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Davos-Erkenntnisse 2022: Welche Entwicklungen sich abzeichnen

​Berthold Baurek-Karlic, CEO & Gründer von Venionaire Capital, war als einziger österreichischer Investor zum exklusiven Side-Event „The Summit“ by The Lan.Space beim diesjährigen World Economic Forum (WEF) in Davos geladen.

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Berthold Baurek-Karlic, CEO & Gründer von Venionaire Capital
© Rene Wallentin

Gemeinsam mit rund 200 internationalen Investoren, Unternehmern & kreativen Visionären diskutierte der österreichische Investor ​Berthold Baurek-Karlic, CEO & Gründer von Venionaire Capital, über aktuelle Entwicklungen – Inflation, Innovation, Web3, Crypto sowie Venture Capital & Private Equity waren die dominierenden Themen. In einem Gastbeitrag schildert er seine Eindrücke & Learnings für das institutionelle Anlegerumfeld.

​Berthold Baurek-Karli führt aus: "Das Weltwirtschaftsforum lud dieses Jahr Covid-bedingt erst im Mai zum wohl bekanntesten Networking-Event der Welt nach Davos. Die Teilnehmerzahl war stark reduziert, was der Qualität keinen Abbruch tat. Die bestimmenden Themen waren der Ukraine-Krieg, die steigende Inflation sowie Chancen und Risiken durch Innovation. Für mich standen insbesondere das aktuelle Investment-Marktumfeld sowie das Thema Innovation ganz oben auf der Agenda, durfte ich doch selbst auf einem Panel zu „Decentralised Computing” sprechen.

Kreative Ideen gegen die steigende Inflation
Der durch den Krieg ausgelöste Inflationsdruck, der ungewöhnlicherweise durch Lieferengpässe statt einer zu hohen Investitionstätigkeit entstand, ließ die anwesenden Volkswirte kreativ werden. Während üblicherweise Zinserhöhungen der Inflation entgegenwirken, so werden diese Maßnahmen aktuell von einzelnen Experten durchaus skeptisch gesehen. Viele empfanden den Vorstoß der EZB-Chefin, im September die Leitzinsen anheben zu wollen, als überstürzt.

Ich hatte den Eindruck, dass fiskalpolitische Maßnahmen präferiert werden. Bei näherer Überlegung kann ich dieser Idee heute auch viel mehr abgewinnen. Zum Beispiel würden drastische Steuersenkungen – für zwei bis drei Jahre – schneller wirken und der Wirtschaft sowie den Arbeitnehmern ausreichend Zeit geben, um Preisanpassungen ohne großen Schmerz ankommen zu lassen. Es gilt. Massenkündigungen und den Verlust von wertvollem Know-how, das in europäischen KMUs steckt, zu verhindern und den wichtigen Beitrag dieses Sektors zur Wirtschaftsleistung mit Blick auf die Verschuldungsquote des Staates zu schützen.

Private Equity: größte Ertragschancen für institutionelle Anleger
Die aktuellen Entwicklungen bergen aber auch Chancen: Krisen setzen in der Regel viele Talente frei, die durch einen Schritt aus der Komfortzone nicht selten in Unternehmensgründungen münden. Eine neue Gründerwelle ist also mehr als wahrscheinlich. Der Fintech-Boom setzte nicht zufällig nach der Finanzkrise 2008 ein. Die M&A-Aktivität wird vermutlich kurzfristig bei Start-ups, Scale-ups und KMUs steigen, während auch die Assets under Management bei Venture- und Private-Equity-Fonds in Europa Rekorde erreichen werden. Auch wir bei Venionaire Capital spüren verstärktes Interesse für unsere Produkte im Bereich Scale-ups (Technologie), Web3, Bio-Tech & Life-Sciences (Seed & Technology Transfer) und Secondaries (Pre-IPO).

Eine aktuelle Studie von Goldman Sachs unter institutionellen Anlegern weltweit bescheinigt über alle Sektoren hinweg dem Private-Equity-Sektor die größten Ertragschancen im aktuellen Marktumfeld. Der Regulator steht institutionellen Anlegern, die sich verstärkt in diesem Sektor engagieren wollen, bisweilen (in Europa) noch hart entgegen. Diese Haltung scheint aber im Umbruch, wie man aus Brüssel hört. Die strukturelle Geldvernichtung mit überproportional hoher – gesetzlich verordneter – Gewichtung von Staatsanleihen muss aufhören. Aktien und Private Equity sind besser geeignet, um Inflationsrisiken auszugleichen. Wir lernen offenbar dazu: In Krisen wurden einst sichere Anlagen zu Klumpenrisiken und alternative Assetklassen plötzlich sehr willkommen.

„Web3 wird in wenigen Jahren einen neuen Standard begründen“
Innovation, Technologie und Crypto-Werte waren ebenfalls in aller Munde. Der Crash von Terra und dem Stablecoin UST veranlasste Janet Yellen zu wilden Forderungen und setzte eine Welle von politischen Unterstützungsmeldungen frei. Reguliert die EU bald Stablecoins? Sind Cryptos überhaupt etwas wert? Sollte man das alles nicht generell verbieten? Einige dieser Fragen offenbarten den geringen Wissensstand der Politik und vieler Entscheidungsträger zum Thema Decentralised Computing. Als Manager des ersten bei der FMA registrierten Crypto-Fonds „Tigris Web3” war es mir auf dem Panel ein Bedürfnis, Begriffe wie Blockchain, Crypto oder Bitcoin aus dem Sprachgebrauch meiner Zuhörer zu streichen – zumindest für den Moment. Decentralised Computing läutet tatsächlich ein neues Zeitalter des Internets ein. Web3 wird in wenigen Jahren einen neuen Standard begründen. Die Protokolle haben bereits heute einen hohen Wert – durchwegs vergleichbar mit Software von SAP, Facebook, Microsoft und Co.

Klar ist: Wer Crypto für wertlos hält, hält Software für wertlos. Ich für meinen Teil schicke lieber E-Mails als Brieftauben, und glaube fest daran, dass wir eine digitale Revolution – hin zu einem Internet of Blockchains, das Usern wieder ihre Datenhoheit zurückgibt – erleben werden." (kb)

 

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