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Deutsche Börse will High Frequency Trading einbremsen

Der Marktbetreiber bremst ab Juli Hochgeschwindigkeitshändler, die mit Hilfe von Computeralgorithmen schneller handeln können als andere. Profitieren vom neuen Tempolimit soll am Ende der Privatanleger.

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© Brown / stock.adobe.com

Die größte europäische Derivatebörse Eurex, eine Tochter der Deutschen Börse, testet ab Juli in einem halbjährigen Pilotprojekt ein Tempolimit für deutsche und französische Aktien. Das geht aus Berichten der "Süddeutsche Zeitung" (SZ) und dem "Handelsblatt" hervor. Damit will Eurex Hochgeschwindigkeitshändler zügeln, deren Algorithmen zunehmend in der Kritik stehen. Läuft der Test erfolgreich, will Eurex die Regelungen auf andere Produkte ausdehnen, sagte Deutsche-Börse-Manager Jonas Ullmann dem "Handelsblatt". Das soll den Handel fairer machen und letztendlich Privatanlegern nutzen.

Die Programme der Hochfrequenzhändler reagieren auf bestimmte Kurssignale. Sie machen Gewinn, weil sie bereits gekauft oder verkauft haben, bevor der Kurs steigt oder fällt. Eine Zwangspause soll Abhilfe verschaffen: Bevor die Order der Hochfrequenzhändler ausgeführt wird, dauert es bald eine Millisekunde, also 0,001 Sekunden. Andere Handelsteilnehmer haben so die Möglichkeit, ihre Kauf- und Verkaufsangebote bei Bedarf nochmal anzupassen. 

Vorteile für Gesamtmarkt und Endkunden
Für die meisten Kunden hat die Neuerung im Handel keine unmittelbare Auswirkung, weil es für sie nicht auf eine Millisekunde ankommt, sagt Börsen-Manager Ullmann. Tempolimits dieser Art waren bisher vor allem an US-Börsen üblich. Im Jahr 2016 ging in den USA die Investor Stock Exchange (IEX) an den Start, um die Umsetzung von Wertpapieraufträgen zu verzögern. Die Intercontinental Exchange (ICE) kündigte zudem kürzlich ein Tempolimit im Handel mit Gold- und Silberkontrakten an. (fp)

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