunkt hinter uns liegt, der DIHK sieht noch keinen Anlass zum Durchatmen.

Dr. Jörg Zeuner
Jörg Zeuner, Chefvolkswirt von Union Investment: "Es gibt ermutigende Anzeichen, dass der Tiefpunkt hinter uns liegt."
© Union Investment

"Im zweiten Quartal 2020 ist das BIP so stark gefallen wie nie zuvor in Nachkriegsdeutschland", kommentiert Jörg Zeuner, Chefvolkswirt von Union Investment die jüngsten Zahlen zur Wirtschaftsentwicklung. Der historische Rückgang um 10,1 Prozent im Quartalsvergleich markiere den stärksten Einbruch der Wirtschaftsaktivität seit 75 Jahren. Selbst auf dem Höhepunkt der Finanzkrise sei das Minus nur etwa halb so groß gewesen.

"An den Finanzmärkten wird der schwache Wert niemanden überraschen", so Zeuner weiter. Das Ausmaß der Konjunkturkatastrophe im Lockdown sei absehbar gewesen. Wichtig werde nun, wie schnell die Wirtschaft wieder auf die Füße komme. "Es gibt ermutigende Anzeichen, dass der Tiefpunkt hinter uns liegt. Industrieproduktion, Einzelhandel und Export haben sich deutlich erholt", bemüht sich Zeuner um Zuversicht.

Rückkehr zu alten Niveaus wird es so schnell nicht geben
Klar sei aber auch: Eine Rückkehr zu alten Niveaus werde es so schnell nicht geben. Die Zweitrundeneffekte der Corona-Krise auf Konsum und Investitionen sowie die weltweit nach wie vor steigenden Neuinfektionen verhindern einen schnellen Aufschwung. Die Konjunkturerholung habe also begonnen, werde aber dauern. Wie lange, darauf legte sich Zeuner in seiner Stellungnahme nicht fest.

Eine Festlegung scheut auch Martin Wansleben, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelstags (DIHK), betont aber: "Der Weg ist noch lang." Laut jüngster DIHK-Blitzumfrage rechne die Hälfte der Unternehmen für ihre Geschäfte frühestens im nächsten Jahr mit einer Rückkehr zur Normalität. Neben Konjunkturprogrammen sei deshalb der Abbau von Handelshemmnissen wichtig. Ein Hemmschuh für den wirtschaftlichen Restart seien zudem die geringen Investitionen aufgrund der Krise – weltweit aber auch hierzulande.

Ein nur zäher wirtschaftlicher Aufstieg
"Dabei brauchen wir aufgrund der zahlreichen Herausforderungen gerade jetzt mehr Investitionen, um wettbewerbsfähig zu bleiben und die Geschäfte wieder anzukurbeln", so Wansleben. Hierzu seien auch Geschäftsreisen für Vertrieb und Service nötig. International würden dabei die wirtschaftlichen Auswirkungen der hohen Infektionszahlen in wichtigen Exportmärkten große Sorgen bereiten. Die deutsche Exportwirtschaft könne leider noch lange nicht durchatmen. Deshalb erwartet der DIHK einen nur zähen wirtschaftlichen Aufstieg. Für das Gesamtjahr 2020 rechnen die Experten mit einem Rückgang des BIP von 10 Prozent. Das setze aber eine allmähliche Erholung der hiesigen Wirtschaft und insbesondere keine zweite Welle der Corona-Pandemie in Deutschland voraus. (hh)

twitterlinkedInXING

News

 Schliessen

Mit der Nutzung dieser Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies und unserer Datenschutzerklärung zu. Mehr erfahren