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Deutsche Banken sehen sich gut gerüstet für drohende Pleitewelle

Die neu aufflammende Covid-19-Pandemie dürfte die Zahl an Firmeninsolvenzen in Deutschland in die Höhe treiben. Geldhäuser müssen mit steigenden Kreditausfällen rechnen. Die Institute selbst sehen sich allerdings gut gewappnet.

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© zerbor / stock.adobe.com

Bis Jahresende sind überschuldete Unternehmen in Deutschland nicht dazu verpflichtet, einen Insolvenzantrag zu stellen. Wenn diese von der Regierung verordnete Atempause im kommenden Jahr endet, könnte infolge der Corona-Krise eine Pleitewelle auf Kreditinstitute in Deutschland zurollen, prophezeien Marktbeobachter. Banken sehen sich dafür allerdings gut gerüstet. "Das Bankensystem in Deutschland ist stabil" sagt Hans-Walter Peters, Präsident des Bundesverbands deutscher Banken (BdB), laut einem Bericht der Zeitung "Mannheimer Morgen". Er ist sich sicher: "Die Luft hat bislang gereicht, und sie wird weiter ausreichen."

Der BdB-Präsident, der zugleich Chef der Hamburger Privatbank Berenberg ist, rechnet nicht damit, dass Geldhäuser durch einen Anstieg der Kreditausfälle in Not geraten. Die privaten Institute hätten sich "wetterfest" gemacht und könnten steigende Ausfallraten gut abfedern, erklärt er im "Handelsblatt". In den vergangenen Jahren hätten Kreditinstitute sowohl ihr Eigenkapital aufgestockt als auch die Risikovorsorge im Kreditgeschäft hochgefahren. "Wenn es in den kommenden Monaten zu einem Anstieg der Kreditausfälle kommt, ist das keine Bedrohung für die Banken", so Peters.

Weniger Insolvenzen als in der Finanzkrise
Auch Sparkassen und Volksbanken zeigen sich laut "Handelsblatt" optimistisch und sehen sich gut gewappnet. Sie verweisen auf ihr höheres Eigenkapital und darauf, dass viele Unternehmen in Deutschland nach dem Ausbruch der Covid-19-Pandemie Notfalldarlehen der staatlichen Förderbank KfW bekommen haben.

Die Deutsche Bundesbank rechnet für das erste Quartal 2021 in ihrem Basisszenario mit 6.000 Insolvenzen. Das entspräche zwar einem Anstieg um 35 Prozent gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum, wäre jedoch weniger als in der Finanzkrise in den Jahren 2008 und 2009. Damals gingen rund 8.000 Unternehmen pleite – pro Quartal.

Der große europäische Banken-Stresstest
Europaweit könnte sich die Lage deutlich dramatischer gestalten als in Deutschland. Der oberste Bankenaufseher der Eurozone, Andrea Enria, warnte vor wenigen Tagen im "Handelsblatt" vor einem "Extremszenario" mit einer zweiten Viruswelle und weiteren Lockdowns, das man noch nicht ausschließen könne. Sollte es eintreten, könnten Berechnungen zufolge im Währungsraum Kredite im Umfang von 1,4 Billionen Euro ausfallen. BdB-Chef Peters erwartet indes für Deutschland keinen weiteren Lockdown. (fp)

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