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Deutsche Bank: Kommt es zu Einschnitten im Leveraged Loans-Geschäft?

Vorstandschef Christian Sewing erwägt bei der Deutschen Bank eine Reduzierung des Leveraged-Loan-Businesses. Das liegt gleich an mehreren Gründen.

Deutsche-Bank-Vorstandschef Christian Sewing
Christian Sewing, Deutsche Bank
© Deutsche Bank

Die Deutsche Bank könnte bei ihrer Sparte für Leveraged Loans Einschnitte vornehmen, berichtet Bloomberg News. Das sei informierten Kreisen zufolge ein mögliches Ergebnis einer Analyse der Geschäftsbereiche mit schwacher Leistung, die Bankchef Christian Sewing nach Abschluss seiner dreijährigen Umstrukturierung vornimmt.

Die Prüfung soll noch in diesem Jahr abgeschlossen werden und könnte dazu führen, dass weniger Kapital und Personal für Leveraged Finance - das Kreditgeschäft mit hochverschuldeten Firmen - eingesetzt werden, berichten Personen, die mit der Angelegenheit vertraut sind. Dem Vernehmen nach könnten die Ressourcen in andere Bereiche wandern, darunter möglicherweise das Beratungsgeschäft.

Schwere Zeiten
Beide Sparten sind Teil des von Mark Fedorcik geleiteten Geschäftsbereichs Emissions- und Beratungsgeschäft, der sich in diesem Jahr schwer getan hat. Firmenkunden haben angesichts steigender Inflation und geopolitischer Spannungen vor Deals und Kapitalbeschaffung zurückgeschreckt. Leveraged Finance war insgesamt ein wunder Punkt, da das Geschäftsvolumen einbrach, festgefahrene Geschäfte Milliardenverluste verursachten und die Aufsicht das Risiko stärker beobachtete.

Das Leveraged-Finance-Geschäft der Deutschen Bank in den USA ist im Vergleich zum Vorjahr um fast 80 Prozent zurückgegangen, berichtet Bloomberg News weiter. Dafür ist Fedorcik zuversichtlich, dass im nächsten Jahr das Beratungsgeschäft bei Transaktionen im Bereich Technologie und Gesundheitswesen zunehmen wird.

“Wir überprüfen unser Geschäftsportfolio regelmäßig im Rahmen der normalen Management- und Geschäftsplanung”, sagte ein Sprecher der Deutschen Bank, ohne weitere Angaben zu machen. Die derzeitige Überprüfung sei umfassender als üblich, hieß es.

Die Deutsche Bank hat bereits Dutzende Posten im Emissions- und Beratungsgeschäft abgebaut, darunter bei Leveraged Finance, wie letztes Monat bekannt wurde. Diese Streichungen könnten weitergehen, um die Kosten zu senken, wobei auch leistungsbedingte Kündigungen umgesetzt würden, heißt es. Ein umfassendes Stellenabbauprogramm sei hingegen nicht geplant.

Generalüberholung
Die Deutsche Bank gehörte einst zu den Top 10 im globalen M&A-Geschäft, ist aber in diesem Jahr auf Platz 38 abgerutscht, wie aus Bloomberg-Daten hervorgeht. Das Leveraged-Finance-Geschäft ist auf Kurs zum schlechtesten Jahr seit etwa einem Jahrzehnt.

Sewings Überprüfung zielt darauf ab, die strategischen Grundlagen für die nächsten Jahre zu legen, nachdem die von ihm Mitte 2019 eingeleitete Generalüberholung ihrem Ende zugeht. Die Leiter der einzelnen Geschäftsbereiche sollen prüfen, welche Produkte, Kunden oder Regionen sie zurückfahren oder stärken sollten. Kapital soll in die Bereiche wandern, wo die Deutsche Bank die höchsten Renditen erzielen kann.

Steigende Erträge in der Investmentbank, insbesondere im Handel, waren einer der Hauptgründe für die steigende Rentabilität der Deutschen Bank und für den Erfolg von Sewings Sanierungsprogramm. In den kommenden Jahren dürfte er weit weniger zum Ertragswachstum beitragen.

Das Leveraged-Finance-Geschäft hat auch zu Spannungen mit dem Aufsichtsgremium der Europäischen Zentralbank geführt. Die EZB hat der Deutschen Bank bereits einen Kapitalaufschlag wegen dieses Geschäfts auferlegt. (aa)

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