Das Fachmagazin für institutionelle Investoren

Geben Sie Ihren Benutzernamen und Ihr Passwort ein, um sich an der Website anzumelden:

News Übersicht

| Märkte
twitterlinkedInXING

Deutsche Bank-Umbau erhöht Risiko für AT1-Investoren

Die Umstrukturierung der Deutschen Bank könnte zwar den lang erwarteten Umschwung bringen, birgt aber für Inhaber von Additional-Tier-1-Anleihen Risiken, die sie besser auf der Rechnung haben sollten. Bjorn Norrman, Investment Manager Fixed Income bei Kames Capital, erläutert die Hintergründe.

Bjorn Norrman, Investment Manager Fixed Income bei Kames Capital
Bjorn Norrman, Kames Capital
© Kames Capital

Laut Bjorn Norrman, Investment Manager Fixed Income bei Kames Capital gab es bei Deutschlands größter Privatbank in den vergangenen Jahren eine Reihe von Re-Organisationen, doch die jüngst angekündigte Restrukturierung mache seiner Ansicht nach endlich Sinn. Für ein Finanzinstitut ohne einheitliches Geschäftsmodell oder eine disziplinierte Kapitalallokation sei es ein Schritt in die richtige Richtung, unrentable Investment Banking-Aktivitäten aufzugeben und die Bank in Richtung Corporate Banking zu verlagern.

Ambitionierte Ziele für Christian Sewing und seine Mannen
„In der Tat, die finanziellen Ziele sind ehrgeizig, um es vorsichtig auszudrücken, mit viel Raum für Fehlerpotential. Die Herausforderung, die Kernerträge bis 2020 um zehn Prozent zu steigern, sollte nicht überbewertet werden, wenn man bedenkt, wie die europäischen Banken mit dem Ertragsdruck, insbesondere im „overbankten“ Deutschland, zu kämpfen haben“, kommentiert Norrman. Außerdem würden Wettbewerber die Schwäche der Deutschen Bank, keine Full-Service-Investmentbank mehr zu sein, zu nutzen wissen. Eine weitere große Aufgabe werde es sein, bei steigenden IT- und Compliance-Ausgaben der Banken eine Kostensenkung von 25 Prozent zu erreichen.

Hauptsache Bewegung in die richtige Richtung
Es spiele jedoch keine Rolle, ob die Ziele nicht vollständig erreicht werden, solange die Richtung stimmt, d.h. Kosten sinken, Altlasten abgebaut werden und die Kernumsätze zumindest halten. Trotz aller Probleme habe die Deutsche Bank eine starke Position in den Bereichen, in denen sie sich konsolidiert – und mit neuem Fokus sollte sie positive Impulse sehen können. „Zweifellos gibt es in der traurigen Geschichte dieses Finanzhauses noch weitere Kapitel zu schreiben, aber insgesamt sollte diese Umstrukturierung positiv für ältere und Tier-2-Anleihen sein, der Rest bleibt gleich“, erklärt Norrman. Anders sieht es jedoch bei den Additional-Tier-1-Anleihen der Deutschen Bank aus:

Erhöhtes Risiko für AT1-Investoren
AT1 (Additional Tier-1 Anleihen) sind die Ausnahme und hier ist Norrman vorsichtiger. Die Bank hat ihr Kapitalziel von 13 Prozent CET1 (Common Equity Tier 1) auf 12,5 Prozent gegenüber einem aktuellen Bedarf von 11,8 Prozent gesenkt. Sie erwartet, dass CET1 bis 2020 auf 12,7 Prozent (derzeit 13,7%) sinkt. „Angesichts der Ausführungsrisiken, des schwierigen wirtschaftlichen Umfelds und regulatorischer Unsicherheiten mit Blick auf die zukünftige Entwicklung der Risikogewichtung, hat der neue Zug des Managements wenig positive Auswirkungen auf AT1-Investoren, die damit sogar eher dem erhöhten Risiko einer Schmälerung der Kupons ausgesetzt sind“, warnt Norrman. (aa)

twitterlinkedInXING

News

 Schliessen