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Deutsche Fintechs: Berlin weiter vorne, doch der Vorsprung schrumpft

Die Bedeutung Berlins für den deutschen Fintech-Sektor ist enorm. So spielt die Bundeshauptstadt sowohl was die Anzahl an Fintechs betrifft als auch bei Neugründungen und Wagniskapital weiterhin in einer eigenen Liga. Der Abstand ist jedoch geringer geworden.

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© Chaiyawat / stock.adobe.com

Noch immer ist fast jedes dritte deutsche Fintech in Berlin angesiedelt. „Berlin genießt mit mehr als 300 Fintechs natürlich eine Ausnahmestellung im deutschen Fintech-Sektor, doch die Verfolger holen etwas auf“, sagt Matthias Hach, Bereichsvorstand comdirect, Marketing & Digital Banking Solutions bei der Commerzbank. „Zwar ist immer noch fast jedes dritte Fintech in Deutschland in Berlin angesiedelt, die Bundeshauptstadt hat aber erstmals weniger Fintechs als die darauffolgenden drei Städte München, Hamburg und Frankfurt zusammen.“    

Platzhirsch mit rückläufiger Tendenz
Besonders deutlich wird die Sonderstellung Berlins traditionell bei der Analyse des geflossenen Wagniskapitals. Seit Anfang 2019 sind 1,8 Milliarden Euro in Berliner Fintechs geflossen. Dies entspricht 66 Prozent des gesamten Fintech-Investments in Deutschland in diesem Zeitraum. Verglichen mit der Vorjahresstudie (72 Prozent) ist der Anteil leicht rückläufig. Betrachtet man nur das Jahr 2020 liegt der Anteil Berlins sogar erstmals bei unter 50 Prozent. „Auffällig ist, dass Berlins Dominanz auch bei der Anzahl an Finanzierungsrunden seit Anfang 2019 geringer ausfällt“, so Matthias Lais, Geschäftsführer des main incubators. „Mit einem Anteil von 42 Prozent liegt Berlin deutlich unter dem Wert aus der Vorjahresstudie und sogar erstmals überhaupt signifikant unter der 50-Prozent-Schwelle.“

München festigt Platz zwei
Im Rennen um den zweiten Platz hat München weiterhin die Nase vorn. 116 Startups gibt es in der Isarmetropole, 20 davon wurden seit Anfang 2019 gegründet. Zudem legt München beim Wagniskapital durch Investments in Höhe von 433 Millionen Euro seit Anfang 2019 ordentlich zu.

Hamburg zieht an Frankfurt vorbei
Hamburg klettert auf Platz drei der bedeutendsten Fintech-Standorte in Deutschland und zieht damit im Vergleich zur Vorjahresstudie an Frankfurt vorbei. Hamburg punktet vor allem mit einem deutlichen Anstieg auf insgesamt 27 Finanzierungsrunden und liefert mit 17 Neugründungen erneut den Beweis für die hohe Gründungsdynamik in der Hansestadt. Für Frankfurt reicht es daher insgesamt nur noch zum 4. Platz im Fintech-Hub-Ranking 2020. Zwar gibt es in Frankfurt fast so viele Fintechs wie in München, insbesondere beim Wagniskapital hängt Frankfurt mit Investments von 42 Millionen Euro aus 22 Finanzierungsrunden aber deutlich zurück.

Köln weiter auf Platz 5 vor Düsseldorf
Der Fintech-Standort Köln konnte im Erhebungszeitraum ebenfalls 42 Millionen Euro von den Investoren einsammeln. In Köln reichten dafür fünf Deals. Die Domstadt bleibt damit auf dem 5. Rang. Der Abstand zu den Top 4 ist nach wie vor erheblich. Platz sechs geht an Düsseldorf. Mit 161 Millionen Euro ist hier überraschend am drittmeisten Wagniskapital in die Fintechs geflossen, wobei allerdings auch stark von einem einzelnen Deal mit einem Volumen von über 100 Millionen Euro profitiert wurde.

Zu diesen Ergebnissen kommt die comdirect Fintech-Studie, die gemeinsam mit Barkow Consulting und dem main incubator, dem Frühphaseninvestor der Commerzbank Gruppe, erhoben wurde. (kb)

 

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