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Das war die AIFM-Fachtagung zu Algorithmen und Immobilien

Bei der 13. AIFM Federation-Fachtagung für institutionelle Investoren standen Themen wie REITS und RAIFs, aber auch die Rolle von Algorithmen im Asset Management auf der Agenda.

AIFM-Gruppenfoto mit Margin Greil
AIFM-Generalsekretär Martin Greil (ganz rechts) mit den Referenten v. l. n. r. Graham Robertson (Man AHL), Stefan Krausch (MEAG), Christian Temmel (DLA Piper) und Stephan Grimm (LIS).
© Jana Madzigon

Die AIFM (Alternativen Investment Fonds Manager) Federation Austria erwartet, dass die Bedeutung von Immobilieninvestments in institutionellen Portefeuilles auch im kommenden Jahr zunehmen wird. Dafür gibt es laut AIFM einige Gründe. „Steigende Immobilienquoten einhergehend mit einem stetigen Wachstum dieser Anlageklasse in unseren Nachbarländern und das hohe Transaktionsvolumen am heimischen Immo-Investmentmarkt belegen diese Tendenz“, erklärte der AIFM-Generalsekretär Martin Greil anlässlich der Fachtagung. Dieser Entwicklung folgend stehen Anlagemöglichkeiten in Immobilien im Fokus der Informationsveranstaltungen der AIFM Federation Austria im vierten Quartal 2019.

Folgerichtig konzentrierte sich der erste Teil der am 13. November 2019 stattgefundenen Fachtagung speziell auf Real Estate Investment Trusts (REITs).

Meag sieht sich im Vorteil
„Wir verstehen REITs als das, was sie im Kern sind - Immobilien. Und so investieren wir auch mit langfristiger Perspektive: Attraktive Objekte, aussichtsreiche Märkte, konservative Finanzierung“, erklärte Stefan Krausch, Leiter Portfoliomanagement der MEAG, in seinem Vortrag. Kraus erklärte, wie Best-in-Class-REITs in einem strukturierten Investmentprozess selektiert werden. Bei der Auswahl spielen die Eingrenzung geeigneter Investment-Targets, die Analyse wesentlicher Werttreiber der Unternehmen unter Berücksichtigung von ESG Kriterien und die Ermittlung der Fair Values und attraktiver Einstiegsniveaus eine entscheidende Rolle. „Der große Vorteil für Investoren ist, dass sie nach denselben Strategien investieren können wie Munich Re als global führender Rückversicherer“, schloss Krausch.

REITS und eine österreichische Antwort
Von regulatorischer Seite betrachtete REITs Christian Temmel, Partner bei DLA Piper Weiss-Tessbach Rechtsanwälte Wien. Ein internationaler Vergleich zeigte, dass deren Ursprung in den USA liegt, wo 1960 die gesetzliche Möglichkeit geschaffen wurde, in dieser Form in große, breit diversifizierte Immobilienportfolios zu investieren. Der erste REIT „American Realty Trust“, gegründet 1961 von Thomas Broyhill, war ausschließlich im Bereich der hypothekargesicherten Immobilienfinanzierung tätig.

In Europa startete diese Anlageform 1969 in den Niederlanden. In Deutschland existieren REITs seit 2007. In Österreich gibt es bis heute kein entsprechendes Gesetz und nur Immobilien-AGs und Immobilien-Investmentfonds als Alternative. Aus diesem Grund skizzierte Temmel eine „österreichische Antwort“ auf REITs.

Es wird Zeit für RAIFs
Nach der Pause beantwortete Stephan Grimm, Director Business Development bei LIS, die Frage „Ist die Zeit ‚RAIF‘ für alternative Investments?“ Eingangs lieferte er Zahlen zum Fondsstandort Luxemburg, dem zweitgrößten Investmentfondszentrum der Welt nach den USA mit mehr als 550 Milliarden Euro an verwaltetem Vermögen in alternativen Fonds.

Der Reservierte Alternative Investments Fond (RAIF) punktet laut Grimm mit einer sehr raschen, zeitnahen Gründung und Auflage, einem Management durch einen zugelassenen Alternativen Investmentfondsmanager (AIFM), der Möglichkeit mehrere Teilfonds bzw. Klassen aufzulegen und der Nutzung der Vermarktungsvorteile des Europäischen AIFM-Passes. „So ist der RAIF ein aktuelles Beispiel, dass der Zugriff auf die gesamte Luxemburger Investmenttoolbox mit ihrer Flexibilität und Liberalität, die große Auswahl an spezialisierten Serviceprovidern und die stabile Gesetzgebung im Einklang mit Investment- und Steuerrecht den Schritt über die Grenze lohnen“, resümierte Grimm.

Maschinen investieren
Im letzten Vortrag widmete sich dann Graham Robertson, Client Portfolio Manager bei Man AHL, mit „Machine Learning“ einer Zukunftstechnologie in der Finanzbranche. Kurz dachte man angesichts seiner Titel in Geophysik und Seismologie an die Aufzeichnungen eines Seismographen, als bei mehreren Folien seiner Präsentation Kurven und Balken auf dem Bildschirm oszillierten. Tatsächlich erklärte Robertson damit jedoch die Arbeit seiner Algorithmen und ging der Frage nach, ob Machine Learning quantitative Techniken ersetzten oder neue Möglichkeiten eröffnen wird. „Die schnell wachsende Menge an Daten macht lernende Maschinen zunehmend unverzichtbar. Wir testen mit unseren Maschinen Hypothesen über die Märkte und überlassen dem Computer dann das Investieren“, erklärte Robertson die neue Aufgabe eines Portfoliomanagers.“ (aa)

 

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