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Kostenoptimierung mit ETFs - aber bitte nachhaltig

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Das war das Kapitalmarktforum der LBBW + Fotogalerie

Das war das Kapitalmarktforum der LBBW

PanosZahlreiche professionelle Marktteilnehmer besuchten das bereits 4. Kapitalmarktforum der LBBW in Wien, zu dem Executive Director Panagiotis Patzartzis (Bild links), der bei der LBBW für die Betreuung institutioneller Kunden verantwortlich ist, geladen hatte. Auf der Agenda standen vier Vorträge. Die Highlights dieser Veranstaltung finden Sie in einer Fotogalerie HIER.
 
Den ersten mit dem Titel „Kapitalmarktperspektiven - Money for nothing, debt for free" hielt Rolf Schäffer, Leiter der Gruppe Strategy. Der LBBW-Experte ging auf die weitere Wirtschafts- und Zinsentwicklung ein und arbeitete heraus, ob der Kauf von Staatsanleihen oder Aktien auch jetzt noch sinnvoll sei. Eine ausführliche Zusammenfassung von Schäffers Vortrag finden Sie HIER.
 
Nachhaltigkeitsexpertise der LBBW
 
Christoph_GrossChristoph Gross (Bild rechts), Portfoliomanager Fixed Income und SRI bei der LBBW AM, präsentierte im Anschluss die Expertise seines Hauses beim Thema Nachhaltiges Investieren. Die LBBW hat bereits 2002 den ersten nachhaltig investierenden Spezialfonds aufgelegt und sich in der Branche einen guten Ruf erarbeitet. Nach einem kurzen Überblick über die verschiedenen Ausprägungsformen eines nachhaltigen Investmentansatzes zeigte Gross, dass ein SRI-Ansatz institutionellen Investoren vielfach rechtzeitig vor größeren Verlusten bewahrt hat. So warnte Kooperationspartner oekom research viel früher als die großen drei Ratingagenturen vor wenig nachhaltig finanzierten Staatshaushalten in Ländern wie Griechenland und Portugal. Institutionelle Investoren, die dies beherzigten, sind damit besser gefahren als viele andere Investoren.
 
Gross zeigte auf, dass Nachhaltigkeitsfonds - insbesondere jene der LBBW AM - keinerlei Performance-Nachteile gegenüber klassischen Investments haben. Der Rentenexperte vertrat die Meinung, dass institutionelle Investoren mit Hilfe eines zusätzlichen SRI-Risiko-Filters auch höher verzinste Anleihen kaufen könnten, die von den traditionellen Ratingagenturen niedrigere Bonitäten bescheinigt bekommen. Dank des zusätzlichen SRI-Filters könnten institutionelle Investoren die höheren Kupons bei reduzierten Risiken einsammeln und von einem besseren Chancen-/Risiko-Verhältnis profitieren.
 
Dividenden, die neuen Zinsen
 
Markus_Zeiss„Europäische Dividendenaktien - mehr als nur Zinsersatz", lautete der dritte Vortrag, den Markus Zeiss (Bild links), Senior-Fondsmanager des mit fünf Morningstar-Sternen ausgezeichneten Dividendenfonds LBBW Dividenden Strategie Euroland I, hielt. Zeiss stellte die Überlegenheit einer intelligent umgesetzten Dividendenstrategie dar und argumentierte: „Dividenden haben gegenüber Renten den Vorteil, dass deren Rendite niemals negativ werden kann." Dividenden sind langfristig eine wichtige Performancequelle neben den Kursgewinnen. Zeiss warnte jedoch, lediglich nur die Dividendenhöhe bei Investmententscheidungen zu berücksichtigen, wie es viele ETFs machen, sondern darauf zu achten, dass Unternehmen trotz hoher Ausschüttungen auch in Wachstum und damit in ihre Zukunft investieren.
 
