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Deka-Fondsmanager: Deutsche Bank braucht DWS dringend

Die Deutsche Bank steckt in einem umfassenden Umbruch. Doch so groß der Kapitalbedarf auch werden könnte: Die Fondstochter DWS wird das größte deutsche Geldhaus wohl nicht verkaufen – meint ein Experte des Konkurrenten Deka.

Andreas Thomae, Fondsmanager der Deka
Andreas Thomae, Fondsmanager der Deka
© Deka

Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing hat einen radikalen Strategieschwenk und einen drastischen Sparkurs eingeleitet, um das angeschlagene Haus dauerhaft aus der Krise zu führen. Zu einem Mittel wird der neue Vorstandschef aber eher nicht greifen: einem Verkauf der Asset-Management-Tochter DWS. Das sagt Andreas Thomae, Fondsmanager der Deka, in einem Interview mit dem "Handelsblatt".

Der zentrale Wertpapierdienstleister der Sparkassen zählt mit einem Anteil von einem Prozent zu den größeren Aktionären der Deutschen Bank. Diese hatte die Fondstochter DWS im März 2018 an die Börse gebracht, hält aber nach wie vor die Mehrheit. Seither waren immer wieder Gerüchte über einen Zusammenschluss des Asset Managers mit anderen Gesellschaften aufgekommen.

Vieles zugleich stemmen
Thomae glaubt jedoch nicht, dass es sich die Deutsche Bank leisten kann, die Fondseinheit zu verkaufen. Er begründet dies mit der schwierigen Gesamtlage des Instituts. "Die Bank steht vor einer Gratwanderung. Sie muss viele Dinge gleichzeitig schaffen", erläuterte der Deka-Manager. "Sie muss die Kosten senken, die Erträge stabilisieren und parallel in ihre IT und die Digitalisierung investieren."

Das Allerwichtigste sei jedoch, die Eigenkapitalquote hoch zu halten. Aufgrund strikterer Auflagen der Regulierer wird das 2020 noch herausfordernder. "Wenn die Erträge weiter fallen und möglicherweise noch teurere Rechtsstreitigkeiten dazukommen, würden die Diskussionen über eine neue Kapitalerhöhung sicher wieder aufflammen", so Thomae. "Klar ist aber auch, dass eine Kapitalerhöhung beim aktuellen Kurs niemandem Spaß machen würde."

Schlechte Strategie
Eine Möglichkeit, um Engpässe beim Kapital zu lösen, wäre ein Verkauf weiterer DWS-Anteile. "Aber das wäre aus strategischen Gründen schlecht", meint Thomae. "Denn die Deutsche Bank braucht die DWS dringend, um überhaupt eine Chance zu haben, ihre Renditeziele zu erreichen." Die Fondssparte zählt zu den Perlen im Portfolio des Frankfurter Instituts. Zwar liefert das Asset Management längst nicht so enorme Renditen wie etwa das Investmentbanking. Doch während dieses dahinsiecht und nun zurückgefahren werden soll, führt die Fondseinheit vergleichsweise stabile Erträge an die Mutter ab.

Demzufolge hält der Deka-Mann auch nichts davon, die Prämien für die Mitarbeiter in den zukunftsträchtigen Feldern zu streichen. "Um ihre Geschäfte zu stabilisieren, muss die Bank wichtige Leute halten – beispielsweise bei der Unternehmensbank und im Asset Management." Es wäre deshalb kontraproduktiv, Bonuszahlungen völlig zu streichen. "Im Investmentbanking solle aber sicherlich weniger bezahlt werden." (ert)

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