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Der Aufschwung läuft: Aktien bleiben klar die bessere Alternative

Die EZB hat dem Aktienmarkt gestern erneut eine Beruhigungspille verabreicht. Auch die Fed dürfte in der kommenden Woche signalisieren, dass weder eine Rückführung der Anleihekäufe (Tapering) noch Zinserhöhungen in nächster Zeit auf der Agenda stehen, meint man bei MainSky AM.

Eckhard Schulte, Vorstandsvorsitzender und Leiter Portfoliomanagement bei Mainsky
Dr. Eckhard Schulte, Fondsmanager MainSky Macro Allocation Fund
© Mainsky Asset Management

China habe den Weg aus der Pandemie aufgezeigt und treibe nun als Wachstumslokomotive die dynamische Erholung der Weltwirtschaft voran, sagt Dr. Eckhard Schulte, Fondsmanager des MainSky Macro Allocation Fund. Dies tue sie so stark, dass die Regierung in Peking eine Überhitzung befürchte und mit ihren weitgehenden Eingriffsmöglichkeiten die Kreditvergabe schon wieder drossele. Schon vor der Corona-Krise sei die Eindämmung von Überschuldungsrisiken ein erklärtes Ziel der Politik gewesen. Die jüngst veröffentlichen Daten zu den Einkaufsmanagerindizes (PMI) zeigten bereits eine deutliche Abkühlung der zuvor beachtlichen Wachstumsdynamik an.

Dienstleistungssektor als nächster Wachstumstreiber
"Soweit sind wir im Rest der Welt noch lange nicht, auch wenn sich im ersten Quartal unser
Kernszenario eines Erholungsbooms in der Industrie in den entsprechenden Indikatoren bestätigt hat. Mit der fortschreitenden Durchimpfung der Bevölkerung im zweiten Quartal sollte sich nun auch der Dienstleistungssektor zusehends erholen. In den USA und in Großbritannien können dank eines hohen Impftempos die „Social Distancing“-Maßnahmen bereits gelockert werden, und auch für die Länder der EU sollte die Beschleunigung bei der Immunisierung in den kommenden Wochen für weitreichende Öffnungen und eine Rückkehr in die Normalität sorgen. Für die Emerging Markets ist unser Ausblick allerdings ungünstiger. Aufgrund der vermehrt auftretenden Mutationen müssen Folgeimpfungen in kürzeren Abständen vorgenommen werden. Entsprechend werden die entwickelten Länder die Impfstoffkapazitäten länger absorbieren, bevor die Vakzine in ausreichendem Volumen für „ärmere“ Länder zur Verfügung stehen."

Weiterhin keine strukturelle Inflation in Sicht
Der derzeitige wirtschaftliche Aufschwung wird global durch eine gleichgerichtete expansive Geld- und Fiskalpolitik unterstützt. Allen voran haben die USA mit der Verabschiedung des dritten großen Konjunkturpaketes über 1.900 Milliarden US-Dollar alle bisherigen Maßstäbe für expansive Fiskalpolitik gesprengt. Die OECD schätzt, dass das Land auch deshalb schon im vierten Quartal wieder auf den Vor-Corona-Wachstumspfad zurückkehren wird. Dazu beitragen dürfte auch ein massiver Nachfrageschub, ausgelöst durch die Rückführung der Überersparnisse der Haushalte in den Wirtschaftskreislauf. Die Lockdowns haben dazu geführt, dass die Konsummöglichkeiten stark eingeschränkt wurden. Gleichzeitig haben die Konjunkturprogramme die Haushaltseinkommen gestützt. Dadurch sind die Sparquoten deutlich gestiegen. Die so aufgestaute Nachfrage sollte sich mit einer nachhaltigen Eindämmung der Pandemie durch das Erreichen der Herdenimmunität und Rücknahme der Lockdown-Maßnahmen zusehends entladen. 

Geldpolitik bleibt länger expansiv als erwartet
Auch wenn in den vergangenen Tagen Diskussionen über erste mögliche geldpolitische Straffungen aufgekommen sind, geht man bei MainSky AM davon aus, dass die Notenbanken – im Fokus steht hier vor allem die Fed - nicht voreilig auf die drohenden Inflationsgefahren reagieren werden. Auch die Prognosen von MainSky sehen in den nächsten Monaten eine weiter steigende Inflation. Im Sommer sollte die Teuerung in den USA und Deutschland unterstützt durch Basiseffekte rund 3,5 Prozent erreichen. Diesen Inflationsschub sieht man  allerdings lediglich als zyklisch und temporär, nicht aber als strukturell an. Der Markt erwartet, dass die Fed bereits im kommenden Jahr die Zinsen erhöhen wird. Schulte dazu: "Unsere Einschätzung ist hingegen, dass die Fed ihren neuen Politikrahmen etablieren wird und, um dies glaubwürdig zu machen, deutlich länger warten wird, bis sie die Zinsen erhöht. Dafür steht insbesondere Präsident Powell, mit Richard Clarida und Leal Brainard stehen allerdings zwei wichtige Akteure im FOMC an seiner Seite. Somit sollten die  geldpolitischen  Rahmenbedingungen länger expansiv bleiben als der Markt dies heute erwartet."

Europa, UK und Japan gegenüber den USA bevorzugen
Von der aktuellen Wachstums- und Inflationsdynamik haben in den vergangenen Monaten am
Aktienmarkt zyklische Sektoren profitiert, während sich Wachstumsaktien schwer getan haben.
Dies steht im Einklang mit MainSkys quantitativen Analyse, der relativen Performance einzelner Marktsegmente nach Veränderungen im Makroumfeld. Value-Aktien profitieren stark von steigenden Inflations- und Wachstumsdaten. Small- und Mid-Size-Aktien profitieren vor allem von Verbesserungen in der Konjunktur. Auch Europa mit seiner traditionellen ‚Old Economy-Prägung‘ wird überproportional von einem höheren Wachstum begünstigt. "Mit der von uns erwarteten Fortsetzung der Wachstums- und (zyklischen) Inflationsdynamik im
zweiten Quartal folgt unsere Aktienallokation deshalb der bisherigen Linie. Wir investieren gezielt in zyklische Regionen wie Europa, Großbritannien und Japan sowie in Mid-Size und Value-Titel. Allerdings halten wir aus struktureller Überzeugung ebenso ein hohes Exposure in
Technologieaktien, auch wenn dies primär Wachstumstitel sind. Wir achten hier auf eine hohe
Diversifikation und meiden eine zu große Konzentration in IT-Mega-Caps. Aus den Emerging
Markets (inkl. China) haben wir uns Mitte des ersten Quartals hingegen verabschiedet."

Insgesamt bleibt man mit seiner Aktienquote übergewichtet, wobei man für diese Entscheidung stärker auf die relative Bewertung der Aktienmärkte gegenüber den Anleihenmärkten als auf die absolute Aktienmarktbewertung abstellt. Diese zeigt für Großbritannien, Europa und Japan absolut unauffällige Risikoprämien, während US-Aktien gegenüber US-Anleihen recht teuer sind. (kb)

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