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Deutsche Bank, Citi sehen bei Zinanhebungen 50% Rezessionsrisiko

Christian Sewing, CEO der Deutschen Bank, sieht die Weltwirtschaft auf eine Rezession zusteuern, wenn die Notenbanken ihre Bemühungen zur Eindämmung der Inflation verstärken. Er schloss sich damit einem wachsenden Chor von Wirtschaftslenkern an, die ein pessimistisches Konjunkturbild zeichnen.

Christian Sewing
Christian Sewing, CEO der Deutschen Bank
© Alex Kraus / Bloomberg

Deutsche Bank-CEO Christian Sewing nannte bei der "Future of Finance"-Konferenz von Bloomberg in Frankfurt eine Vielzahl von belastenden Faktoren, von Lieferkettenproblemen über steigende Lebensmittelpreise bis hin zum Risiko einer weiteren Corona-Welle. Während die Bank schon seit einiger Zeit vorausgesagt hatte, dass die Zinssätze steigen würden, um den Preisanstieg einzudämmen, überraschte ihn das Tempo, mit dem die Währungshüter nun die Geldpolitik straffen.

Deutsche Bank und Citigroup erwarten dasselbe
“Zumindest würde ich sagen, dass die Wahrscheinlichkeit einer weltweiten Rezession bei 50 Prozent liegt”, sagte Sewing laut Bloomberg. In den USA und in Europa sei die Wahrscheinlichkeit einer Rezession in der zweiten Jahreshälfte 2023 bei gleichzeitig steigenden Zinssätzen offensichtlich höher als die Prognosen, die man vor dem Ausbruch des Krieges in der Ukraine hatte.

Analysten der Citigroup hatten ebenfalls am Mittwoch eine ähnliche Vorhersage gemacht und dafür Angebotsschocks und höhere Zinssätze angeführt. Laut Sewing sind die Maßnahmen der Zentralbanken trotz der konjunkturellen Folgen unverzichtbar, um die Inflation, die er als Risiko für die Demokratie bezeichnete, auf ein nachhaltigeres Niveau zu bringen.

Mehr als 60 Zentralbanken haben heuer bereits die Zinsen angehoben

Abklingende Angebotsschocks und widerstandfähige Nachfrage sind das A und O
“Die Erfahrung der Geschichte zeigt, dass Disinflation oft mit erheblichen Kosten für das Wachstum verbunden ist, und wir sehen die Gesamtwahrscheinlichkeit einer Rezession jetzt bei annähernd 50 Prozent”, schrieben die Wirtschaftsexperten der Citigroup. “Die Zentralbanken können noch die weiche - oder annähernd weiche - Landung herbeiführen, die in ihren Prognosen (und in unseren) enthalten ist, aber dazu müssen die Angebotsschocks abklingen und die Nachfrage widerstandsfähig bleiben.”

Citi erwartet eine gewöhnliche Rezession
Die Citigroup geht nun davon aus, dass die Weltwirtschaft in diesem Jahr um 3,0 Prozent und im Jahr 2023 um 2,8 Prozent wachsen wird. Die Volkswirte erklärten, dass es sich bei einer Rezession wahrscheinlich um eine “gewöhnliche” Rezession handeln würde, bei der die Arbeitslosigkeit um mehrere Prozentpunkte ansteigt und die Produktion einige schwache Quartale erlebt.

Banken Opfer der ultralockeren Geldpolitik
Sewing wies darauf hin, dass die Deutschen Bank bereits vor einem Jahr vor einer hartnäckigen Inflation gewarnt habe. Er habe die ultralockere Geldpolitik immer kritisiert, insbesondere in Europa, wo jahrelang negative Zinssätze die Erträge der Banken aus der Kreditvergabe geschmälert hätten. Die jetzt erwarteten Zinserhöhungen seien für die Kreditgeber immer noch “netto positiv”, solange sie bei der Vergabe von Krediten die Risiken umsichtig einschätzen würden, so Sewing. (kb)

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