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Das war die ASIP Fachtagung inkl. Fotogalerie

Bei der diesjährigen ASIP Fachtagung am 28. Mai 2015 in Zürich fanden die zahlreich teilnehmenden Pensionskassenexperten den geeigneten Rahmen, um sich über anlagepolitische Fragestellungen sowie den Status Quo des Umwandlungssatzes und geeignete Maßnahmen in Bezug auf die Altersversorgung 2020 zu informieren und auszutauschen. Zur Fotogalerie geht es hier.
 
Hanspeter Konrad (Bild), Direktor ASIP, wies vor allem auf die kapitalgedeckte Vorsorge in der Schweiz hin, die Ihre Leistungsfähigkeit unter Beweis gestellt habe und dies sicherlich auch künftig tun werde. Das Vorsorgevermögen stellte mit rund 128 Milliarden Franken oder 127 Prozent des Bruttoinlandprodukts, die es zu bewirtschaften gilt, einen Eckpfeiler für den Wohlstand der Schweiz dar, betonte Konrad. Dabei ist das Vorsorgekapital ziemlich konzentriert, verfügen doch 10 Prozent der Pensionskassen über 80 Prozent des Kapitals.
 
Neben der demographischen Entwicklung stellen die Kapitalmärkte eine große und nicht zu unterschätzende Herausforderung für die Pensionskassen dar. Hinzu kommen die Vorsorge-Reglements wie Mindestzins, Anlagerestriktionen sowie der Umwandlungssatz. Handlungsbedarf sah Konrad vor allem auf der Systemebene, der politischen Ebene und der internen Pensionskassen-Ebene. Die Stellschrauben an denen man drehen könne, seien enden wollend: man könne über das Rentenalter reden, mehr Beiträge in das System pumpen, über die Leistungsziele sowie über die Gestaltung der Anlagestrategien diskutieren, wobei der Eintritt der Verzinsung allerdings nicht vorhersehbar sei, so Konrad weiter.
 
Stärken der beruflichen Vorsorge
 
Konrad war es wichtig, auf die Stärken der beruflichen Vorsorge hinzuweisen, die er vor allem in der Bildung der Risikogemeinschaft sieht, die langfristig eine günstigere Rentenproduktion als die individuelle Vorsorge ermögliche. Auch die Vielfalt der Angebote der Vorsorgeträger, die Dezentralisation sei ein wertvolles Asset sowie die sozialpartnerschaftliche Führung, die ein Markenzeichen des Systems sei, an dem man festhalten solle. In erster Linie gehe es um die Sicherstellung der Leistungsfähigkeit mit realistischen Parametern.
 
Karten offen auf den Tisch legen
 
In diesem Zusammenhang haben viele Pensionskassen bereits in ihren Jahresberichten offen ausgewiesen, mit welchen Quersubventionen oder Pensionierungsverlusten sie in den Kassen zu rechnen haben, weil etwa die Parameter nicht realistisch festgelegt wurden. Konrad: "Das kann man objektiv festhalten und für eine gewisse Zeit sicherlich auch tolerieren, man sollte es jedenfalls wissen. Allerdings muss man es den Versicherten gegenüber auch offenlegen, welche Konsequenzen diese Umverteilungen haben." Wenn man dies tue, sieht Konrad keine Notwendigkeit für fundamentale Anpassungen. Im Hinblick auf die öffentliche Diskussion und den Diskussionen mit den Versicherten müsse man nachvollziehbare Lösungen präsentieren und die Auswirkungen für die Versicherten so erklären, dass auch der Umwandlungssatz verständlich und nachvollziehbar werde.
 
Status Quo der "Altersvorsorge 2020"
 
Im Moment läuft die Diskussion im Ständerat, dieser will noch im Herbst über die Vorlage debattieren. Nach den Wahlen geht die Vorlage weiter an die zuständige Komission des Nationalrates. Dort werde es sicherlich Differenzen geben, sodass sich ein Grundkonsens sicherlich noch zeitlich nach hinten verschieben werde, ist Konrad überzeugt.
 
Er, Konrad, gehe davon aus, dass man beide Säulen - also AHV und BVG - gemeinsam revidieren wolle. Ziel sei die Herstellung von Transparenz, Sicherheit und Vertrauen. Des Weiteren wolle man das Leistungsniveau in Bezug auf die Rentenhöhe des BVG (60 Prozent des letzten Bruttolohnes) halten. Für beide Säulen soll ein gemeinsames Rentenalter definiert und eine Flexibilisierungslösung angeboten werden. In der AHV stehe die Flexibilisierung im Zentrum, in der zweiten Säule die Höhe des Umwandlungssatzes mit flankierenden Lösungen, so Konrad.
 
Keine Limitierung alternativer Anlagen gefordert
 
Die Kosten seien das Eine, am Ende des Tages müsse man sich auch immer die Ertragsseite ansehen, so der ASIP-Vorsitzende. In diesem Zusammenhang sprach er sich auch gegen neue Regulierungen und ein Limitierung alternativer Anlagen aus. Wenn das nötige Know-How vorhanden sei, soll den Kassen auch das Investieren ermöglicht werden.
 
Kernbotschaften
 
ASIP ist der Auffassung, dass über den virulenten Reformbedarf schon jetzt zu diskutieren ist. Es wäre fahrlässig diese Reform scheitern zu lassen, so der Tenor. Es benötigt einen Grundkonsens wie die Erhaltung des Leistungsniveaus, dazu brauche es auch Maßnahmen zur Senkung des Umwandlungssatzes.
 
Senkung des Umwandlungssatzes
 
Reto Leibundgut, Parnter c-alm AG, St. Gallen sprach in seinem Vortrag zu diesem Thema von einer starken Abhängigkeit in Bezug auf Demographie und die Entwicklung an den Finanzmärkten. Denn von letzteren seien die Anlageerträge abhängig. Mit der Aufhebung des Floors zum Euro mit 15. Januar 2015 habe der Druck auf den Umwandlungssatz nochmals stark zugenommen. Die Reduktion des BVG Umwandlungssatzes auf 6 Prozent innerhalb der nächsten vier Jahre sei eine ökonomische Notwendigkeit. Die vorgeschlagene, langfristige Kompensation von Seiten des Bundesrates stelle letztlich eine Mehrleistung dar, von der in erster Linie neu Versicherte, die bis dato noch nicht im BVG inkludiert waren, profitierten. Die Finanzierung solle gemäß Vorschlag durch Mehrbeiträge von Seiten der Arbeitnehmer und Arbeitgeber erfolgen, wodurch die Lohnnebenkosten ansteigen würden.
 
Praktikable Abfederungsmaßnahmen und annehmbare Kosten
 
Bei der kurzfristigen Kompensation sollte den Forderungen nach Praktikabilität und einfacher Umsetzbarkeit sowie der Abfederung von Leistungseinbußen durch die Reduktion des BVG-Umwandlungssatzes nachgekommen werden, meint Leibundgut. Aber auch die Abschätzung annehmbarer Kosten für die einzelnen Pensionskassen sowie die gesamte 2. Säule seien wichtige Forderungen, meinte der Experte. (ip/kb)
 
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