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Deutsche Bank fordert freiwilligen Gehaltsverzicht

Der erweiterte Führungskreis von Deutschlands größtem Kreditinstitut soll mehr oder weniger freiwillig auf ein Monatsgehalt verzichten, um in Corona-Zeiten Solidarität zu zeigen. Gleichzeitig nimmt die Bank ihren Stellenabbau wieder auf.

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© fotogestoeber

Die Deutsche Bank will die Coronakrise offenbar dazu nutzen, ihr ramponiertes Image aufzupolieren, analysiert das "Handelsblatt". Dazu übt sich das Geldhaus demonstrativ in Bescheidenheit: Nach dem Vorstand sollen nun auch die Mitglieder des Konzernleitungskomitees freiwillig auf ein Monatsgehalt verzichten. Wie freiwillig die Entscheidung tatsächlich ist, sei dahingestellt. Nach einem Bericht der "Financial Times" hat die Bank ihre Manager vergangene Woche in einer Telefonkonferenz zu diesem Akt der Selbstlosigkeit aufgefordert.

Mit dem einmaligen Gehaltsverzicht soll die Führungsebene Solidarität mit dem Rest der Belegschaft zeigen. Betroffen wären laut "Handelsblatt" wenige Hundert Manager, die der Deutschen Bank dadurch einen zweistelligen Millionenbetrag einsparen würden. Die Aktion wäre also tatsächlich eher Symbolik als eine Maßnahme zur Liquiditätssicherung. Zugleich nimmt das Institut seinen wegen der Pandemie unterbrochenen Stellenabbau wieder auf. Insgesamt sollen 18.000 Arbeitsplätze wegfallen.

Analysten glauben nicht an Renditeziele
Vorstandschef Christian Sewing hatte in seiner Rede auf der Hauptversammlung der Bank erklärt, dass die Corona-Pandemie das Institut hart treffen werde. "Wir stehen zu unseren Finanzzielen für 2022, wie wir sie im vergangenen Jahr bekanntgegeben haben", stellte er aber zugleich klar. Diese Ansage trifft bei Analysten auf Skepsis. Sie halten es zwar für möglich, dass die Deutsche Bank ihr Kostenziel erreicht. Sewings Ertrags- und Renditeziele für 2022 halten sie aber mittlerweile für obsolet. Finanzprofis rechnen für das laufende Jahr bei dem Institut mit einem Nettoverlust von 1,8 Milliarden Euro, also mit dem sechsten Verlustjahr in Folge.

Der einmalige Gehaltsverzicht der Top-Manager ist bei diesen Aussichten nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Auch in der Belegschaft trifft der Vorschlag offenbar auf wenig Begeisterung. Die freiwillige Gehaltskürzung sei eine "schöne Geste, die am Ende aber niemandem nutzt", zitiert das "Handelsblatt" einen Deutsch-Banker. (fp)

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