Das Fachmagazin für institutionelle Investoren

Geben Sie Ihren Benutzernamen und Ihr Passwort ein, um sich an der Website anzumelden:
Ad

Wirtschaftsweiser Lars Feld beim Investmentforum in Frankfurt

Prof. Feld, der Topökonom und Leiter des Walter Eucken Institut Freiburg spricht über die wirtschaftliche Lage in Deutschland und der EU. Gelingt der Weg zurück zum „Normalniveau“? Melden Sie sich gleich an und erfahren Sie mehr!

Anzeige
| Märkte
twitterlinkedInXING

Das war die Feri Frühjahrstagung in Frankfurt + Fotogalerie

Feri Frühjahrstagung: "Der Eurozone droht ein japanisches Szenario" Keine besonders schönen Aussichten, die die Experten der Feri EuroRating Services auf ihrer Frühjahrstagung präsentierten: Die langfristigen Risiken für den Bestand der Währungsunion seien erheblich gestiegen, lautete ein Fazit.

Rund 250 professionelle Marktteilnehmer waren der Einladung von Feri EuroRating Services gefolgt, die am Mittwoch ihre alljährliche Frühjahrstagung in Frankfurt abgehalten hat. Die Highlights dieser Veranstaltung finden Sie in einer Fotogalerie HIER.
 
Euroschwäche überdeckt Strukturprobleme
 
Axel_AngermannIn seinem Einführungsreferat setzte Axel Angermann (Bild), Chefvolkswirt des Unternehmens, zunächst einige positive Impulse mit seiner Erwartung, dass der Euroraum in den Jahren 2015 und 2016 ein moderat positives Wirtschaftswachstum aufweisen werde. Doch Angermann warnte sogleich: "Die EZB-Politik zeigt damit zwar Wirkung, doch die vorrangige Wirkung auf die Realwirtschaft ergibt sich aus dem gesunkenen Außenwert des Euros."
 
Deshalb werde der Aufschwung insbesondere für Frankreich und Italien nur von kurzer Dauer sein, zugleich nehme dadurch das Interesse an Strukturreformen wieder ab. "Die Eurozone gerät zunehmend in ein 'japanisches Szenario', in dem immer neue geld- und fiskalpolitische Expansionsrunden ein moderates Wachstum herbeizwingen, das ohne diese Unterstützung keinen Bestand hat", so Angermann, der zudem befürchtet: "Die langfristigen Risiken für den Bestand der Währungsunion sind erheblich gestiegen."
 
Die EZB befinde sich immer noch im Modus der Euro-Rettungspolitik, so Angermann weiter. "Doch die Mittel dürften auf Dauer nicht ausreichen und das volkswirtschaftliche Auseinanderdriften der einzelnen Länder wird dadurch nicht gestoppt", erklärte der Volkswirt. Für eine dauerhafte Krisenbewältigung sei die Weiterentwicklung zu einer engeren wirtschaftlichen und politischen Union unerlässlich. "Die Gefahr des Scheiterns des Euros liegt eindeutig in der unterschiedlichen wirtschaftlichen Ausrichtung der großen Nationen wie Frankreich, Deutschland und Italien", so Angermann. "Griechenland spielt hierbei keine Rolle mehr und stellt keine Gefahr für den Euro dar."
 
Deutliche Fehlallokationen
 
Werner_RappIm Rahmen einer anschließenden Podiumsdiskussion erklärte Heinz-Werner Rapp (Bild links), Chief Investment Officer der Feri AG, durch die Notenbankpolitik würden Marktpreise und Anlegererwartungen verzerrt. "Nicht mehr der Preis, Markttrends oder Produktkonzepte treiben den Markt, sondern die Notenbanken mit ihrer QE-Politik", so Rapp. "Wir beobachten wegen der Notenbankpolitik deutliche Fehlallokationen bei Investitionen." Insbesondere die Rentenmärkte seien davon betroffen. Die stetige Liquiditätszufuhr berge zudem die Gefahr, dass sich Investoren und Marktteilnehmer darauf einstellen und sich dann dadurch Blasen bilden könnten.
 
Rendite verzweifelt gesucht
 
Andre_HärtelFür Investoren bringe das die Problematik mit sich, dass es zunehmend schwieriger werde, in Produkte mit attraktiver Rendite zu investieren. Einen möglichen Lösungsansatz in diesem Dilemma präsentierte André Härtel (Bild links), Senior Fondsanalyst der Feri EuroRating, in seinem Referat. "Für liquiditätsorientierte Investoren stellen Absolute Return-Fonds einen Lösungsansatz dar", so Härtel. "Für ausschüttungsorientierte Anleger sind dagegen eher Multi Asset-Konzepte interessant."
 
Allerdings würden die wachsende Anzahl und die zunehmende Heterogenität von Fondskonzepten sowohl bei Absolute Return- also auch Income-Strategien zu erhöhten Anforderungen an die quantitative und qualitative Fondsanalyse führen. "Nur eine systematische Produktselektion und fundierte Marktkenntnis können zu guten Ergebnissen führen", lautete Härtels Fazit.
 

TTIP kann weltweite Wachstumsimpulse schaffen
 
Die Feri-Experten warnten auch vor einem Scheitern des TTIP-Freihandelsabkommens. "TTIP schafft den größten Wirtschaftsraum weltweit und dürfte auf beiden Seiten des Atlantiks langfristig einen spürbaren Expansions- und Innovationsimpuls schaffen", so Angermann. Schließlich würden hier zwei Wirtschaftsräume miteinander verhandeln, die rund die Hälfte der Weltwirtschaftsleistung und die Hälfte des Welthandels repräsentieren. Schon jetzt entfalle ein Drittel aller europäischen Auslandsdirektinvestitionen auf die USA und nur zwei Prozent auf China. Insbesondere könnten in Europa die Branchen Chemie, Pharma, Kraftfahrzeuge und Maschinenbau von einer Freihandelszone profitieren.
 
"Scheitert TTIP, so fällt insbesondere Europa zurück", erklärte Angermann. "Im Fall eines Scheiterns ist es wahrscheinlich, dass sich die USA vermehrt dem asiatischen Wirtschaftsraum mittels des Trans Pacific Partnership Agreements zuwenden." Für Europa bedeute das langfristig Wachstums- und Wohlfahrtsverluste sowie einen Rückfall im Wettbewerb der Wirtschaftssysteme. (hh/ip)
 
--
 
Über die Feri EuroRating Services AG:
 
Die Feri EuroRating Services AG gehört zu den führenden europäischen Häusern für Investmentresearch und Rating. Zu den Kerndienstleistungen zählen Research in den Bereichen Economics, Capital Markets, Industries und Real Estate sowie Credit Rating und Investment Rating. Schwerpunkte liegen in der Managerauswahl und Produktselektion für institutionelle Kunden. Seit 25 Jahren berät und unterstützt die das Unternehmen mit seinen Dienstleistungen Banken, Versicherungen, Asset Manager, Industrieunternehmen sowie öffentlich-rechtliche Institutionen.
 
 
twitterlinkedInXING

News

 Schliessen