Die Aussichten für eine Dividendenstrategie seien weiterhin gut: Das Verhältnis Schulden zu Eigenkapital verbessere sich, die Unternehmen wiesen hohe Cash-Bestände auf und das Verhältnis zwischen Gewinnen und ausgeschütteten Dividenden habe noch Luft nach oben - vor allem, wenn die europäische Unternehmen ihre Profite angesichts der im ersten Vortrag angekündigten Konjunkturerhöhung erhöhen könnten. Eine Konjunkturerholung komme auch den zuletzt arg gebeutelten Rohstoffen zu Gute, um die es im vierten und letzten Vortrag ging.
 
Rohstoffe vor einem Comeback?
 
Frank_Schallenberger„Rohstoffe waren aus Sicht eines Long-Only-Investors in den letzten Jahren ein Trauerspiel", räumt Dr. Frank Schallenberger (Bild rechts), Head of Commodity Research bei der LBBW am Anfang seines Vortrages ein. Vom vielgepriesenen Rohstoff-Superzyklus sei nichts mehr geblieben, „wir sind bei Rohstoffen dort, wo wir vor rund zehn Jahren gestanden sind", erklärt Schallenberger. Viele Investoren glaubten, dass ein weniger dynamisches Wachstum in China und anderen Schwellenländern für eine geringere Rohstoffnachfrage sorgten. Dabei sei das Gegenteil der Fall, erklärte Schallenberger am Beispiel des chinesischen Automobilmarkts: Wurden vor einer Dekade in China monatlich rund 200.000 Autos neu zugelassen, hat sich dieser Wert trotz eines niedrigeren BIP-Wachstums, aber aufgrund der wesentlich höheren Basis auf zwei Millionen verzehnfacht. Alll diese Autos benötigten Stahl und andere Rohstoffe sowie Treibstoff. Daher sollte auch in den nächsten Jahren die Rohstoffnachfrage hoch bleiben, schloss Schallenberger.
 
Der niedrige Ölpreis werde der Weltkonjunktur Rückenwind geben und für steigende Rohstoffnachfrage sorgen. Für den Ölpreis zeigte sich Schallenberger - er hielt seinen Vortrag vor dem Eingreifen Saudi-Arabiens im Jemen - pessimistisch. Es seien noch zu wenig Schieferöl-Förderunternehmen Pleite gegangen. Erst wenn es eine massive Marktbereinigung gegeben habe, würde der Ölpreis steigen. Des Weiteren seien sehr viele Spekulanten Öl long, wie die CFTC-Statistik der Futures-Börsen und die Absatzzahlen von Öl-ETFs zeigten. Diese Marktteilnehmer müssten kapitulieren und ihre Bestände auflösen, um Öl neue Perspektiven zu ermöglichen. Es spreche vorläufig wenig für einen steigenden Ölpreis, erklärte Schallenberger und riet zu Geduld beim Einstieg.
 
Optimistisch zeigte der LBBW-Rohstoff-Chef für Basismetalle, insbesondere für Aluminium und Nickel. Diese hätten ihren Boden gefunden. Für Kupfer ist er hingegen etwas reservierter. Gut laufen sollten auch Edelmetalle, vor allem Palladium, das von der Nachfrage der Autoindustrie profitiere. Auch Gold sollte steigen, da rund fünfzehn Prozent der Goldminen beim aktuellen Preis nicht profitabel seien und irgendwann vom Markt ausscheiden müssten. Das sollte über eine niedrigere Produktionsmenge zu steigenden Goldpreisen führen.
 
Auch das Marktsentiment sei für Gold und andere Edelmetalle vorteilhaft: „Aktien und Anleihen sind in den letzten Jahren stark gestiegen, nur Edelmetalle sind zurückgeblieben. Daher sollten diese irgendwann nachziehen." Für Edelmetalle sprächen auch die niedrigen Opportunitätskosten in Form niedrigster Zinsen und ein wieder anziehendes Kaufinteresse von Indern und Chinesen. Schallenbergers Fazit lautete daher: „Rohstoffe bieten im Verhältnis zu Aktien und Anleihen ein sehr gutes Chancen-Risiko-Verhältnis!" (aa)
 
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